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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

360 Drittes Buch. Der gefellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. —[(1818 
—0 praktisches Resultat. Erst ein 
Reformgesetz von 1882 faßte die zu versichernden Summen undb das Verfahren dieser 
staatlichen Altersversicherung so, daß die Wohlthat den Arbeitern zugänglich wurde. 
Von 1880 beginnen die ernsteren Reformanläufe für Alters- und Unfallversicherung, 
worauf wir später kommen. 
Während die Entwickelung in den Vereinigten Staaten und den englischen 
Kolonien eine ähnliche war wie in England, ist sie in Frankreich und den angrenzenden 
romanischen Ländern eine wesentlich andere gewesen. 
In Frankreich bestanden bis 1788 zahlreiche katholische und protestantische 
Hülfskassen bei Bruderschaften, Zünften, Vereinen, die in althergebrachter Weise allerlei 
Anterstützungen, aber ohne Rechtsverbindlichkeit, gaben. Die Revolutionsgesetze ver— 
nichteten fie oder ihr offenes Beftehen, der Napoleonische Polizeistaat fürchtete alle der— 
artigen Vereine als Koalitionsansätze. Doch duldete man sie nach und nach wieder, 
zumal wenn sie Leute der verschiedensten Berufe aufnahmen; besonders 1830 —48 vermehrten 
sich diese Hülfskassenvereine (societes de secours mutuels), am meisten in den Fabrik— 
zegenden; das Sparkassengesetz von 1848 gestattete ihnen, Einlagen in die Sparkassen zu 
machen, das hatten 1847 2056 im Betrag von 8,7 Mill. Fr. gethan. Die Frage der 
Altersrenten- und der Hülfskassen wurde 18347 1850 im Parlament und sonst ernstlich 
diskutiert. Das Gesetz vom 185. Juli 1850 und die folgenden kaiferlichen Dekrete be— 
schränken die Hülfskassen in der Hauptsache auf Krankenunterstützung und Begräbnisgeld, 
suchen sie durch zahlreiche Patrone, Vorsitz des Maires, lokal Beschränkung und 
allerlei polizeiliche Kontrollen fowie durch Staatszuschüsse, wenn sie gewisse Bedingungen 
erfüllen, in politisch ungefährliche, versicherungstechnisch gut verwaltete Organe zu ver— 
wandeln. Der ganze Hochdruck der Staatsmaschine und der Kirche förderte die Be— 
wegung, die bis Ende der 60er Jahre, bis die Syndikatsbestrebungen stärker wurden, 
zuch einen Teil der Arbeiter leidlich befriedigte. Im Jahre 1871 bestanden 5787 
Vereine (davon 42683 genehmigte, privilegierte) mit 791 901 Mitgliedern, wovon etwa 
100 000 Ehrenmitglieder waren, die zahlen, aber nichts fordern.Daneben hatte man, 
im Anschluß an die viel weitergehenden Pläne auf Staatshülse des Jahres 1848, 
18. Januar 1850 eine vom Staat verwaltete Altersrentenkasse geschaffen, in welche jeder 
Bürger, jedes Mitglied einer Hülfskasse sich einkaufen konnte, in die aber hauptsächlich 
die Hülfskassen Einzahlungen für ihre Mitglieder im ganzen machten und dafür erheb⸗ 
liche Staatszuschüsse erhielten. Die Rentenbezieher waͤren bis Eude 1872 auf 29383 
mit 6—7 Mill. Fr. Rente) gestiegen. Daneben verteilten auch noch viele Hülfskafsen 
direkt, je nach ihren Überschüssen, Ältersrenten an alle Mitglieder. Ich füge gleich bei, 
daß Ende 1896 die Zahl der Rentner, die Renten von der Alterskasse bezogen, auf 
208 241 mit 38,8 Mill. Fr. gestiegen war, daß aber unter 1,29 Mill. Rentenbeziehern 
don 18521896 nicht ganz eine halbe Million Arbeiter waren, die übrigen aus kleinen 
Rentiers, Beamten, Eisenbahn- und Chausseebediensteten, Handwerkern u. s. w. bestanden. 
Die ebenfalls für die Arbeiter bestimmte staatliche Lebens— und Unfallversicherungskasse 
(1868 gegründet) blieb noch bedeutungsloser; sie hatte 1868 —-1896 es auf 2571 Einzel— 
und 1647 Sammellebensversicherungen mit ein paar Mill. Fr. Kapital und auf jährlich 
ztwa 1416 gegen Unfall versicherte Personen gebracht (1868); bis Ende 18906 waren 
im ganzen 869 654 verfsichert worden. 
Die Republik hat die polizeiliche Einschränkung der societs de secours mutuels 
eit 1870 etwas ermäßigt, sie aber erst nach langen, 17 jährigen parlamentarischen 
Kämpfen 1. April 1898 unter ein liberales Gesetz gestellt, das ihnen eine Ausdehnung 
ihrer Zwecke und die Bildung von Unionen gestattet, aber ihre Versicherungstechnit 
aicht auf ganz befriedigenden Boden stellt. Das wachsende praktische Bedürfnis hatte 
ie 1875 1900 wesentuch vermehrt; es bestanden in den letzten Jahren zwar ca. 
12000 Kassen, ihre Mitglieder werden aber auf nur 1,6—2,8 Mill. (letztere Zahl nach 
Cheysson) angegeben; darunter 250000 Ehrenmitglieder, 550 000, welche prosessionelle 
Vereine bilden, 200 000 kleine Unternehmer, 200000 Beamte, im ganzen 6—700 000 
gewerbliche Lohnarbeiter, 22300 000 Angestellte aller Art. Das Vermögen war 1886
	        

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