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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

508 Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen. [966 
der Kampf um die Jahresämter die Bewerber, die Wähler, die Staatsverfafsung 
korrumpierte. J 
Zwei Wege der Anderung öffneten sich; beide führten in ihrem letzten Ziel zur 
Monarchie, d. h. wieder zu einer festen Regierungsgewalt. Der eine war der, daß 
kühne und groß angelegte Abkömmlinge der Aristokratie, wie die beiden Gracchen (184 
und 121), Livius Drusus (91), Sulpicius (88) und zuletzt Julius Cäsar in seiner ersten 
Zeit (60) und neben ihnen die entarteten Demagogen wie Cinna und Catilina ver— 
suchten, aus den Gegnern der alten Senatsaristokratie (Kittern, Bauern, hauptstädtischem 
Proletariat) eine starke populäre Bewegungspartei zu schaffen, um mit ihr große sociale 
Reformen durchzuführen. Diese Zusammensassung heterogener Klassen war aber in dem 
freien Verfaffungsstaat nur möglich durch gefährliche Lockmittel, durch noch gefährlichere 
xtrem demokratische Verfassungsänderungen, teilweise sogar nur durch Gewaltmiltel wie 
Brutalisierung der Volksversammlung. Die kühnsten Demokraten wie die Gracchen 
und die weitsichtigsten Konservativen wie Drusus, standen an der Spitze dieser gewaglen 
Bewegungen. Ihre socialen Grundziele waren berechtigt: Hebung und Wiederherstellung 
des Bauernstandes, Neugründung von Kolonien, Verwendung der Staatsdomänen für 
die kleinen Leute statt für die großen, Erleichterung der Schuldner, Ausdehnung des 
Bürgerrechts auf die Italiker ꝛc. Aber sie mußten, um diese Ziele zu erreichen, die 
Publikanen und Ritter auf ihre Seite ziehen durch die verderbliche Einräumung der 
Richterstellen, durch Herabsetzung der Steuerpachten, durch allerlei Begünstigung, die 
wesentlich die Macht dieser Kapitalisten und damit ihre Habsucht, ihren Einfluß 
steigerte, ja diese Klasse zu ihrer schlimmsten Entartung brachte. Und sie mußten, um 
das hauptstädtische Proletariat zu gewinnen, das Sümmrecht auf die Freigelafsenen 
ausdehnen, die Getreidelieferungen zu geringem Preis oder fast umsonst in Rom ein— 
führen und so einige hunderttausend Faulenzer zu Staatspensionären machen, sie mußten 
Schulderlaß bis zu 8/4 und allgemeine Sklavenbefreiungen versprechen, fie mußten den 
Pöbel durch überteure Spiele, Gladiatorenkämpfe, Theater amüsieren und so vollends 
diese Demokratie zu jeder gesunden inneren Umbildung verunfähigen. Mit allen ihren 
extremen Mitteln brachten es die Führer der Demokratie vor Cäsar zu keinem dauernden 
Erfolg, zu keiner festen Macht, zu keiner die Erfolge sicherstellenden Verfassungsänderung. 
Sie wagten das Außerste nicht, die Antastung der Republik. 
Den anderen Weg schlugen die Generale ein. Seit der Bauernstand zurückging, 
und die Eroberung der Welt immer größere oft jahrelang abwesende Heere nötig 
machte, hatten die großen reichen Aristokraten, zumal wenn der Senat kurzsichtig 
tnauserte, wie schon Scipio Africanus, begonnen, Freiwilligenheere zu sammeln. Spaͤter 
verweigerten die Bürger auch vielfach den Dienst. Marius machte dann die Frei— 
willigenwerbung zum System; nur noch Besitzlose wurden so geworben, ihre Fechtweise 
aber vervollkommnet; dem militärtechnischen Fortschritt stand die sociale Kehrfeite 
gegenüber, daß diese Soldheere große Beute, große Geschenke und vor allem Land— 
anweisungen bei der Entlassung forderten. Marius, der rohe Volksmann und Bauern— 
sohn, wie der geistreich cynische Aristokrat Sulla, der vorsichtige, mit allen Parteien 
paktierende Pompejus, wie der geniale demokratische Politiker und Offizier Casar in 
seiner späteren Zeit, fie waren alle darin gleich, daß sie zunächst ihre großen Heere nach 
den Siegen befriedigen mußten, daß ihre vorübergehende oder dauernde Diktatur, mochte 
sie die alte Aristokratie retten wollen oder große sociale und demokratische Anderungen 
anstreben, zunächst eine Herrschaft entarteter Soldaten war. Sie schufen damit eine 
neue feste, unumschränkte Staatsgewalt, aber auch eine Art Klassenherrschaft: die der 
Soldaten. Sie mußten mit so fuͤrchtbaren Konfiskationen und Hinrichtungen beginnen, 
daß fie Staat, Gesellschaft, Verwaltung hierdurch vergifteten und verdarben. Erst Cäsat 
wagte sich den extremen socialistischen Forderuügen zu widersetzen. Auch so weit die 
Senerale gesunde sociale, sowie richtige Verfaffungs- und Verwaltungsresormen durch- 
sührten, litten sie unter der Verknüpfung mit der' Militardiktatur und dem Fluch da 
Gewalt, dem Fluch der Unterdrückung aller politischen Freiheit. 
Aber es war in dem Sumpf der soeialen Klafsenzustände und der Bürgerkriege
	        

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