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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

358 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. —[1816 
die sammelnden Sterbekassen auf 5,8, aber doch auf 3—4 Mill. Mitglieder gebracht; 
14 der größten Orden hatten 1899 etwas über 2 Mill. Mitglieder und über 20 Mill. J 
Vermögen, während die Sterbekassen auf ihre 5,6 Mill. nur 4,8 Mill. & besaßen. 
Von den 1899 gezählten 29900 Kassen werden wohl 26 000 oder mehr Lokalabteilungen 
der großen Orden sein. Daß diese von 18340 -1900 verstanden, immer mehr kleine, 
schlecht verwaltete Lokalkassen sich anzugliedern, ist vielleicht die wichtigste Thatsache 
der Reform; die früher selbständigen Lokalkassen behielten ihre kräftige, persönliche Ver— 
bindung, ihre Feste, auch den größten Teil ihrer Finanzen; sie fügten sich schwer und 
langsam der Reform, die von den Centralorganen der Orden ausging; aber gerade 
in der Reibung und dem Zusammenwirken der lokalen und centralen Organe liegt das 
heilsame Leben dieser sich immer mehr ausdehnenden Vereine, deren größte jetzt 
3—-800 000 Mitglieder und Vermögen von 6—28 Mill. Æ(128 -1683 Mill. Mk.) haben. 
Ihre Mitglieder gehören freilich ebenso wie der Elite der Industriearbeiter, so dem kleinen 
Mittelstande an; Kleinhändler und Handlungsgehülfen, Handwerker, hochbezahlte Dienst⸗ 
boten sind zahlreich bei ihnen; vornehme Aristokraten und Minister trifft man in ihren Listen. 
Der Geist, der sie beseelt, ist ein religiös-geselligehumanitärer; fie feiern Feste und Um— 
züge, halten an jedem Sonntag in der Loge erbauliche Vorträge, haben geheime Zeichen 
und Würden nach dem Vorbilde der Freimaurer. Die einzelne Loge, mit 80 —150 Mit—⸗ 
gliedern, besorgt selbständig das Krankenkassenwesen; 10—-20 Logen zusammen bilden 
einen Distrikt, der in der Hauptsache jetzt das Begräbnisgeldwesen an sich gezogen hat; 
an der Spitze steht die Centralleitung, d. h. eine jährlich an anderem Ort tagende 
Delegiertenversammlung und der dauernde, von ihr gewählte Exekutivausschuß; letzterer 
hat in den großen Orden die Altersversicherung und eine Anzahl besonderer Fonds zur 
Unterstützung verschiedener Zwecke in Händen. Das Geheimnis der Blüte der Orden 
liegt darin, daß die besten Mitglieder in einer Hierarchie von Ehrenämtern empor— 
steigen und neben sich das gut bezahlte Beamt entum der Sekretäre haben, welche teil— 
weise zu den besten mathematischen Versicher ungstechnikern Englands gehören; so hat 
die Verwaltung eine demokratische Basis in der Loge, aber zugleich eine aristokratisch— 
bureaukratische Spitze, welche auf Centralisation, Freizügigkeit zwischen den Logen, 
strenge Deckung der Verbindlichkeiten, solide Geschäftsführung immer mehr hinarbeitet. 
Die Orden haben durch ihre eigentümliche Organisation das Problem gelöst, eine 
Summe kleiner Lokalvereine, wie sie zur Erzeugung des genossenschaftlichen Geistes und 
zur Krankenkontrolle nötig sind, zusammenzufassen zu ganz großen Kassen; und solche 
sind für die finanzielle Leistungsfähigkeit und die anderen Ziele der Arbeiterversicherung er— 
wünscht. Wir haben in Deutschland teils zu kleine leistungsunfähige Krankenkassen, leils 
zu große finanziell gut fituierte, die aber des genossenschaftlichen Zusammenhanges ent— 
behren. Die größeren Orden sind eine der wichtigsten Schulen Englands für Gesittung, 
Sparsamkeit, Vorausficht und Geschäftskenntnis; das kirchliche, politische und sociale 
Parteiwesen ist aus den Orden verbannt. Alle Berufe sind in ihnen nebeneinander 
vertreten. 
Im Gegensatz hierzu steht das Hülfskassenwesen der Gewerkvereine und die 
zroßen Hülfskassen der Bergarbeiter und Lokomotivführer, welche nur Berufsgenossen auf⸗— 
nehmen und unterstützen. Die Kassen der älteren Gewerkvereine mit gelernten Arbeitern 
haben keine besonderen Fonds für die Arbeitslosen- Wander-, Kranken- und Sterbegeld— 
unterstützung, für die Alters- und Invalidenpensionen und besonderen außerordentlichen 
Hülfen, die sie bewilligen; sie betreiben die Unterstützung nicht versicherungstechnisch, 
sondern verlassen sich auf ihre Sitte, leere Kassen durch erhöhte Umlagen wieder zu 
füllen, und sind damit ausgekommen. Der einzelne Arbeiter hat in ihnen keinen festen 
Rechtsanspruch auf irgend eine Unterstützung; wird er ausgestoßen, so erhält er nichts, 
auch wenn er jahrzehntelang wöchentlich seine Beiträge gezahlt hat. Aber praktisch 
wirken die Gewerkvereine wie die Hülfskafsen. Die 100 größten Gewerkvereine mit etwas 
über 1 Mill. Arbeitern gaben 1802--1900 183,8 Mill. 4 (276 Mill. Mk.), darunter 
2200 für Arbeitslose, 17,40/0 für Kranke, 9,600 für Allersrente, 11,80/0 für Sterbe— 
geld und andere ähnliche Zwecke, zusammen 60,30/0 jür Hülfszwecke (etwa 162 Mils. Mk.,
	        

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