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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

14 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. —[1872 
zilt dies von manchen frei gewillkürten, wie von vielen staatlich eingesetzten Organen. 
Zu den ersteren zählen die Einrichtungen mehrerer größerer englischen und amerika— 
nischen Industrien, die des deutschen Buchdruckes u. s. w. Die erwähnten Abmachungen 
der nordamerikanischen Maschinenindustrie vom 17. März und 16. November 1900, 
wobei 3 Milliarden Dollars Kapital und 100 000 Arbeiter paktierten, sieht erst lokale, 
dann nationale Entscheidungen vor. In den australischen Gesetzen sind Distriktshöfe für 
die Einigung, ein Centralhof für das Schiedsverfahren eingeführt. Der Plan des 
englischen Handelsministers Ritschie vom Februar 1899, der am Widerspruch des parla— 
mentarischen Unternehmerausschusses zunächst scheiterte, aber von der Iron Trade Asso- 
ziation gebilligt wurde, sieht ebenfalls einen Centralschiedsgerichtshof für alle Gewerbe vor. 
überall ist das Motiv dasselbe: für solche centrale Instaͤnzen sind als Vorsitzende und 
Beisitzer die ersten Persönlichlkeiten des Landes zu gewinnen, wie in den Vereinigten 
Staaten jetzt eben Präsident Roosevelt selbst eingriff. Die lokalen Leidenschaften, die 
Erinnerung an die Kämpfe müssen in dem Schiedsspruch und seiner Vorbereitung gar 
teine Rolle spielen. 
3. Die Grundfätze für Einigung und Schiedsspruch müssen stets gewonnen werden 
aus der zuverlässigen Prüfung der wirtschaftlichen Thatsachen, des Angebotes 
und der Nachfrage, der Stärke und der Mittel der Organisationen, der augenblicklichen 
dage und Konkurrenzfähigkeit des Gewerbes, der Möglichkeit des Ersatzes der Arbeiter 
u. s. w. Die Friedensstiftung ist stets um so leichter, je mehr sich Angebot und 
Rachfrage die Wage halten, je gleicher die beiderseitige Macht ist. Weichen sie von 
einander ab, aber nicht allzu stark, so ist immer noch die Einigung möglich, so 
lange ein Nachgeben von der einen oder anderen Seite erzielt wird. Wo die Unter—⸗ 
nehmer ein Monopol oder von auswärtiger Konkurrenz wenig zu fürchten haben, ist 
die Einigung deswegen leichter, weil sie Konzefsionen an die Arbeiter ohne Schwierig⸗ 
keit auf die Preise schlagen können. Ist das nicht der Fall, wie in den Stapel⸗ 
industrien des Weltmarktes, so müssen die Arbeiter lernen, daß sie während der 
Baissekonjunktur nachgeben, Opfer bringen müssen. Die Erhaltung der Konkurrenz— 
ähigkeit, der technische und Betriebsfortschritt der Industrie muß auch für fie das 
oberste Gebot werden. Ist durch große Marktveränderungen die Macht zeitweise für 
die Arbeitgeber, zeitweise für die Arbeiter über alle gewöhnlichen Verhältnisse gesteigert, 
jo wird leicht die Einigung mißlingen: die auf ihr augenblickliches Übergewicht Pochen— 
den fordern zu viel. Die erziehende Macht der Verhandlungen wird aber auch hier 
nach und nach mäßigend wirken. 
Wo man um Zahlen streitet, um bloße Erhöhung und Erniedrigung des Lohnes 
und der Arbeitszeit, ist zuletzt die Einigung für vernünftige Menschen nie so schwierig, 
wie wenn man um Einrichtungen und Principien kämpft. Das erstere ist z. B. auch 
der Fall in Bezug auf den Aus- und Einfahrtdienst im Bergwerk, auf die erlaubte 
Lehrlingszahl; das letztere, wenn man um Tag- oder Stücklohn, um Gruppenakkord, 
um die ganzen Gründe für die Lohnbestimmung streitet. Mit Recht weisen die Webbs 
nach, daß alle Schiedsgerichtsentscheidungen in England da leicht waren und sich leicht 
Anerkennung verschafften, wo Unternehmer und Arbeiter zu demselben Princip fich be— 
kannten, z. B. zu dem, die Löhne sollten nach den Verkaufspreisen der Kohle, des 
Eisens u. s. w. schwanken, daß sie aber schwierig wurden, sobald entgegenstehende Prin— 
ripien (z. B. ob Lohn nach den Verkaufspreisen oder Forderung auskömmlicher Löhne zum 
deben), einander gegenüber standen. Alle diese Fragen münden zuletzt in die Gerechtig— 
deitsgefühle und -vorstellungen, welche die Menschen stets mit besonderer Kraft erfassen. 
Diese und die ganzen sittlichen Ideale, welche bei allen Einigungs- und Schiedsverfahren 
den Hintergrund bilden, müssen in jedem Gewerbe, in jedem Lande sich zuletzt zu einer 
zewissen Einheit in dem Kreise der Beteiligten durchringen; dann ist die Einigung 
wieder möglich, dann werden die entiprechenden Schiebssprüche wieder ohne Schwierig 
leit ertragen. 
Der schärfste Gegensatz zeigt sich meist noch, heute wenn die Arbeitervertreter im 
Interesse der Lohnhöhe oder der sonstigen Arbeitsbedingungen verlangen, über die
	        

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