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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

9111] 
453 
Es besaßen 1495 in Frankfurt a. Main: Es besaßen in Basel 1475 1476: 
Geschichte der Vermögensverteilung. 
d/0 der Gesamt⸗ 0/o0 der o/0 der 
bevölkerung Handwerker Steuernden 
Unter 20 Goldgulden 45,7 32,7 Bis 30 Goldgulden 44,4 
20 200 7 35,0 45,1 30 - 200 7 305 
200 - 2000 142 220 200 -2000 20,9 
über 2000 5,1 1.0 über 2000 5 4,3 
Bücher fieht das Charakteristische dieser Zahlen in dem Überwiegen der kleinen 
Vermögen, in der geringen Zahl der Armen und der ganz großen Besitzer und die 
Ursache dieser Zustände in dem auf die Unfreiheit des plaͤtten Landes sich aufbauenden 
städtischen Wohlstand, in der Stadt- und Zunftverfassung, in der noch vorhandenen 
agrarischen Eigenwirtschaft der meisten Staͤdter. Ob in Frankreich das Vermögen 
damals schon mehr differenziert war, ist mir zweifelhaft; immer hatte der große 
französische Kaufherr und Reeder Jaques Coeur schon 1440 etwa ein Vermögen von 
10,78 Mill. heutigen Francs (Pigeonneau) und Mazarin soll 40 —60 Mill vivres 
(Fouquet) hinterlassen haben. In den Niederlanden dürfte die Vermögensungleichheit 
ähnlich wie in Italien vom 15. — 18. Jahrhundert gewachsen sein. Ich habe einige 
Tabellen, welche die Vermögens- und Einkommensverteilung von deutschen Städten von 
1406 -1600 und von England im Jahre 1688 mit dem 19. Jahrhundert vergleichen, 
zusammengestellt; nach ihnen ist der Unterschied nicht so sehr groß. Aber diese Zahlen 
beweisen nicht allgemein. 
In den letzten 200 Jahren wird im ganzen doch der Vermö gensunterschied gegen— 
über den vorhergehenden Jahrhunderten erheblich gewachsen sein (vgl. oben 8 3229 
S. 422 ff.): Die enormen lechnischen und Betriebsfortschritte, die freiere Konkurrenz, der 
stärkere Daseinskampf, der Sieg der Geldwirtschaft, das Verschwinden der agrarischen Eigen— 
wirtschaft für die kleinen Leute verursachte die Anderung: breite Schichten und Klassen 
ohne oder mit geringem Vermögen enistanden; die führenden Schichten hatten ganz 
andere Erwerbsmoͤglichkeit; ihnen fielen auch die enormeu Grundrentensteigerungen und 
Konjunkturengewinne am meisten zu. Immer ist das Refultat ein gänzlich verschiedenes 
in den einzelnen Ländern und Gegenden. 
Alle Kenner sind einig, daß kein Land eine solche Plutokratie habe wie die Ver— 
einigten Staaten: nach Holmes sollten 18900 4047 Millionäre 20 6/0 bes ganzen Reich⸗ 
tums der Union besitzen; nach einer Schätzung, die Fopille mitteilt, 17 000 Familien 
die Hälfte desselben. Ahnliches in Bezug auf England deutet die Rechnung desselben 
Gewahrsmannes an, welche 11500 Famdien die Hälfte alles Vermögens giebt; nahe 
kommt dem die holländische Schätzung, die 28000 Familien als die Inhaber der Hälfte 
allen Vermögens über 18 000 fl. ansetzt. Für Preußen und Deutschland kann man 
nach der preußischen Vermögenssteuer annehmen, daß erst die viel größeren Zahlen von 
100000 resp. 170000 Familien die Hälfte des ganzen Privatvermogens (nicht bloß 
des über 60090 Mk. betragenden) besitzen. Millionäre von 400 bis über 1000 Mill. Mk. 
zählen die Vereinigten Staaten schon viele, das alte Europa doch nur wenige: z. B. hinter— 
ließ James Rothschild 1867 640 Mill. Mk. in Preußen besaßen 1899 erst 19 Privat- 
personen zusammen eine Milliarde, erst 38 die zweite und 93 die dritte; 1899 —1902 
stand nur eine Person in der statistischen Spalte „über 80 Mill.“ ; sie besaß wohl 
200-300 Mill. Die furstlichen Vermögen sind in unserer Statistik nicht einbegriffen. 
Besonders lehrreich fuür den Umfang des Vermögensbesitzes in den mittleren 
socialen Schichten in Deutschland sind die Resultate der neuen preußischen Vermögens⸗ 
steuer, wie sie Evert bearbeitet hat. Die Steuer erfaßte 1899 1,22 Mill. Cenfiten mit 
über 6000 Mk. Vermögen, sie machten mit ihren Angehörigen 4,56 Mill. Personen 
oder 13,88 00 der Bevölkerung aus. Da aber noch mindestens 1 gill. (Censiten und 
Angehbrige) über 6000 Mt. deklarierten, jedoch von der Steuer befreit wurden, so ist 
die wirkliche Zahl der Besitzenden viel größer, ganz abgefehen davon, daß wahrscheinlich 
1—2 Mill. 6060 Mk. haͤtten und nicht deklarierten, und einige weitere Millionen
	        

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