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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

500 Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen. [1958 
Klassenordnung wird als gottgewolltes Schickfal ertragen; die Vorstellung der Gleichheit, 
ja der Zufammengehörigkeit, fehlt, wie das in späterer Zeit vorhandene Ehrgefühl und 
Klassenbewußtsein der Unterdrückten. Vor allem die indischen Zustände sind ein Bei— 
spiel hierfür. Die unteren Klassen haben, wo ein solcher Zustand sich fixiert hatte, 
oft lange Zeiten hindurch sogar mit Liebe und Treue an ihren Herren gehangen. Unter 
dieser Voraussetzung hat Tarde recht, daß große sociale Ungleichheiten leichter ertragen 
werden als kleine. Die abnehmende Ungleichheit und ihre schwierige Erträglichkeit tritt 
eben erst ein, wo eine Annäherung und Blutsmischung stattgefunden hat, wo eine 
andere psychologische Ideenwelt über gesellschaftliche Beziehungen, über Pflichten der 
Herrschenden, über die Grenze der Lasten der Beherrschten entstanden ist. 
Wir halten uns bei dieser älteren Art roher Klassengegenfätze nicht auf. Wir 
wissen auch über die historische fociale Geschichte der älteren asiatischen Völker, ja sogar 
Agyptens, der älteren Indogermanen zu wenig Gesichertes. Auch die der heutigen 
Natur- und Halbkulturvölker erschließen sich uns erst jetzt nach und nach, und ihre Ver— 
gleichbarkeit mit den historischen Völkern bleibt immer etwas problematisch. Wir 
begnügen uns zunächst mit dem Versuch, das Nötigste über die Klassengeschichte der 
Griechen und Römer, sowie der späteren Völker Mittel- und Westeuropas zu sagen. 
246. Die griechischen Klassengegenfätze und Klassenkämpfe. Über 
die socialen Verhältnisse der ältesten griechisschen Zeit und des mykenischen Reiches mit 
seinem Großkönigtum wissen wir nur, daß diese der pharaonischen entsprechende Monarchie 
über fronpflichtige Bauern gebot, daß sie auf dem Eindringen ägyptisch-phönizischer 
Kulturelemente beruhte; wahrscheinlich haben die Herrscher den Handel zur See und 
mit der Fremde für sich monopolisiert und haben sich auf eine feudale Berufskrieger— 
schaft, die sich in und um ihre großen Burgen sammelte, gestützt. Man nimmt an, 
die asiatische Wagenkampftechnik habe diese Kriegerschaft erzeugt, und aus ihr sei der 
spätere kriegerische Adel hervorgegangen (Max Weber). 
Nachher im griechischen Mittelalter (1000 —700 v. Chr.) sehen wir die griechischen 
Stämme, die eben noch große Wanderungen und Schiebungen durchgemacht hatten, 
ähnlich wie die germanischen Stämme nach der Völkerwanderung, definitiv seßhaft werden; 
sie haben zunächst noch die Gliederung in Phylen und Phratrien, d. h. in Geschlechts 
und Blutsgenossenschaften; sociale Gleichheit herrscht noch vielfach vor, bei den Dorern 
noch im 7. Jahrhundert, als sie dem spartanischen Staate seine definitive Kriegs— und 
politische Verfassung geben. Mit der Seßhaftigkeit fallen die größeren Stämme aus— 
einander; die lokalen, die Gaugemeinschaften werden die Hauptsache; die kräftigsten der— 
selben geben sich unter Führung des kriegerischen Adels in der Stadt einen religiösen, 
militärischen, priesterlichen, politischen Mittelpunkt II 8 95). Die kleinen Bauerngüter 
von 30—40 Morgen herrschen vor. Aber daneben haben die großen Viehbesitzer, die 
Häuptlings- und Königsfamilien, und hauptsächlich die Krieger, die zugleich die Priester 
sind, nach und nach einen größeren Grundbesitz erworben, der bis 700 und 600 v. Chr. 
immer mehr wächst. Er bildet die wirtschaftliche Grundlage des Adels, während seine 
berufsmäßige, die ihm eine gewifse geschlossene Organisation giebt, der Waffendienst ist. 
Er schiebt in dieser Zeit das alte, wenig ausgebildete Königtum wie die alte Volks— 
versammlung ohne Kampf beiseite, er besetzt in den Gauen und Stadtstaaten ausschließ— 
lich den Rat der Alten, er wird in den einzelnen Dörfern zum Schutz(Grund⸗)herrn 
und Patron der Kleinbauern. Der Besitzgegensatz bleibt aber ein mäßiger; noch zu 
Solons Zeit haben die ganz Reichen etwa 250, die schwer bewaffneten Hoplitenbauern 
(der Mittelstand) 100 -5150 Morgen im Durchschnitt (Ed. Meyer). In den meisten 
griechischen Gebieten sind große Güter durch die Natur ausgeschlofsen; der steigende 
Reichtum des Adels beruhte daher mehr auf Handel, Schiffahrt und Kolonisation, die 
im Anfang der Epoche überwiegend in seinen Händen liegen, ohne seine militärischen und 
politischen Eigenschaften zu sehr zu ändern. Die Konigsgeschlechter und der Adel zeichnen 
sich lange durch hochgemuten Sinn, politischen und ritterlichen Dienst für die Gemein— 
schaft aus; Maß zu halten, Gewinn und Neid zu verachten wird ihm immer wieder 
eingeschärit; er vereinigt die Vorzüge des Ritter- und Vriestertums in sich; es ist die
	        

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