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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

1041] Portugiesische und spanische Merkantilpolitik. 583 
Priestern und gedrückten Bauern, durch die Inquisition in die Barbarei des Mittel— 
alters zurückgeworsen. Die merkantilistischen Maßregeln wurden falsch und so über—⸗ 
trieben angewandt, daß sie das wirtschaftliche Leben töteten, statt es zu fördern. Das 
große amerikanische Reich wurde als ein Land betrachtet, wo man den Adel und die 
Kirche mit reichen, ja ungeheuren Gütern ausstatten, eine Anzahl hoher Beamten an⸗ 
stellen könne, nicht als ein Kolonisations-, Absatz und Handelsgebiet; allen Fremden 
streng verschlossen, war es auch den Spaniern nur mit besonderer königlicher Erlaubnis 
zugänglich. Die Abschließung der hörigen indianischen Bevölkerung gegen europäische 
Berührung war im Prinecip nicht falsch, sondern segensreich, durste aber nicht zur Er— 
starrung, sondern mußte nach und nach zur Erziehung, zur Emporhebung auf euro— 
päisches Kulturniveau führen. Spanische Waren dahin auszuführen, verbot man vielfach 
im 16. Jahrhundert, damit sie in Spanien nicht zu teuer würden. Der große Bedarf 
an europäischen Waren wurde seit Philipp II. zu */10 von Holland, Frankreich, Eng— 
land u. s. w. geliefert, die über Sevilla oder direkt im Schmuggelwege nach Westindien 
kamen. Die bald nötige Negereinfuhr nach Amerika, die ungeheure Gewinne gab, kam 
nach und nach ganz in fremde Hände. Aller Handel nach Amerika stand unter strengster 
Staatsaufsicht, geschah auf der staatlichen Flotte, die jährlich das Silber zurückbrachte; 
im Hafen von Vortobello wurden im Admiralsschiff alle Preise festgesetzt; stets wußten 
wenige große Häuser den Markt zu beherrschen, mit 100 -300 00 Gewinn zu ver—⸗ 
— 
spater versucht, scheiterten aber an der Starrheit des konservativen indischen Rates in 
Madrid. Jin Laufe des 17. und 18. Jahrhundert drangen die Engländer, Holländer, 
Franzosen immer mehr in Westindien vor; Spanien begnügte sich mit dem Schein der 
Herrschaft, verbrauchte seine indischen Silbereinkünfte in nutzlosen europäischen Kriegen, 
die doch den Rückgang seiner Macht seit dem 17. Jahrhundert nicht hinderten. Auf 
den gaunzen großen merkantilistischen Aufschwung Mittel- und Nordeuropas hat Spanien 
keinen erheblichen Einfluß ausgeübt. Portugal und Spanien waren die zwei Staaten, 
die durch Übertreibung der Monopole, durch falsche Anwendung des Kolonialsystems 
und Merkantilismus früh ihren kurzen wirtschaftlichen Aufschwung rückgängig machten. 
c) Die Vereinigten Niederlande entstanden als selbständiger Staatenbund 
1379 1648 durch den 70 jährigen Kampf um ihren protestantischen Glauben und ihre 
Unabhängigkeit von Spanien. Die zwei wichtigsten der Landschaften waren Holland 
mit Amsterdam und Seeland. Die glückliche Sage an der Rheinmündung, die Traditionen 
aus der Römerzeit, die Teilnahme am Hansabund, später am Schicksal und der Blüte 
Burgunds hatten die bedachtsam schlichten, fleißigen und rechnenden Holländer zu aus⸗ 
gezeichneten Schiffern, Fischern, Kaufleuten und Gewerbetreibenden ebenso wie zu klugen 
Holitikern gemacht. Von der Hansa bekämpft, waren sie von 1425 -1600 schon mehr 
und mehr Herren der Ostsee und die begünstigten Fremden an den nordischen Höfen 
geworden. Während sie noch überwiegend in den Institutionen der Stadtwirtschaft 
und der kleinen Landschaft befangen waren, hatte ihnen der lange Kampf mit Spanien 
doch eine gewisse staatliche Einheit, vor allem für die maritimen Zwecke gegeben. Wie 
einft Antwerpen das Erbe Brügges, so hatte Amsterdam nach der zweimaligen katholischen 
Unterwerfung Antwerpens 1576 und 1588 das Erbe dieses Welthandelsplatzes angetreten; 
die Stadt wurde von 1388 —1750 das Centrum des Welt⸗- und Kolonial-, des Kredit⸗ 
und Geldhandels. So lange der Krieg gegen Spanien dauerte und das oranische Haus 
unitarisch die Kräfte zusammenhielt, beseelte Patriotismus, Glaubenseifer, eine schlichte 
herdische Große diese stadtrepublikanischen Fischer und Kaufleute. Der lange Krieg war 
eine seltene Schule der Schiffahrt, des Seeraubs, ein gutes Mittel, die Gegner überall 
zu verlreiben und niederzuwerfen. Als man in dem spanisch gewordenen Lissabon die 
Holländer sich nicht mehr mit Gewürzen versorgen ließ, fuhren sie hauptsächlich von 
598 an selbst nach Ostindien und den Molukken, vernichteten dort die portugiesische 
Herrschaft, gründeten die ostindische Compagnie (1602), die einige Menschenalter den 
Gewürzhandel nach Europa, sowie einen erheblichen Teil des asiatischen Zwischenhandels 
monopdoisserte. Die asiatischen Fürsten mußten versprechen, nur an die Compaqnie zu
	        

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