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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

590 Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen. (1048 
schwert; für die Produktion und Einfuhr anderer Produkte aus den Kolonien nach dem 
Mutterland zahlt man Prämien. 
Es war ein mit sehr harten Mitteln arbeitendes System, zum Zwecke, die kon— 
kurrierenden Handelsmarinen zu schädigen, die englische rasch zu heben, aus England den 
bestversorgten Zwischenhandelsmarkt zu machen, die Kolonien ganz zu dienenden Gliedern 
der mutterländischen Volkswirtschaft, zu guten Absatzmärkten für die englische Industrie 
zu machen. Das System verteuerte den rasch forcierten Schiffsbau, die Frachten, die 
Matrosenlöhne, die europäischen Waren für die Kolonien, die Kolonialprodukte, die 
über England nach andern Staaten gingen; es schädigte den bestehenden englischen 
Handel nach Norwegen, Rußland, Grönland; es erzeugte verschiedene Retorsionsgesetze 
(Frankreich 1659, Schweden 1670) und eine Reihe von Kriegen. Es war von Anfang 
an nur ausführbar durch zahlreiche Ausnahmen, die man bald für immer, bald für 
Zeit einführte. Die nicht enumerated articles (Getreide u. s. w.) durften die englisch— 
amerikanischen Kolonien bis 1760 führen, wohin sie wollten; ein virginisches Statut 
von 1660 ließ fremde Kaufleute zu; im Wallfischfang ließ man bald als englische 
Schiffe solche mit */8 englischer Matrosen gelten; an der nordamerikanischen Kuͤste 
bestand bis 17683 eigentlich keine Zollkontrolle; man duldete hier, wie zu Hause, einen 
großen, die Härten korrigierenden Schmuggel; die holländischen Schiffe ließ man seit 
1667 neben den holländischen deutsche Waren einführen. Erst von 1748, noch mehr 
pon 1763 an überspannte man das System, suchte es in seiner ganzen Strenge durch— 
zuführen, verbot man brutal alle Industrie in den Neuenglandstaaten; man ruinierte 
damit Jamaica. Die Folge war der schon 1750 von Turgot prophezeite Unabhängig— 
keitskampf der Vereinigten Staaten. Nach 1789 wuchsen die zugelassenen Ausnahmen 
des Systems noch mehr als von 1661 -1750. 
Und trotz aller dieser großen Schattenseiten hat der Freihändler A. Smith recht, 
daß die Navigationsakte von der fürsorglichsten Weisheit englischer Staatsmänuer ge⸗ 
schaffen sei. Die Seemacht, die Handelsmarine und der Kolonialbefitz Englands wären 
ohne sie nicht entstanden, jedenfalls nicht so glänzend gewachsen, England hätte ohne 
fie Holland und Frankreich nicht so rasch und sicher an Macht und Reichtum überholt. 
Freilich eine Reihe von Umständen begünstigten das Überwiegen der guten Folgen. 
England war ohnedies durch Lage, Volkscharakter, geschichtliche Umstände don 1480 an 
auf die maritime Bahn gewiesen; eine großartige englische Piraterie hatte seit 1600 
iich in Westindien festgesetzt, Spanien zu bekämpfen, Schmuggel nach den spanischen 
Kolonien zu treiben. Die Niederhaltung der spanischen Macht erschien seit Elisabeth 
die Lebensbedingung für England, und Cromwell erreichte das Ziel zugleich mit der 
Eroberung der bald wertvollsten Kolonie, der bisher spanischen westindischen Insel 
Jamaica. Aber nicht bloß das katholische Spanien, auch das protestantische Holand 
erschien als das Hindernis der englischen Seehandelsblüte. Der englisch-hollaͤndische 
Handel beschäftigte unter Jakob J. 560 englische, 500 holländische Schiffe. Cromwell 
wagte den Schlag gegen Holland mit der Navigationsakte, weil er sich mit seinen 
besseren neuen Schiffen, mit seinen bronzenen Kanonen stark genug fühlte, den Krieg 
von 1651-16585 folgen zu lassen, in dem er den Holländern 1600 Schiffe wegnahm. 
Und schon 1668 —1664 wuchs die nationale, auf Handelsneid ruhende Leidenschaft 
gegen Holland in England so, daß der erneute Krieg mit einer Piratenerstürmung 
RNew-Amsterdams (Newyorks) durch englische Flibustier begann und zur Erorberung 
der wichtigen, die brittischen Neuenglandstaaten verbindenden Kolonien Neuyork und 
Neujersey sowie Neubelgiens und asrikanischer Plätze führte. Nochmal 1672 -1674 
chlug England gemeinsam mit Frankreich gegen Holland los. Und als dann die 
Niederlande schon halb gebrochen, von der franzoͤsisch-spanischen Gefahr bedroht, nachdem 
hr Statthalter, Wilhelm von Oranien, König von England geworden war, unter 
englischer Führung die großen Kriege 1660—1713 mitmachten, da verstand es die kluge 
englische Politik, die niederländischen Geld- und Flottenkräfte wohl zu nutzen, aber den 
Siegespreis ganz allein für sich zu behalten. Ludwig XIV. hatte 1700 geplant, Spanien 
zu erwerben, die Engländer und Holländer ganz von Südamerika und Westindien aus—
	        

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