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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

346 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. 1804 
ihre Beamten- und Agentenscharen praktisch verfolgt. Die ideale, socialpolitische und 
principielle Bedeutung der Versicherung liegt darin, daß sie halb auf individualistischer, 
halb auf sympathisch-gemeinnütziger Grundlage ruht, die Solidarität und Vergesellschaftung 
steigert und doch unter Benutzung der genau beobachteten Erfahrung, der Gefahrengrößen 
Leistung und Gegenleistung berechnet. Sie will jedem das Seine nach Rechtsgrundfätzen 
geben und läßt doch den Glücklichen mithaften und zahlen für den Unglücklichen. Die 
Versicherung hat so eine rein privatrechtlich egoistisfche und eine human gemeinwirtschasft— 
liche Seite; für den Geschäftsmann ist das erstere, für den Socialpolitiker das letztere das 
anziehendere. In der Korporation und Gegenseitigkeitsgesellschaft wurde das eine, in der 
Aktiengesellschaft das andere mehr betont und ausgebildet. Ein gewisser Kampf zwischen 
diesen zwei Richtungen mußte naturgemäß die tastenden Versuche der. Ausbildung 
begleiten. 
Eine Reihe von weiteren Gegensätzen im Versicherungswesen kam zu 
diesen wichtigsten hinzu: nicht bloß die kaufmännische Behandlung des Geschäftes und die 
korporativ-genoffenschaftliche und bureaukratische bekämpfen sich, nein, ebenso die ganz 
freie Konkurrenz und die staatlich regulierte, beschränkte, kontrollierte; der Monopol— 
und Beitrittszwang und die freiwillige Teilnahme; die Anstalten des Staates und der 
Selbstverwaltung stehen den Aktien- und den freien Gegenseitigkeitsgesellschaften gegenüber; 
hier treffen wir eine Zusammenfassung der Geschäfte nach technischen Specialitaͤten und 
Berufen, dort nach geographischen Abteilungen; hier große Centralanstalten, die freilich 
der lokalen Vertretung nicht entbehren können, dort mehr lokale Betriebe, die aber 
auch wieder nach Vereinigung streben. Wir fügen über diese Prinecipienfragen der 
volkswirtschaftlichen Organisation, die auch im Arbeiterversicherungswesen eine sehr 
große Rolle spielen, nur noch ein paar Worte bei. 
Der kaufmännische Versicherungsbetrieb kann individualisieren, sich allen 
Verhältnissen anpassen; er hat die technische Ausbildung des Versicherungsgeschäftes am 
meisten gefördert, die Gefahr des Verlustes nötigte ihn zu möglichst richtiger Voraus— 
berechnung; sein Triebrad ist der Gewinn, den er für Aktionäre, Direktoren, Agenten 
herausschlagen will; die Konkurrenz hat ihn aber auch zu Mißbräuchen aller Art, zu 
Verschleierungen, ja zu Betrug veranlaßt; all' das konnte so leicht sich einstellen, weil 
die Versicherten kaum irgendwo das komplizierte Geschäft, das Pari von Leistung und 
Gegenleistung übersehen und durchschauen können. 
Der Beamtenbetrieb, wie ihn Staat, Korporation, Genossenschaft, Gegenseitigkeits— 
gesellschaft führen müssen, entbehrt der egoistischen Erwerbsabsicht; er will gemeinnützig 
chätig sein und wirkt so auch, so weit er ausgezeichnete, ehrliche Beamte hat; in dem 
Maße, wie er solcher entbehrt, wird er träge, schablonenhaft, teuer, verschließt sich dem 
Fortschritt; die Rückwirkung der Versicherten, der öffentlichen Vertretungen auf diese 
Anstalten fehlt ja nie ganz; aber es fragt sich, wie sachverständig und energisch sie ist. 
Die Monopolanstalt hat den Vorzug, ohne Konkurrenzkampf und ohne große 
Konkurrenzkosten rasch zu Erfolgen zu kommen; hat sie gar das Zwangsrecht zur Teil— 
nahme, so kann sie billig arbeiten, und der Zweck der Versicherung wird sicher und 
allgemein erreicht. Die freie Versicherungsanstalt ohne Monopol und Zwang dringt 
viel langsamer vor, hat teure Konkurrenzkosten, aber ihre Teilnehmer sind überzeugte 
Anhänger, nicht widerwillig gezwungene; wer bei ihr versichert, ist in seinen Motiven, 
ist wirtschaftlich ein anderer geworden. Konkurrierende freie Anstalten sind immer 
gezwungen, durch Fortschritte, durch Entgegenkommen die Versicherten zu gewinnen. 
Je größer die Gesahren einer Versicherung sind, je ungleichartiger die Risiken, 
desto erwunschter sfind Anstalten mit einer sehr großen Zahl Versicherter und großer 
geographischer Ausdehnung; aber je größer sie sind, desto höher sind auch die 
Kosten, zumal bei sehr zerstreutem Wohnen der Verficherten. Wenn 25—350 Anstalten 
nebeneinander ihre Agenten an jedem größeren Orte haben, so liegt die Frage sehr 
nahe, wozu dieser große Apparat; er ließe sich, wenn das Geschäft in derselben Hand 
wpäre, auf ein Zehntel der Personen und Koften beschränken. Kleinere, mehr lokale 
Versicherungsvereine haben den Vorzug, mit einfachster billigster Organisation, gestützt
	        

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