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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

1049) Die Navigationsakte und die Kriege Englands. 591 
zuschließen, er verschloß beim Kriegsausbruch den Schiffen beider Nationen die spanischen 
Zäfen. Da verabredeten England und Holland, Westindien für sich zu erobern, Spanien 
nicht in französische Hände fallen zu lassen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, ein 
Bourbon bestieg den spanischen Thron, aber die Engländer setzten durch, daß der 1701 
von Spanien Frankreich eingeräumte ungeheuer luükrative Assientovertrag, d. h. das 
Recht, Neger in Afrika zu fangen und nach Westindien zu verkaufen, auf sie übertragen, 
und daß ihnen große Handelsvorteile in Spanien eingeräumt wurden, während sie zu 
zleicher Zeit einen heimlichen Vertrag mit Spanien abschloßen, den Niederlanden dieselben 
Vorteile nicht einzuräumen. Auch der während des Krieges von England mit Portugal 
abgeschlofsene Handelsvertrag (1703), der die portugiesischen Schutzzölle gegen englische 
Weinzollvergünstigungen aufhob und die portugiesische Industrie zum Vorteil Englands 
vernichtete, kam nur England, nicht seinem Verbündeten, Holland, zu gute; England 
ließ fich ausdrücklich gegen die Niederlande gerichtete Begünstigungen versprechen. 
So ist von 165141718 und ähnlich von da bis 1818 die englische Schiffahrts— 
gesetzgebung und Kolonialpolitik nur zu verstehen als ein Teil der Eroberungs- und 
riegerischen Kampfpolitik, welche die Konkurrenten niederschlagen wollte. Eine solche 
war nur möglich mit einer großen Kriegs- und einer noch größern Handelsflotte. Den 
sogenannten Schmugglerkrieg von 1739 — 1748 mit Frankreich und Spanien, der wegen des 
Versuchs entstand, den englischen Schmuggel in Westindien einzuschränken, hat Walpole 
hindern wollen; der Krieg wurde durch die Kaufleute, die öffentliche Meinung, die 
Dichter, wie Johnson, erzwungen; er brachte England für 40 Mill. Mk. franzöfische 
und spanische Prisen; sogar an neutralen holländischen Schiffen nahmen die Engländer 
für 18 Mill. fl. weg. Der 7 jährige Krieg brachte England wieder ähnliche Kapergewinne, 
ind, da Frankreich durch Preußen lahm gelegt war, den Erwerb der französischen Kolonien 
Tanada, Neuschottland, das Ohio- und Mississippigebiet und die Zurückdrängung Frank— 
reichs in Ostindien. Der Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten war die Folge 
des überspannten Kolonialsystems; England ging finanziell gelähmt aus ihm hervor; 
aber auch Frankreich verblutete sich fast daran. Der jüngere Pitt wußte bald die Finanzen 
wieder zu ordnen, und England behielt doch den Haupthandel nach den Vereinigten Staaten. 
Die Revolutionskriege 1793 — 1813 gaben England vollends Gelegenheit, die holländischen 
und französischen Kolonien zu besetzen und einen erheblichen Teil, wie Kapland zu be— 
halten, sowie die Kriegs- und Handelsflotten aller andern Nationen zu zerstören. 
Büsch sagt 1790: in den letzten 144 Jahren hat England 66 in blutigen Kriegen 
zugebracht, um allen fremden Handel zu vernichten; Seely rechnet, von 1688—–1815 
habe England allein mit Frankreich 64 Kriegsjahre gehabt. Kant sagt: England ist 
der gewaltsamste, herrschfüchtigste, krieggerregendste Staat. Die meisten seiner heute so 
wertvollen Kolonien hat es andern europäischen Staaten mit Gewalt abgenommen. 
Ein erheblicher Teil seines im 18. Jahrhundert erworbenen Reichtums stammt aus 
seinem blutigen Negerhandel, aus der barbarischen Unterwerfung Indiens, aus den 
Sklavenplantagen in Westindien (Jamaica) und dem Kapersystem. Das Privateigentum 
der Feinde zur See nicht zu achten, war allgemein Sitte; keine Nation aber hat 
während ihrer Kriege so sehr private Seeräuber (Kaper) mit der staatlichen Erlaubnis 
ausgestattet, befreundete und neutrale Handelsschiffe (unter dem Angeben, sie führten 
Zriegsmaterial) aufzubringen. Hunderte und Tausende von Schiffen fielen so in englische 
hände; Macpherson verzeichnet den Wert von vielen einzelnen zu 16 000 -300 000 9. 
Daher waren die Kriegszeiten (1680—-1718, 1756-1768, 17938-1815) zugleich die 
Epochen der stärksten Reichtumssteigerung, wie sie die der stärksten Zunahme der Marine 
und des Handels waren. Die Partei der Whigs, welche die städtischen Geldmänner, 
Fabrikanten, Reeder u. s. w. einschloß, ist die Partei, die immer für die Kriege war, 
weil sie dabei große Reichtümer sammelte; wir werden sehen, daß sie auch die fanatischen 
Schutzzöllner und Sperrpolitiker waren, während die konfervativen Tories Handels— 
vertraͤge und freien Verkehr verteidigten. Die staatliche Flotte zählte 1547 12455, 
1608 17 110, 1660 57 463, 1702 159017, 1760 321 104 Tonnen, die englische Handels— 
marine verdovpelte sich 1661 -1670, 1704 zählte sie 261222 Tonnen (8281 Schiffe),
	        

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