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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

326 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. 784 
Einrichtungen schusen. Und das Reformationszeitalter hat mit dem Princip einer 
staatlichen Rechtsordnung der Armenpflege und der Forderung an die Selbstverwaltungs— 
körper, als Träger derselben zu fungieren, einen großen weltgeschichtlichen Fortschritt 
herbeigeführt; es hat mit dieser Reform den Prozeß der Übertragung der Hülfe für 
Verunglückte und Verarmte von den engsten und kleinsten socialen Organen auf die 
größeren und leistungsfähigen zu einem gewissen Abschluß gebracht. Es wurde damit 
den öffentlichen Organen eine ganz neue Art der Verantwortung und der socialen 
Pflichterfüllung auferlegt. Es handelt sich dabei um eine der großen, Staats- und 
Volkswirtschaft von Grund aus umgestaltenden Institutionen, um eine der wichtigsten 
Verstaatlichungsmaßregeln wirtschaftlicher Einrichtungen. Die Ausführung mochte noch 
so schwierig sein, sie mochte zeigen, wie schwer Staat und Gemeinde, bezahlte Beamte 
und gewählte Gemeindevertreter solche Pflichten gut erfüllen können, sie mochte von 
Anfang an darauf hinweisen, daß wir durch noch bessere Einrichtungen (wie sie 
z. B. im Versicherungswesen liegen) über die bisherige Armenpflege hinauskommen 
müssen. Aber die Bahn großer socialer, vom Staate herbeigeführter, durch das öffent⸗ 
liche Recht geordneter Reformen war doch mit der Armenpflege und ihrem Principe 
eröffnet. Erst nachdem sie begründet, nachdem man jahrhundertelang sich bemüht hatte, 
sie zu verbessern, sie richtig einzufügen in den Mechanismus der Volkswirtschaft und 
der öffentlichen Verwaltung, nachdem man hierdurch die letzten piychologischen und 
wirtschaftlichen Ursachen der Armut erkannt hatte, konnte man die Einrichtungen so 
verbeffern, wie es neuerdings wenigstens da und dort gelang, konnte man hoffen, noch 
Besseres an ihre Stelle zu setzen. 
Und auch in aller ihrer Unvollkommenheit hat die öffentliche Armenpflege doch 
seit vielen Generationen unendlich viel Gutes geschaffen, hat zahllose Menschen gerettet, 
in Gemeinde und Staat höhere Triebe eingepflanzt, in das roh egoistische Wirtschafts— 
getriebe des Marktes und der Geldwirtschaft sympathische Gefühle und Handlungen ein— 
gefügt, die schlimmsten Härten und Dissonanzen der neueren Volkswirtschaft abgemildert 
und versöhnend ausgeglichen. 
Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir unser Armenwesen als ein integrierendes 
Glied unserer Volkswirtschaft richtig beurteilen wollen. 
214. Die Ausführung der Armenpflege. Wollen wir nun die Aus— 
ührung der neueren Armenpflege etwas näher kennen lernen, so handelt es sich zunächst 
am die Frage: 1. wer sind die Armen, was ist die Ursache ihrer Armut, und wie sind 
sie deshalb zu behandeln; 2. woher kommen die Mittel zur Armenunterstützung, und 
3. wer sind die Träger und Organe der Armenpflege. Daran knüpfen wir 4. die 
Erörterung der offenen und geschlossenen Armenpflege und 5. der Ordnung des Armen⸗ 
rechts. 
1. Über die Ursachen der Armut gibt a) die sächsische Statistik von 1880 
and b) die deutsche von 1885 folgendes Bild. Es wurden Prozente der Armen unter— 
stützt wegen: Trunk. Arbeit 
Tod des Verletzun Alters⸗ Großer Arbeits- Trunk, Arbeits— 
——— — Gebrechen gwaghe — —5* I 
2) 5511 185 1028 17,70 19,96 18,52 949 
by 18,1 30,8 124 14,8 7.2 60 11.2 
Wir sehen, daß zwar erhebliche Abweichungen vorkommen, und sie würden, wenn wir 
eine ähnliche Statistik für verschiedene Länder und Zeiten hätten, noch mehr hervor— 
treten; aber wir sehen andererseits doch, daß in der Regel die Witwen und Waisen, 
die alten Leute, die Gebrechlichen und Kranken das Gros der Armenunterstützten aus— 
machen, zu welchen zeitweise die Arbeitslosen kommen. Aus der bayrischen Statistik 
von 18891—-95 sehen wir, daß von 183 280 Unterstützten 112 641 dauernd und 70 639 
vorübergehend Bedachte sind, und daß von ersteren 59820 erwachsen, 52821 jugendliche 
waren. In England wurden im Laufe des Jahres 1892 1,57 Mill. Personen unter— 
stützt, O0,558 unter 16, 0,40 über 65, 0,62 16268 Jahre alt: also Kinder und Alte
	        

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