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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

1021)] Allgemeines Wesen der Handelspolitik. 563 
fie wurde durch einen starken Export einzelner unmöglich. Später haben vor allem 
die Städte und Stadtstaaten, dann die Territorien, erst bei hoher Kultur 
die größeren Staaten und Staatenbünde Handelspolitik getrieben. Je kom— 
plizierter die Gemeinwesen wurden, desto mehr mußte die Handelspolitik in den Händen 
der souveränen Gewalt liegen; der moderne Staat muß der Stadt, der Provinz die 
selbständigen Zwangsmaßnahmen der Handelspolitik verbieten. Aber er muß dulden, 
daß Städle, wirtschaftliche Vereine, Provinzen, Parteien für gewisse Zwecke der Handels— 
politik Propaganda machen, versuchen auf die staatliche Handelspolitik einzuwirken. 
Jede menschliche Gemeinschaft, welche Handelspolitik treibt und damit das gesamte 
wirtschaftliche Gedeihen ihrer Glieder fördern will, ist einerseits beherrscht von dunklen, 
egoistisch-patriotischen Gemeinschaftsgefühlen, von dem Gedanken eines gemeinsamen Kampfes 
ums Dasein, andererseits von der Einsicht in das zeitweise berechtigte Vorwalten be— 
stimmter Handels- und Produktionsinteressen, die heute anderen vorgezogen werden, 
zu anderer Zeit wieder hinter jene zurücktreten. Es handelt sich stets darum, die 
seweilige richtige Diagonale der Interessen und Kräfte zu finden; es können die zeit⸗ 
veiligen Interessen der Herrschenden den Ausschlag geben, die der Beherrschten, der 
unteren Klassen übersehen werden. Den reinen Handels- stellen sich bald die Pro— 
duktionsinteressen, die letzteren den Konsumenteninteressen, die industriellen den agrarischen 
gegenüber. Es wird so immer leicht ein Kampf der Parteien um die jeweilige Handels— 
politik stattfinden. Nur erleuchtete, hochstehende Regierungen, die sich auf eine aus— 
gebildete, gut geleitete öffentliche Meinung und eine normale Staatsverfassung stützen, 
werden sicher die Wege richtiger Handelspolitik finden und verfolgen. 
Alle Handelspolitik ist verknüpft mit der Ausbildung der politischen Körper, mit 
der ganzen Macht- und Staatsbildung der Stämme und Völker, hängt aufs engste mit 
den Rivalitätskämpfen der Staaten untereinander zusammen. Alle Fortschritte in der 
Handelspolitik knüpfen an die Fortschritte des Völkerrechts und der Bundes-, Staats⸗ 
and Reichsverfassungen an. Darnach bestimmen sich die Mittel der Handelspolitik. Die 
Vorstadien der Handelspolitik beginnen mit rohen Vernichtungskämpfen, mit Fremd— 
herrschaft, Vergewaltigung der Nachbarn; letztere geht dann langsam über zu dem 
völkerrechtlich geordneten friedlichen Verhältnis des Warenaustausches der Stämme 
und Staaten. 
Hiernach können wir uns den Entwickelungsgang der Handelspolitik 
vorstellen. Natürlich hat im Verhältnis der Stämme und Völker von den ältesten 
Zeiten an der friedliche Austausch nie ganz gefehlt. Aber leicht überwog in den älteren 
rohen Zeiten ein solcher, der direkt oder indirekt mit Gewalt sich verband. Seeraub, Vieh- und 
Menschenraub haben lange sich mit ihm verknüpft. Der älteste Handel lag vielfach, und oft 
monopolisiert, in den Händen von Häuptlingen und Fürsten, die oft mehr Tribut er— 
— 
zu Lande in Form von Karawanen- und Schiffszügen ausdehnten, gründeten sie 
Riederlassungen und Burgen bei Nachbarn und in der Ferne, die oft zur Fremdherr— 
schaft, zur Unterwerfung ganzer Völker, zu ihrer wirtschaftlichen Ausbeutung, mindestens 
zu ihrer Schuldknechtschaft führten. Wo schwächere Stämme in der Nachbarschaft besseren 
Boden, gute Salz- oder Erzlager, günstig gelegene Küsten, Handelswege oder -plätze 
hatten, da suchte man sie zu vertreiben. Die politische Herrschaft über die wichtigsten 
Meere, Küsten, Inseln, Flüsse und Handelswege war stets ein wichtiges Stück der 
aktiven Handelspolitik, und ist es heute noch. Alle WVerschiedenheit in kriegerischer 
Organisation, Zahl und Macht, in wirtschaftlicher Technik und Handelsgeschicklichkeit 
haben ältere Zeiten naiv, später verschleiert irgendwie erobernd, ausbeutend, durch alle 
Mittel der kriegerischen wie der Handelspolitik wirtschaftlich auszunützen versucht. Die 
Erwerbung von Ackerbau-, Plantagen-, Bergbau- und anderen Kolonien im Altertum, 
Mittelalter und der neueren Zeit war stets halb Handels-, halb Kriegs- und Erobe— 
rungsfache und bedeutete stets Gewinnabsiht und, wenn nicht Ausschließung aller 
Konkurrenten, so doch in erster Linie nationale Förderung. 
Eine strenge Geischlossenheit für Ab- und Zuwanderung hatten die rohesten 
6 *
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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