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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

36 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [(494 
ausgebildet, machte im 17. und 18. dann weitere Fortschritte, ist aber zu seinem großen 
Einfluß erst im 19. gekommen. Der Kommissionär ersetzt dem Kaufmann seine An— 
wesenheit am fremden Ort. Die Fabrikanten und Grossisten haben den Exrport haupt⸗— 
sächlich dadurch ausgedehnt, daß sie an Kommissionshäuser in der Fremde Ware „in 
Konfignation“, d. h. mit Verkaufsauftrag zu bestmöglichem Verkauf fandten; diese 
ließen dann von den Versendern sofort Wechsel bis zu zwei Drittel des Wertes auf 
sich ziehen; den Rest bezahlten sie nach dem Verkauf. Auch der Welthandel in Getreide 
und Baumwolle bildete fich so durch Konsignation aus. Die Kommissionshäuser be— 
herrschen heute den großen Viehhandel; sie spielen im Bank- und Kreditgeschäft eine 
erhebliche Rolle. 
Der Spekulationshandel, obwohl in gewissem Sinne längst vorhanden, ist 
das eigentlichste und eigentümlichste, aber auch das angefochtenste Ergebnis der neueren 
Handelsentwickelung. Er tritt im Waren⸗, Effekten- und Kredithandel, sowie im 
Gründungsgeschäft am meisten auf, zeigt sich auch im Grundstücks- und Baugeschäft, 
wie überhaupt auf allen Geschäftsgebieten. Man wird unter ihm im weiteren Sinne 
nicht bloß den vom Vorratshandel getrennten Terminhandel mit Waren und Effekten 
an der Börse, sondern alle gewagten Geschäfte verstehen, die für ferne Zeiten oder für 
ferne Orte, oder für beides zugleich in Erwartung großer Gewinne gewagte Auf— 
wendungen machen, kaufen oder verkaufen, mit der Absicht, künftig wieder zu verkaufen 
oder zum Zweck der Lieferung eines schon verkauften Objekts zu kaufen. Ein aus— 
gebildetes Rachrichtenwesen, das über die ganze Erde täglich die neuesten, auf den 
Markt und die Preisbildung bezüglichen Nachrichten vermittelt, hohe Kreditentwickelung, 
große Kapitalmassen sind die Voraussetzungen des Spekulationshandels. 
Die heutige Versorgung mit Gütern, die Monate und Jahre im voraus die 
Produktion vorbereitet und im Gange hält, nötigt zu gewagten Zukunstsgeschäften. 
Auf früheren Kulturstufen mit bloß lokalem Verkehr und einer Güterversorgung von 
Woche zu Woche konnte man den Verkauf von nicht gewachsenem Korn wie alle ähn— 
lichen gewagten Zukunftsgeschäfte verbieten; man sah das ungewisse, waghalsige Spiel 
mit dem Schicksal, das in solchen Geschäften liegt, als unsittlich an. Auch heute liegt 
in allen Geschäften für ferne Zeit und große Entfernungen eine Art Hasardspiel; aber 
wir können folche Geschäfte nicht entbehren, wenn wir nicht darauf verzichten wollen, 
die Warenvorräte der verschiedenen Zeiten und Länder untereinander auszugleichen. 
Und darauf beruht heute der Welthandel und die Gleichmäßigkeit der Preise. Wir 
eehen freilich klar, wie bei vielen Spekulationsgeschäften die Moͤglichkeit vorliegt, daß 
ein Irrtum benußt, ja künstlich hervorgerufen wird, wir sehen, daß der Gewinn des 
einen nur durch den Verlust des andern entsteht, daß Phantasie und Leidenschaften des 
Laienpublikums durch die großen Gewinnchancen künstlich aufgestachelt, zur Teilnahme 
verführt werden, und daß dieses dann schamlos ausgebeutet wird. Aber deswegen 
önnen die Spekulationsgeschäfte nicht schlechtweg verurteilt werden, sondern es kann 
und muß nur versucht werden, sie unter die Kontrolle der Offentlichkeit zu stellen, 
zewisse unbemittelte, nicht sachkundige Personenkreise ihnen fernzuhalten. 
Der Terminhandel der Börsen ist aus dem Lieferungsgeschäft für einen 
ünftigen Zeitpunkt entstanden, wie es für den örtlichen und zeitlichen Ausgleich der 
Warenmengen, zumal zwischen verschiedenen Ländern und Erdteilen in unserer Zeit 
mehr und mehr sich notwendig zeigte. Wir haben oben schon auf seine Notwendigleit 
hingewiesen (II, S. 80). Große Geschäfte in Getreide z. B. waren viel leichter ohne zu 
erhebliche Gefahr möglich, wenn der Käufer bei niedrigem Preise Vorräte, lieferbar in 
sechs Monaten, im voraus kaufen konnte. Produktion und Verfrachtung waren viel 
eher in großem Stil zu organisieren, wenn die Verkäufer sich durch Verkauf auf Monate 
im voraus einen Preis sichern konnten. Ein großer Markt, ein lebendiges Geschäft 
auf ihm war viel leichter zu schaffen, wenn man den Lieferungsgeschäften die Form 
des Terminhandels gab. Damit war es möglich, daß zwischen die reellen Verkäufer 
und Käufer eine Summe von Leuten als Zwischenglieder trat, die nicht liefern 
und empfaugen, sondern nur in der Zwischenzeit während der Dauer des Lieferungs⸗
	        

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