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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

799) Bedeutung der heutigen Feuerversicherung. Lebensversicherung. 341 
Der Rivalitätskampf zwischen den öffentlichen Feuerversicherungsanstalten mit und 
ohne Monopol und den Aktien- und Gegenseitigkeitsgefellschaften ist in Deutschland, 
Osterreich und anderen Ländern von größtem Interesse. Daß die Alktiengesellschaften 
auf das gering eingezahlte Kapital dabei 1860—1890 durchschnittlich 24 -2500 ver⸗ 
teilten, ist dabei nicht so ins Gewicht fallend, denn bei kleinem Kapital und großer 
Arbeitsaufwendung erscheint die Dividendenhöhe, wenn gut gewirtschaftet wird, stets 
relativ sehr hoch; schwerer wiegt es, daß die deutschen Aktiengesellschaften 1881 1890 
31,80/0, die Societäten 11,30/0 der jährlichen Beiträge für die Verwaltung verbrauchten. 
Jedenfalls ist sicher, daß man vielerorts mit den Societäten und am meisten da, wo 
sie ein Monopol haben, sehr zufrieden ist. Ebenso wird heute fast allgemein zugegeben, 
daß die Konkurrenz auf diesem Gebiete etwas gänzlich anderes ist als auf dem der 
gewöhnlichen Warenproduktion. Wir kommen auf diese allgemeinen Fragen zurück. 
Hier sei nur noch angemerkt, daß die Ausdehnung der Feuerversicherung und ihrer 
Wohlthaten in den Ländern außerhalb Westeuropas noch sehr verschieden ist. In 
Rußland z. B. rechnet man heute etwa 800 Mill. Rubel (ca. 632 Mill. Mark) jährliche 
Brandschäden, wovon nur 24,7 Mill. durch Versicherung gedeckt sein sollen. 
217. Das Lebensversicherungswesen. Die englischen Gesellschaften für 
Witwen- und Waisenversorgung sowie für Lebensversicherung begannen 
1696-1721 ihre Geschäfte; in Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten traten 
ahnliche Einrichtungen erst 1820 —1840 ins Leben und blieben bis 1850 in ihrer 
Wirksamkeit unbedeutend. Eine wirklich große Entwickelung trat überall erst 1370 - 1900 
ein und blieb bis jetzt, von kleinen Anfängen anderwärtis abgesehen, auf die reichen 
Staaten beschränkt. 
Das Geschäft wurde ursprünglich nur von Altiengesellschaften betrieben, in 
Deutschland dann zuerst, wie wir sahen, von soliden gemeinnützigen Gegenseitigkeits— 
zesellschaften. In England, Frankreich, den Vereinigten Staaten blieb es stets ganz 
überwiegend in Aktienhänden, wurde rein spekulativ kaufmännisch betrieben; auch in 
Deutschland traten seit 18801870 die Aktiengesellschaften mehr in den Vordergrund. 
Zu Staats- und Korporationsanstalten ist man vor 1880 —-1900 nur ganz beschränkt 
gekommen, es handelte sich um die Alterskassen in England und Frankreich, die den 
unteren Klassen dienen sollten, aber kaum benutzt wurden. 
Das Lebensversicherungsgeschäft stellte sich bis 1870 51880 wesentlich nur in den 
Dienst der mittleren und höheren Klassen. Es handelt sich darum, durch einmalige größere, 
meist aber durch wiederholte kleinere jährliche, vierteljährliche oder gar wöchentliche 
Einzahlungen an die Versicherungsgesellschaft sich ein Recht zu erwerben im Todesfall, 
in einem bestimmten Alter, für bestimmte Fälle des besonderen Bedarfs (Aussteuer, 
Erziehung, Unfall u. s. w.) eine einmalige größere oder mehrmalige kleinere Summen 
Renten, Witwen- und Waisenunterstützungen u. s. w.) zu erhalten. Die praktische 
Hauptsache blieb immer die Sicherung einer Summe für den Todesfall; alle anderen 
Verträge der Gesellschaften treten dagegen ganz zurück. Die Männer der Mittelklassen 
ohne erhebliches Vermögen, aber mit gutem Einkommen suchen so für Frauen und 
Kinder zu sorgen. Das Geschäft ist ein viel schwierigeres als das der Feuerversicherung. 
Die letztere braucht. im ganzen nur jährlich so viel Beiträge zu erheben, daß sie die 
Jahresschäden decken kann und einige Reserven für große Brandjahre erhält; die Lebens— 
derficherung muß für Jahrzehnte große Kapitalien durch ihre Prämien und Beiträge 
zusammenbringen, um die nach vielen Jahren fälligen Summen zu zahlen. Die Feuer— 
versicherung erhebt von Hunderttausenden Beiträge und hat jährlich nur 145200 der 
Beitragenden den Schaden zu vergüten; die Mehrzahl der Zahlenden erhält nie eine 
materielle Gegengabe; die Lebensversicherung auf den Todesfall hat allen, die die 
Prämien fortzahlen, die versicherten Summen zu zahlen; sie ist fuür jeden Einzahler 
eine Sparkafse mit Sparzwang; die Berechtigten erhalten nur die gleiche Summe, ob 
der Versicherte früh oder spät stirbt. Die Feuerversicherung kennt nach der Erfahrung 
der letzten Jahre die Zahl der Brände, die Höhe der zu zahlenden Brandschäden; darnach 
und nach der Zahl der Versicherten ist die Prämie unschwer abzustusen. Die Lebens,
	        

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