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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

620 Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen. (1078 
von 1872 die an Brasilien aus. Die im Frankfurter Friedensvertrag von 1871 ver— 
abredete ewige Meistbegünstigung zwischen Frankreich und Deutschland bezieht sich nur 
auf die künstigen Konzessionen, die beide Staaten sechs der wichtigsten europäischen 
Staaten machen; neuerdings werden die Zollvereinsbildungen als von der Meist— 
begünstigungsklausel nicht erreichbar bezeichnet. 
Seit der neuen schutzzöllnerischen Strömung (von 1875 an) hat sich ein gewisses 
steigendes Mißtrauen gegen die Meistbegünstigungsverträge ausgebildet, das sür 
mancherlei Fälle nicht ohne Berechtigung ist. Wo Zwei Staaten sich formell die Meist— 
begünstigung zugefichert haben, wovon der eine hohe, ja extreme Schutzzölle beibehält, 
der andere seine Zölle nach und nach ermäßigt, muß sich der letztere übervorteilt fühlen. 
Ebenso ist klar, daß die europäische Gewohnheit und Formulierung der Meistbegünstigung 
von der amerikanischen, welche für jede künftige Konzession Gegenleistungen fordert, so 
weit abweicht, daß Verträge auf dieser verschiedenen Basis nur schwer möglich find 
und, wenn trotzdem ohne genaue Bestimmungen über das abweichende Princip geschlossen, 
nur zu Hader und Streit führen müfsen. Wir kommen unten (S. 652) darauf zurück. 
2. Wir sahen oben, daß die verwaltungsrechtliche Unfaͤhigkeit des Merkantil— 
jystems wesentlich zu seinem Sturze beigetragen hat: die Korruption, der Schmuggel, 
die Unbehülflichkeit der Tarife, die überwiegend nach dem Wert normierten, zu falschen 
Deklarationen führenden Zölle, die Unvollkommenheit der Kontrollen, die Vestechlichkeit 
der Behörden, all' das war bis Ende des 18. Jahrhunderts maßlos. Die zolltechnischen 
Reformen Pitts, das französische Zollgesetz von 1791, das preußische von 1818 sind 
die entscheidenden Wendepunkte zu einer besseren Zollverwaltung, zu geordneten über— 
sichtlichen Tarifen, zum Siege der Gewichts- über die Wertzölle, zur Beseitigung des 
maßlosen Schmuggels, zur Herstellung unbestechlicher Beamten, zur freien Bewegung 
der Waren innerhalb der Staaten. Das einzelne dieser Fortschritte ist hier so wenig 
darzustellen wie die heute noch vorhandene Rückständigkeit mancher Staaten in diesen 
Punkten, oder die neueren Rückfaäͤlle in übermäßig komplizierte Tarife, in Wertzölle u. s. w. 
Zu betonen ist nur, daß die meisten und erheblichsten dieser Fortschritte mil dem freien 
Handel von 1783—-1875 zusammenhingen, aber auch unter der Rückkehr zu Schutzzöllen 
seither im ganzen erhalten blieben. 
3. Was war nun der wirtschaftliche Gesamteffekt dieser ganz außer⸗ 
ordentlichen Veränderungen in der internationalen Ordnung des Handels, wie sie ver⸗ 
einzelt schon früher, allgemein von 1840—1880 eintrat? Doch wohl, daß die örtliche 
Teilung der Arbeit, die bisher auf enge Grenzen und auf gewisse Gegenden und 
gewisse Waren beschränkt war, nun ganz andere Ausdehnung annahm; daß damit die 
Großindustrie, der Massenverkehr, die Geldwirtschaft, die Konkurrenz viel stärker zunahmen 
als in früheren Zeiten. Alle wirtschaftliche Produktion specialisierte sich mehr, paßte 
sich den natürlichen und socialen Vorzügen der Gebiete und Länder mehr an; die Ge— 
samtproduktion, die Bevölkerung, der Konsum konnte steigen wie früher lange nicht. 
Die ganze wirtschaftliche Physiognomie der Gegenden, der Provinzen, der Staaten 
differenzierte sich mehr. Jetzt erst entstanden Industriestaaten, die nicht bloß einige 
wenige, sondern 30, ja 700/0 ihrer Lebensmittel aus der Fremde bezogen, Agrarstaaten, 
die einen großen Teil ihrer Ernte ausführten; die Überlegenheit der reichen Gegenden 
über die ärmeren mußte wachsen; vielfach nahmen aber auch die ärmeren so weit zu, 
als ihre Natur und der Verkehr ihnen jetzt gewisse vorher begrenzte Erwerbsmöglich— 
keiten erleichterte und vermehrte. J 
Dagegen ist es nun natürlich eine große Übertreibung, wenn die Fanatiker des 
Freihandels jedes Steigen des Konsums, der Bevölkerung, des Wohlstandes allein auf 
den internationalen Frethandel zurückführen. Er hat nur im Verein mit den technischen 
Verkehrsfortschritten und der Frachtenverbilligung so gewirkt. Eine Hauptursache der 
Blüte der Landwirtschaft von 1840 1870 in vielen dändern war der Chaufsee⸗ und 
Eisenbahnbau. Und von den interlokalen Fortschritten der Arbeilsteilung und ihrer 
Produktivitätssteigerung fällt wohl ein gleicher, wahrscheinlich ein größerer und der 
natürlichste, sicherste Teil nicht auf das Fallen der inmecnatigtalen, sondern der bis—
	        

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