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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

—A 
c& 
* 
8 
* 
965) Die römischen Klassenkämpfe bis Julius Cäsar. 
seiner Bildung, als einer der seltenen Höhepunkte der Menschheit gilt, so Zann 
das nicht vor der Einsicht verschließen, daß die überwiegende alte Senaß arennokratie 
gegen 184 das Weltreich nicht mehr zu regieren, über die beginnenden socktar ree 
klüftungen und wirtschaftlichen Entartungen nicht mehr Herr zu werden vermochseet 
Nachdem man alle Gegner niedergeworfen, Karihago und Korinth aus Handelsneid 
zerstört, den Handel von Capua, Tarent, Syrakus, Rhodos auch lahmgelegt hatte, stand 
diese vielfach bereits von habsüchtigen Wucherern abhängige und geleitete Senatsaristo— 
kratie 146—90 v. Chr. vor dem politischen Bankerott und der socialen Revolution. 
Die neue Epoche (184 —80 v. Chr.) charakterisiert sich durch große Reformanläufe, 
blutige Bürgerkriege und Massenschlächtereien, sociale und politische Staatsstreiche und 
Diktaturen; sie endigt mit der definitiven Herstellung der Monarchie. Die Klassen— 
kämpfe und die Klaffenherrschaft spielen dabei die Hauptrolle. Die soeialen Zustaͤnde 
sind keine wesentlich anderen als schon 242—5134; ihre Symptome treten nur immer 
greller und ungünstiger hervor. Die Zahl der Sklaven wie ihre furchtbare Mißhand— 
lung wächst; entsetzliche Sklavenaufstände (134—182, 102 - 106, 78 ꝛc.), die jahrelang 
große römische Heere beschäftigen, verwüsten Sizilien und Italien. Der Bauernstand 
nimmt weiter ab, obwohl die gracchischen Gesetze 80 000, die julianischen 120 000, die 
pompejanischen 20000 neue Ackerstellen (beide letzteren vornehmlich für Veteranen) 
schaffen. Die ungeheuren, von Beamten und Publikanen zusammengerafften Reichtümer, 
sowie Sitte und Zwang, sie in italischem Grund und Boden anzulegen, sind damals 
wie später verhängnisvoll für die Bauern geworden. Die Freigelassenen und der besitz- 
lose hauptstädtische Pöbel nimmt weiter an Zahl und Einfluß zu. Die hauptstädtische 
Masse entartet zu einem anarchischen, für Jeden käuflichen Lumpengesindel in der Hand von 
liederlich- verbrecherischen Bandenführern und Kanaillen. Die Habhsucht der kapitalistischen 
Kaufleute und Geldmänner entartet in Asien fso, daß Mithradates unter dem Beisall 
aller Bedrückten (88) in Kleinasien 80 000 oder 150000 italische Personen, d. h. Publi— 
kanen und ihr Personal an einem Tage, bald darauf 20000 in Delos morden lassen 
konnte; die Publikanen, hieß es, entvölkerten ganze Provinzen durch ihre Sklavenjagden; 
„vor ihnen ist alles Recht eitel und die Freiheit der Bundesgenossen nichts;“ vergeblich 
hatten die edelsten Staatsmänner, die Scipionen, Amilius Paulus, Cato ?ꝛc. für Ein— 
schräukung ihrer Rechte und ihrer Macht gestritten; sie werden die unbarnhherzigen 
Gläubiger der Senatoren und der Bauern, der fremden und bundesgenoffischen Stadte; 
sie kaufen bei der Mafsenkonfiskation des Sulla, Marius ꝛc. die Vermögensstücke der 
Gemordeten und verdienen daran 1000—2000 0/0. Gegen das Jahr 100 v. Chr. hieß es, 
es gebe nur noch 2000 reiche Leute in Italien. Marius hat dann 50 Senatoren und 1000 
Ritter, Sulla deren 40 und 1600 gemordet, um sie ihres Vermögens zu berauben; der Ertrag 
war im letzteren Falle 81 Millionen Mark, der wirkliche Wert war der 10-20 jache. 
Es hat wohl nie vorher und nie nachher eine klügere, aber auch nie eine habsüchtigere 
und gemeinere Klasse von Geldmännern gegeben als diese Publikanen der Bürgerkriege, 
die in ihrer Doppelftellung als Steuerpächter, Gerichtsherren, Reeder, Bankiers, Plantagen⸗ 
besitzer und Sklavenjäger alles an sich rissen. Nicht das Kapital an sich hat sie so 
entarten lassen, sondern eine Reihe einzigartiger Gesellschafts- und Staatszustünde; 
hauptsächlich der Umstand, daß alle große Politik zur Geldsache entartet war. Man 
könnte sagen: die erste große Epoche geldwirtschaftlicher Ungebundenheit und kapitalistischer 
Freiheit in einem alle Konkurrenten vernichtenden Weltreich mußte solche Entartung er—⸗ 
zeugen. Die Menschheit mußte auch hier ein furchtbares Lehrgeld zahlen. 
Die letzte Ursache aber für all' diese Mißstände wie für die Revolutionen und 
Bürgerkriege lag darin, daß die alte große Aristokratie seit 200 v. Chr. im Niedergang 
war, daß die aristokratische Senatsregierung mit ihrer Schwerfälligkeit, ihrem Faktions— 
treiben zur Regierung der Provinzen wie zu großen Reformen unfähig war, daß die 
durch Volkswahl geschehende Besetzung der Jahresämter keine feste Regierung mehr auf— 
kommen ließ, daß in den Komitien früher ein ehrbarer Bauernstand, jetzt ein genuß— 
süchtiger, besitzloser, fauker, bestechlicher Stadtpöbel entschied, daß die Wahlen nur ein 
Borsen- und Geldgeschäft geworden waren, daß Konsulat, Tribunat, Ceusur entarteten 
3 
2 
7 
* 
——
	        

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Le Pérou Économique. E. Guilmoto, éditeur, 1913.
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