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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

1011) Beurteilung unserer nächsten socialen Zukunft. 553 
glücklich verlaufe, ob die inneren Kämpfe das Land so schwächen, daß es zurückgehe oder 
gar Beute fremder Eroberer werde, ob die sociale Versöhnung gelinge, ob die großen 
Staatsmänner und Parteiführer erscheinen, die, die Leidenschaften des Tages beherrschend, 
neutralisierend, abdämpfend, sie herbeizuführen im stande seien. 
b) Dies führt uns auf die zweite der aufgeworfenen Fragen, auf die, wie die 
heute vorhandenen socialen Spannungen und Kaͤmpfe verlaufen werden. Eine sichere 
Antwort ist darauf weder für das einzelne Land, noch für unsere ganze heutige Kultur— 
welt zu geben. Aber einige Wahrscheinlichkeiten wird man doch aussprechen können, 
hauptfächlich über den Kampf des Proletariats, der Socialdemokratie mit den oberen 
Klassen, speciell den Unternehmern, dann auch mit den bestehenden Regierungen, wenigstens 
über seinen Verlauf in den nächsten Jahrzehnten. 
Wir haben heute noch mancherlei Stimmen, welche in der Entstehung der social— 
demokratischen Partei nur ein Unglück und eine Verirrung, in ihrem möglichen Siege 
das Ende aller höheren Civilisation, den Rückfall in die Barbarei sehen. Sie wollen 
ieber heute als morgen die Socialdemokratie, ihre Presse und Organisation gewaltsam 
anterdrücken, das allgemeine Stimmrecht aufheben, im Sinne der Scharfmacher, des 
Broßkapitals und des Großgrundbesitzes regieren. Jede brutale Revolution der Arbeiter 
könnte heute bei uns, wie anderwärts eine solche Reaktion erzeugen; sie könnte aber 
auch leicht die Blüte unserer Volkswirtschaft vernichten. Ohne provozierende Revolution 
von unten wäre eine solche Reaktion im Staate der allgemeinen Schulpflicht und der 
allgemeinen Wehrpflicht, in einem Staate, der fast 40 Jahre das allgemeine Wahlrecht 
gehabt, ein frivoles und falsches Experiment. Die Vorstellung, daß die ganze politische 
und berufliche Organisation der Arbeiter ein Übel sei, verkennt, daß man die von unten 
aufsteigenden Klassen, wie einst die Zunftmeister, später die Gesellen, nur durch solche 
Organsationen vernünftig machen und erziehen kann, daß sie nur hierdurch Führer 
bekommen, denen sie gehorchen, die mit der Staatsgewalt und den übrigen Klassen wenn 
nicht schon heute, so doch künftig unterhandeln. Es giebt nur eine Wahl: entweder man 
drückt die ganze Arbeiterwelt wieder auf das Niveau von rechtlosen Sklaven und Hörigen 
herab, und das ist unmöglich, oder man erkennt sie als gleichberechtigte Staatsbürger an, 
hebt ihre geistige und technische Bildung, läßt sie sich dann aber auch organisieren, räumt 
ihnen den Einfluß ein, den sie brauchen, um ihre Interessen zu wahren. Wir dürfen 
auch nicht vergessen, daß nur diese Organisation der Arbeiter die Regierenden und die 
Besitzenden so nachdrücklich an ihre socialen Pflichten erinnerte, daß eine ernste Social— 
reform in Angriff genommen wurde; die sich geltend machenden Stimmen der Wissen— 
schaft, der Kirche, der Humanität waren in den Tagen des Tanzes um das goldene 
Kalb viel zu schwach. die selbstbewußte Organisation des Arbeiterstandes an sich ist 
der Ausdruck der weltgeschichtlichen Thatsache, daß die Menschheit eine Kulturhöhe 
erreicht hat wie nie früher, eine Kulturhöhe, die auch die unteren Klassen nicht mehr 
zum pasfiven Fußgestell der oberen, sondern zu einem selbstbewußten aktiven Gliede des 
Gesamtorganismus machen will und kann. 
Gottlob werden die Stimmen der reaktionären Heißsporne immer seltener; man 
hört immer seltener die harten Entrüstungsworte über die Partei des Umsturzes, die 
Rotte der Elenden und Ahnliches. Große Staatsmänner wie Bismarck und alle 
ruhigen Beobachter haben längst von dem berechtigten Kern der socialdemokratischen 
Forderungen gesprochen. Andere Staaten, zumal die mit stärkerer Demokratifierung 
hrer Staatseinrichtungen, haben seit Jahren begonnen, Kompromisse mit den Arbeiter—⸗ 
organisationen einzugehen, haben Arbeitervertreter in die Regierung gerufen. 
Ein Teil derer, die Gleiches für Deutschland fordern, glauben einen guten Aus— 
zgang prophezeien zu können, auf Grund der Veränderung, die innexhalb der social— 
demokratischen Partei sich heute schon vollzogen habe. Gewiß ist die Überzeugung der 
Führer seit dem kommunistischen Manifest von 1848, ist auch die Partei selber schon 
eine andere, gemäßigtere geworden. Die Partei hat in Deutschland 1891 scheinbar 
ganz die Marxistischen Principien anerkannt, und doch hat gerade seither Engels (1895) 
den hlutigen Revolutionsgedanken widerrufen; ihre wissenschaftlich gebildeten Führer
	        

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