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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

7491 
Löhne mit Altersabstufung. Gruppenlöhne. 
291 
bp) Gruppenlöhne. Beruht die eben geschilderte Ordnung der Löhne auf 
dem Altersaufbau der Gesellschaft und der notwendigen hierarchischen Gliederung der 
größeren Betriebe, so beruhen die Gruppenlöhne auf der technischen Notwendigkeit, 
gewisse größere Arbeitsprozesse ganzen Gruppen von Arbeitern zu übergeben. Die 
neuere Entwickelung lehnt sich an die althergebrachte genossenschaftliche Zusammenfassung 
einer Anzahl kooperativ thätiger Arbeiter an. Wir haben oben (J. 415 - 416) die 
älteren Arbeitsgenossenschaften kennen gelernt; sie sind nie ganz verschwunden, haben 
seit dem Mittelalter im Bergbau, in Steinbrüchen, bei der Holzfällung im Walde, bei 
Erdarbeiten fortgedauert. Die italienischen Maurer, die ostdeutschen und slavischen 
ländlichen Wanderarbeiter, die Lippeschen Ziegelgänger pflegen heute noch in Gruppen 
von zwölf oder mehr Personen unter einem Führer thätig zu sein. Sie werden im 
Akkord bezahlt, teilen den Verdienst; der Arbeitgeber schließt den Vertrag nur mit 
dem Vorarbeiter, der für seine Leute verantwortlich ist. Das System ist beliebt und 
wirkt segensreich, wo alte Tradition und genossenschaftlicher Geist die Leute beherrscht, 
und wo der leitende Vorarbeiter oder Gruppenmeister mit einem sesten bekannten 
Vorteil, z. B. einer Doppelportion sich begnügt, den Leuten ebenso sehr als Genosse 
wie als Herr gegenüber steht. Auch wo, wie in den Schieferbrüchen von Wales, eine 
Gruppe aus je 8—4 Genossen mit einer doppelten Zahl reiner Lohnarbeiter geschäftlich 
thätig ist, kann die Einrichtung sich bewähren; die jüngeren Lohnarbeiter der Gruppe,. 
die sich auszeichnen, treten nach und nach in die Genossenstellen ein. 
In der neueren Industrie hat dasselbe System nun aber vielfach einen ganz 
anderen Charakter angenommen. Die Zwischenmeister, welche Leute in Form von 
Heim⸗ oder Werkstattarbeitern beschäftigen, können sich zwar auch noch als Standes— 
genossen ihrer Arbeitsgehülfen fühlen und sie gut behandeln; es ist da hauptsächlich 
der Fall, wo Handwerkstraditionen sie beherrschen; sie können aber ihre wucherischen 
Fronvögte werden und werden es unter dem Sruck der Konkurrenz häufig. Auch wo 
in den Bergwerken oder Fabriken sogenannte Unterkontraktoren, Akkord- oder Werk— 
meister größere Arbeiten im Akkord übernehmen, die Leute annehmen und entlassen, 
haben diese Gruppenakkorde, zumal da, wo die Arbeiter nur Tagelohn oder minimale 
Gewinnanteile erhalten, meist einen sehr schlimmen Charakter angenommen. Die Leute 
werden vom Unterkontraktor bis aufs Blut zur Arbeit angetrieben; den ganzen oder 
überwiegenden eventuellen Gewinn hat der Gruppenmeister. Daher der weitverbreitete 
Kampf der Arbeiter, besonders der organisierten gegen die Gruppenakkorde. Sie haben 
in dieser Form allen genossenschaftlichen Geist abgestreift, sind nichts als mißbräuchliche, 
schweißtreibende Kleinunternehmungen, in welchen der Oberunternehmer, der Fabrikant 
des Gewinnes wegen auf seine Pfuͤcht verzichtet hat, seine Unterbeamten, die Akkord— 
meister zu kontrolsieren. 
Wo aber eine solche Kontrolle stattfindet, und wo man an der genossenschaftlichen 
Idee festhält, kann der Gruppenakkord auch heute eine sehr gute Form der Lohnzahlung 
sein. Man hat, um die erwähnten Übelstände zu beseitigen, teilweise den komman— 
dierenden Werkmeister auf festen Lohn gestellt, was aber leicht seinen Eifer lähmt; 
man läßt ihn teilweise die Leute nicht nach Willkür annehmen und entlafssen. Oder 
man läßt die Leute den gesamten Akkordverdienst nach festen Zahlenproportionen teilen, 
die ihrer festgestellten Leistungsfähigkeit entsprechen; man zahlt auch teilweise feste Löhne 
und giebt nur eine Gesamtprämie für schnellere und besonders gute Arbeit. Die ver— 
schiedensten Kombinationen sind möglich. Alle solche Gruppenzahlungen pflegen sich 
nur da ganz zu bewähren, wo die Gruppen sich auf 5, 12, 20 oder 30 Leute, die sich 
lennen und kontrollieren, beschränken. Wo man, wie z. B. auf den Werften bis zu 
Gruppen von 200 -400 Arbeitern aufgestiegen ist, wird leicht der kameradschaftlich ein— 
heitliche, kontrollierende Geist verschwinden. 
Alle diese Fragen einer feineren, komplizierteren und gerechteren Lohnbemessung 
erhalten von Tag zu Tag größere Bedeutung; nicht bloß weil ein großer Teil ver 
Unzufriedenheit der Arbeiter sich anknüpft an das ihnen siets sichtbarste Unrecht, das 
darin besteht, daß der eine mehr leistet und doch weniger bekommt als die neben ihm
	        

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Proposed New Customs Tariff. Printed under the authority of His Majesty’s Stationery Office by Darling and Son, Limited, 1914.
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