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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

* — A 
765) Lebenshaltung und Leistungsfähigkeit. Arbeitsangebot. * —V—— 
* 
ein großes, oft ein übergroßes, weil es sich um bereits dicht bevölkerte e 
Kultur mit geringen Flächen unbesetzten Ackerbodens, und bis zur neueren Agrabge 
gebung um eine geringe Möglichkeit intenfiveren Ackerbaues handelte. Die bevolkerungs 
hemmende Politik jener Zeit halte die Zunahme vermindert, aber nicht aufgehoben. 
Als jene Politik 1789 — 1860 in der Hauptsache fiel, Technik und Wirtschäftslehre 
den hoffnungsvollsten Optimismus predigten, wurde die Bevölkerungszunahme die 
tärkste, welche je das Menschengeschlecht erlebte. Das Angebot von Arbeitskräften 
mußte so in den alten Kulturländern leicht über die Arbeitsgelegenheit hinaus wachsen, 
während umgekehrt in den Kolonien mit europäischer Bevölkerung unendlicher Boden— 
überfluß dem Mangel an Arbeitskräften gegenüberstand. Daher hier im ganzen hoher, 
dort niedriger Lohn. 
In mehreren Ländern Westeuropas, in Frankreich, England, Schweden, Nor—⸗ 
wegen, teilweise auch in anderen Gebieten Mitteleuropas hat die Bevölkerungszunahme 
seit 25— 30 Jahren erheblich nachgelassen. Es scheinen allgemeine und dauernde 
Ursachen neben vorübergehenden hierauf gewirkt zu haben. Sowei ersteres der Fall 
ist, liegt darin auch die Wahrscheinlichkeit einer daueraden Einschränkung des Arbeits— 
angebots, einer Annäherung der ehelichen Sitten und Geschlechtsgepflogenheiten der 
unteren Klassen an die des Mittelstandes, was für die Lohnverhältnifse nur günstig 
sein könnte. Doch fragt es sich, ob und in wie weit das auch für Deutschland im 
zanzen gelte, ob nicht, wenn es der Fall ist, die östlich slavische Zuwanderung um so 
viel stärker werde. 
Es genügt überhaupt nicht, die Bevölkerungsbewegung ganzer Länder ins 
Auge zu fassen. Wir bemerken in jedem Lande dicht und sparfam bevölkerte Kreise und 
Provinzen; hier Stabilität, dort raschen Wechsel und große innere Wanderungen, hier 
Ein-, dort Auswanderung. Alle diese Ursachen bewirken zeitlich und örtlich ein sehr 
derschiedenes und teilweise auch ein sehr wechselndes Angebot. Je ngch dem Umfang 
der Nachfrage kann auch die sparsfam bevölkerte Provinz zeitweise ein Überangebot von 
Arbeitern haben. Um ganz stabile Verhältnisse handelt es sich nirgends; es fragt sich 
überall, wie die wechselnde Bevölkerungsbewegung und die wechselnden Wanderungen 
sich zu dem Wechsel der Nachfrage verhalten. Und nie ist zu vergessen, daß fur diese 
großen Bewegungen zwar die Lohnhöhe eine von vielen, aber keineswegs die allein 
ausschlaggebende Ursache bildet, wie Ad. Smith sich einbildete, als er lehrte, Lohn— 
steigen und Fallen werde auch die Bevölkerung steis richtig regulieren. Unter den 
sekundären Ursachen der Bevölkerungsbewegung stehen die Bevölkerungs-, Nieder— 
lassungs-, Wanderungs- und Kolonialpolitit oben an; ihr Ziel muß immer sein, das 
wachsende Angebot in richtiger Proportion zur Nachfrage zu halten. 
‚„. Wir sprachen bisher von der Bevölkerung im ganzen; nur ein Teil derselben, 
ein recht verschiedener je nach der Verteilung des Grundeigentums, des Vermögens 
überhaupt, je nach der gangen socialen Gliederung, der Erhaltung des Mittelstandes 
sucht Lohngelegenheit; und vom ihm ist wieder nur ein Teil ganz besitzlos, also beim 
Angebot in der schlechten Lage aufs dringlichste um jeden Preis sich anzubieten. 
Eine Gegend der Kleinbauern und Kleinhandwerker, wie Südwestdeutschland, hat relatib 
weniger Lohnarbeiter; die vorhandenen drücken weniger auf den Markt. 
Teils lokal, teils dem Beruf nach zerfällt das Angebot der Arbeit in eine Reihe 
mehr oder weniger selbständiger Teile!“ Die heutige Freizügigkeit und Gewerbefreiheit 
haben zwar den Übergang von Ort zu Ort, von Beruf zu Beruf erleichtert. Aber 
auch heute noch sind Wanderungen und Berufswechsel nicht so stark, wirkt ein hoher 
Lohn in einem Beruf und einer Gegend nicht so rasch auf Ändrang, daß der Ausgleich 
leicht und schnell sich vollzöge. In den verschiedenen Berufen und Gewerben wirb 
das Angebot reguliert durch die Anziehungskraft und Beliebtheit derselben, durch die 
Schwierigkeit der Ergreifung, welche von körperlichen und geistigen Eigenschaften, Er— 
ziehungskosten, Gelegenheit der Vorbildung abhängl; je leichter ein Beruf zu erlernen 
ist, desto größer wird der Andrang sein, defto leichter werden auch Leute in älteren 
Jabren zu ihm übertreten können Für die geringsten und unangenehmsten Arbeiten 
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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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