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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

354 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. —[1812 
englischen Schriftsteller, welche neuerdings für 60-, 70- oder 78jährige Unbemittelte 
Altersrenten projektierten, kommen mit 65 Jahren schon zu 200 Mill. Mk. jährlichen 
Kosten, bei früher einsetzenden Renten sogar zu jährlich 400 Mill. 
Außerdem sind hier kleine örtliche Kassen nicht ausreichend wie bei der Kranken⸗ 
verficherung; nur in großen Verbänden gleicht sich der Zufall aus; nur solche können 
jür Jahrzehnte die enormen Kapitalbestände ansammeln, wie sie nötig sind, um Tausende 
von Rentenzahlungen für Jahrzehnte sicher zu stellen. Die richtige Berechnung der 
Beiträge im Verhältnis zu den Renten und der sie sicherstellenden Kapitalien bot sehr 
große Schwierigkeiten —, man brauchte dazu Absterbetafeln und Invalidentafeln, die den 
konkreten Verhältnissen der Arbeiterklasse entsprechen. Waren schon die statistischen 
Grundlagen der Erkrankungshäufigkeit, auf denen die Krankenkassen, wenn sie sicher 
arbeiten sollten, sich aufbauen mußten, schwer zu beschaffen — in England hat man erst 
seit 1880 brauchbare —, so konnte man sie doch für die Krankenkassen eher entbehren; man 
kam in Kassen mit gesichertem Mitgliederbestand aus, wenn man jährlich soviel ein— 
legte, wie man im Jahre brauchte und wie genügte, eine 2—3jährige Jahresausgabe 
als Reserve zu fammeln. Auch die deutsche Unfallversicherung begnügte sich mit einer 
Umlage des Jahresbedarss und der Ansammlung stärkerer Reserven. Für die Alters— 
und Invalidenversicherung aber muß man das versicherungstechnisch vollendete Verfahren 
einschlagen, das Prämiendeckungsverfahren, das so viel für jeden Versicherten erhebt, 
daß die für ihn gemachten Einzahlungen stets der Wahrscheinlichkeit seiner Invalidität 
entsprechen. Die ersten halbwegs für sie brauchbaren Beobachtungen stammen in Deutsch— 
land aus der Zeit 1869— 1886, und sie waren doch noch so unsicher, daß nur mit sehr 
hohen Zuschlägen ihre mathematische Benutzung möglich schien. Nach den damaligen 
Erfahrungen rechnete man auf jährlich 148838 Invaliden in, Deutschland, nach den 
rektifizierten von 1898 sind es 88626. Daher jetzt die großen Überschüsse. Hätte man 
sich nach der entgegengesetzten Seite geirrt, so wären ungeheure Deficits vorhanden. Die 
ungewöhnliche Schwierigkeit der wirtschaftlichen Sicherstellung großer Alters- und In— 
validenkassen springt hiemit klar ins Auge. 
) Die Witwen⸗- und Waisenversicherung ist die notwendige Ergänzung der In— 
oalidenversicherung. Nur selten kann eine alleinstehende Frau ohne Besitz für fich und 
mehrere Kinder sorgen; geht sie den ganzen Tag auf Arbeit, so muß sie ihre Kinder ver— 
nachläfsigen; auch wenn sie etwas verdient, muß sie einen Zuschuß haben, den oft Ver— 
wandte oder zuletzt die Armenkasse geben, der ihr aber viel besser in der Form der Ver— 
sicherung einer Rente verschafft wird. Die Schwierigkeiten der Durchführung sind auch 
hier die gleichen wie bei der Invalidenversicherung: der Verdienst ist in guten Tagen 
ohnedies meist nicht so groß, daß viel an Beiträgen dieser Art gezahlt werden kann. In 
den Knappschafts- und Eisenbahnkassen und in den Pensionskassen großer Werke ist 
freilich auch schon lange für die Witwen und Waisen einer kleinen Elite der Arbeiter 
gesorgt. Große Stiftungen und Zuschüsse der Werke haben das bei mäßigen Beiträgen 
auch ohne streng versicherungstechnische Grundlagen ermöglicht. Eme allgemeine Durch— 
führung hat man in Deutschland bis jetzt für unmöglich gehalten. Die Grundzüge der 
deutschen Invalidenversicherung von 1887 nahmen die Kosten auf jährlich 11912/4 Mill. Mk. 
an, was neben den jetzigen Kosten für die Invaliden von 156 Mill. zunächst nicht auf— 
zubringen sei. Auf denselben Boden stellte sich die Reform von 1899 mit der Berufung 
auf den noch zu geringen Wohlstand des Landes. Der Grund dürfte bei der guten Lage 
der Invalidenanstalten kaum triftig sein. Der Seeberufsgenossenschaft hat man zu ihrer 
Unfall- auch die Invalidenversicherung im Gesetz vom 13. Juli 1899 (8 11) übergeben 
unter der Bedingung, daß sie auch eine Witwen- und Waisenversicherung einrichte. 
Die nächste Zeit wird in Deutschland und anderwärts diesen Teil der Arbeiterversicherung 
gewiß zur Durchführung bringen. 
220. Die Durchführung der Arbeiterversicherung im allgemeinen 
und speciell in England und Frankreich. Nach diesen Bemerkungen über die 
Hauptarten der neuen Arbeiterversicherung und über die Voraussetzungen ihrer Entstehung 
fragen wir nach den lebendigen Kräften, die sie ins Leben riefen, und der Arl
	        

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