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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

Object: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

1061] Die übertreibungen und falschen Mittel des Merkantilsystems. 608 
meist so kompliziert geworden, daß nicht mehr zu übersehen war, wie er im einzelnen 
wirke; der Zoll auf den Rohstoff verteuerte die Halbfabrikate, der auf Gespinste die 
Weberei. Wenn man mit Rückzöllen und Prämien die Ausfuhr der durch Zölle ver— 
teuerten Waren durchsetzte, erzeugte man neue Erschleichungen und Betrügereien aller 
Art. Meist waren die Abgaben, die aus verschiedener Zeit stammten, noch nicht uni— 
fiziert, flossen oft nicht in eine Kasse; der Aufenthalt und die Hemmung, die hieraus 
sich ergaben, wurden um so unerträglicher, je mehr der Verkehr wuchs. Bei allen Ande— 
rungen, die in den Parlamenten und in den Ministerien beschlossen wurden, fehlte die 
heute vorhandene internationale Kenntnis der Produktionskräfte, des fremden Handels. 
Jeder Staat hütete seine Kenntnisse, oft sogar seine Tarife, jedenfalls die Instruktionen 
zu ihnen als Geheimnis. 
In Frankreich ist der handelspolitische Verwaltungsdienst vom Tode Colberts an 
zurückgegangen; England bot von 1760—517883, in der Zeit, da A. Smith es be— 
obachtete, das Bild einer ganz entarteten Handelspolitik, einer durch Unverstand und 
Handelsintriguen der Unternehmerkreise beherrschten Kolonialpolitik; der Wohlstand 
stagnierte, das Land stand beim Frieden von Versailles 1788 vor dem finanziellen 
Bankerott. In Preußen erschien seit dem Tode Friedrichs des Großen das alte System 
überlebt. Der Boden war so allerwärts vorbereitet für eine neue Theorie und eine 
neue Ära der Handelspolitik. 
Waren es so wejentlich die praktischen Übertreibungen und technischen Unvoll— 
kommenheiten der Ausführung, die das System bei den Staatsmännern diskreditierten, 
in der öffentlichen Meinung konnten sich auch die theoretischen Formulierungen 
seiner Gedanken immer weniger halten. Wir kommen im nächsten Paragraphen auf die neue 
sreihändlerische Theorie, welche die merkantilistische bekämpfte, ergänzte. Wie diese, ein— 
seitig auf dem internationalen Kampfgedanken aufgebaut, die politische Seite der Handels⸗ 
instikutionen entwickelt hatte, so ging jene von der ebenso sehr vorhandenen anderen 
Seite des Handels, seinem Nutzen für die Tauschenden, seinen individualistischen Ursachen, 
seinen Preiswirkungen aus. Auch sie mischte Wahres mit Falschem, trat zunächst ein— 
seitig, übertreibend auf, aber sie war gegenüber den Einseitigkeiten des Merkantilismus 
ein befreiender Fortschritt. Wir werden das sehen. Hier sei nur über die wichtigsten 
falschen oder übertriebenen Theorien des Merkantilismus noch ein Wort gesagt. 
Eine Hauptstütze des alten Systems war die Einteilung des Handels in ver— 
schiedene Zweige und der versuchte Nachweis, daß von diesen einzelne ebenso nützlich, 
wie andere schädlich seien. Es wird der Zwischen- und der Frachthandel, der Kolonial— 
handel und der Exporthandel von Manufakten, die dem Inland Arbeitsverdienst ge— 
geben haben, sowie die Einfuhr von zu verarbeitenden Rohstoffen ebenso gelobt, wie 
die Einfuhr von Luxuswaren und die von solchen Waren, welche man auch im Inland 
machen kann, deren Bezug die Beschäftigung der inländischen Arbeiter vermindere, ge— 
tadelt. Hauptsächlich wird aller inländische Handel gegenüber dem auswärtigen, der 
allein die Geldmenge im Lande vermehren könne, gering geschätzt. Die Art, wie die 
späteren Merkantilisten diese Einteilung vortragen, z. B. Forbonnais, dem Friedrich 
der Große beinahe wörtlich folgt, enthält manches Richtige, aber auch vieles Schiese. 
Auf die Bilanz kommen wir gleich. Nur das Eine sei hier noch angemerkt. A. Smith 
stellte diesen Betrachtungen nun eine umgekehrte Überireibung gegenüber. Er sieht 
den Kolonial- und allen Zwischenhandel fast für schädlich an, weil sie das Kapital nicht 
rasch umsetzen. Er hält allen Binnenhandel für wohlthätiger als den Außenhandel. 
Er übersieht dabei, daß (wie Torrens nachwies) der Austausch zwischen alten Kultur— 
und Gewerbeländern und dünnbevölkerten, aber fruchtbaren fernen Ackerbaugebieten einer 
der gewinnbringendsten ist, weil er für beide Arten von Ländern wichtige Bedürfnisse 
am billigsten befriedigt. Und derartigen Handel förderte das Merkantilsystem für Holland 
und England teilweise allerdings auf Kosten ihres Binnen- und Nachbarhandels. 
Der theoretische Grundgedanke nun aber des Merkantilsystems war die halb 
völkerrechtliche, halb volkswirtschaftliche Lehre, die z. B. auch Voltaire so sehr betont, 
daß im internationalen Handel der Vorteil des einen Staates stets den Nachteil des
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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