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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

452 Drittes Buch. Der gefellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [910 
Der Prophet Jesaia ruft wehe „über die, welche ein Haus an das andere ziehen 
und einen Acker zum andern bringen, bis daß kein Raum mehr da sei, daß sie allein 
das Land besitzen“. Und der Prophet Micha sagt von den Reichen, „sie reißen zu sich 
Acker und nehmen Häufer, alfo treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und mit eines 
jeden Erbe“. Von den 9000 Spartiatenackerlosen war die Mehrzahl später verschwunden, 
Aristoteles zählt noch 1000 spartiatische große Grundbesitzer; 125 Jahre später soll es 
nur noch 100 gegeben haben. Die Frage der Ackerneuverteilung zu Gunsten der Armeren 
und die Schuldentilgung ist in Griechenland der Kern der socialen Politik und der 
furchtbaren socialen Kämpfe. Demosthenes klagt, daß die Reichen zu viele Grundstücke 
kaufen, früher habe der reichste Mann über 100 Talente (etwa!/2 Mill. Mk.), jetzt über 
600 verfügt. Das Verschwinden des Mittelstandes, des kleinen Bauernstandes ist die 
große Klage der Zeit auch in Italien. Etwa 100 Jahre v. Chr. sagt schon ein Sach— 
kenner, es gebe nur noch 2000 Männer in Rom, qui rem haberent, die Vermögen 
hätten. Crassus wird auf 89 Mill. Mk. heutigen Geldes, Seneca auf 80 geschätzt. 
Plinius berichtet, daß sechs Herren die halbe Provinz Afrika besaßen, deshalb von Nero 
getötet wurden. Latifundia perdidere Romam. 
Im älteren Mittelalter kommen frühe Tausende von Hufen in den Besitz der 
Könige, der Kirche, der Grundherren; aber es ist ein Obereigentum, das mehr politisch— 
verwaltungsrechtliche Bedeutung hat als wirtschaftliche im Sinne sehr großen Privat— 
vermögens. Die festen Abgaben setzen dem zu 95 0/0 als Streubesitz und Untereigentum 
an Ritter, Bauern, Stadtbürger ausgegebenen Großgrundbesitz eine ziemlich enge 
Nutzungsgrenze. Im späteren Mittelalter sind es zuerst Italien und Spanien, welche 
wieder die großen Vermögensanhäufungen zeigen; die Landteilungen und Güterkonfis— 
kationen spielen nicht die Rolle wie im Altertum. Aber demokratische Besteuerungen 
bis zur Vermögensvernichtung waren in Florenz an der Tagesordnung. Das städtische 
Grundeigentum, das kaufmännische Kapital, die Bergwerke halten dem Landbesitz teilweise 
schon 1400 — 1600 die Wage. Einzelne Päpste hinterließen Schätze von 0,7 —1 Mill. 
Goldgulden (à 9— 10 Mk.), Lorenzo Medici (1440) ein Vermögen von 285 187 Goldgulden, 
der Bankier Chigi in Rom (1520) 800 000 Dukaten; Julius II besaß einen Schatz von 
700 000. In Spanien besaßen nach Philippson im 16. Jahrhundert 1085 geistliche 
und weltliche Herren den größten Teil des Landes; die Reichsten hatten Jahresrenten 
von 100 000 — 180 000 Dukaten, während Karl V. über 4,5 Mill. Dukaten verfügt 
haben soll; im 17. Jahrhundert gehörte Andalusien 5 Herren. 
Langsamer bildeten sich die großen Vermögen in Mittel- und Nordeuropa. Aber 
immer häuften sich die Besitzungen der Fürsten, der Großbankiers, des Grundadels von 
1400 -1800 sehr, während bereits gewisse Schichten der mittleren und unteren Klafsen 
thren Besitz ganz oder teilweise verloren. Die drei größten englischen Grundherren 
haben nach Macaulay 1690 Renten von 20000 — 60000 Pfd. Sterling; die übrigen 
schätzt Gregory King auf 8300—4000 Pfd. Sterling jährlicher Einnahmen. Er giebt 
160 weltlichen Lords eine Durchschnittsrente von 2800 Pfd. Sterling, den 800 Baronets 
eine solche von 800 Pfd. Sterling; diese Zahlen deuten auf Vermögen von 0,82-24 Mill. 
heutige Mark. Deutsche Kaufleute von 50 000 -500 000 Gulden (à 83-6 Mk.) kommen 
im 16. Jahrhundert in Augsburg, Nuürnberg und ähnlichen Städten vor; ja die zwei 
Fugger hinterließen 1571 7 Mill. Gulden. In Basel gab es im 15. Jahrhundert 
freilich nur 80—120 Personen mit über 2000 Gulden Vermögen, die reichsten hatten 
12 000- 18 000. Durer hinterließ ein solches von 6848. Im ganzen überwog ein 
mittlerer Besitz, an dem auch die Handwerker teilnahmen. Die Geschlechter waren 
ebenso durch ihren Hufen- und Rentenbesitz wie durch ihr bewegliches Kapital und 
ihren Handelsbesitz wohlhabend. Ich führe einige Vermögenszahlen nach Bücher und 
Schönberg an:
	        

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