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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

1103) Der theoretische Kampf um Agrar- und Industriestaat. 645 
schreitende; er beseitige die Grundrente und alle Monopole. Und doch hat kein Land 
seit 1860 solche Grundrentenbildung und solche gewerbliche Monopole (die Trusts) 
erlebt wie die Vereinigten Staaten. Diese amerikanischen monopolistischen Riesen— 
organifationen sind ja gerade eine der Ursachen, daß die europäischen Staaten, die keine fo 
großen und starken Monopolorganisationen haben, sich durch Zölle gegen ihre Schleuder— 
preise und riesenhaften Spekulationen und Marktüberführungen schützen müssen. 
d. Hat sich so der theoretische Streit in der Handelspolitik vielfach in den alten 
Geleisen ziemlich unfruchtbar und einflußlos bewegt, so hat er größere wissenschaftliche 
und praktische Bedeutung, ja einen großen Stil durch die Kontroversfe „Industrie- oder 
Agrarstaat“ in Deutschland erhalten. Oldenberg hat zuerst in umfassender Weise und 
im Anschluß an die Statistik der deutschen Berufszählungen die Frage aufgeworfen, ob 
es richtig sei, daß so viele Staaten sich heute in die Bahnen des überwiegenden Induftrie— 
staates stürzen, die England seit 1840, Deutschland neuerdings verfolge: eine rasch 
wachsende Bevölkerung, die zu 60—7000 (wie in England) auswärtiger Nahrungsmittel 
bedürse und diese nur durch steigenden Fabrikaten-, Kohlen-, Kapitalerport dezahlen 
könne, riskire große politische und wirtschaftliche Gefahren; durch gleichzeitige Sperren 
der rufsischen und nordamerikanischen Zufuhr könne Großbritannien ohne Schwertstreich 
ausgehungert werden. Es sei vor allem die Frage, wie lange eine solche Industrie— 
staalsentwickelung sich fortfetzen könne. Die Nahrungsmittelstaaten würden über kurz 
oder lang keinen Nahrungsüberschuß mehr haben, sich bald auch nicht mehr in Fabrikaten 
zahlen lassen; früher seien sie als Schuldnerstaaten in Abhängigkeit von den kapital— 
starken gewerblichen Gläubigerstaaten gewesen; das Verhältnis werde sich mit der Zeit 
umdrehen, unter Umständen würden die Agrarstaaten ihre Schulden gegen die Industrie— 
staaten kassieren, zuletzt sie mit Abhängigkeit und Ruin bedrohen. Deutschland dürfe 
nicht denselben falschen Weg gehen wie Großbritannien; es müßie bei Zeiten umkehren, 
seine Landwirtschaft erhalten, in seiner Steigerung der Exportindustrie Maß halten. Die 
Zeichen des Industriestaates seien Verarmung des Gemütslebens, immer ungleichere 
Verteilung der Güter, Unmöglichkeit, dauernd eine gesunde Socialpolitik zu treiben, 
einseitige Herrschaft des Kapitals, ungesunde Bevölkerungssteigerung und »anhäufung 
in den Städten und Industriebezirken. 
Diese mit Geist und pessimistischer Ubertreibung vorgetragenen Gedanken fanden bei 
Ballod, P. Voigt, A. Wagner, Pohle und anderen teils modifizierte Zustimmung, teils weitere 
Ausführung; die praktische Folgerung, die Oldenberg übrigens ganz zurückgestellt hatte, 
war in der Hauptsache die Forderung ausgiebiger ja hoher Agrarzölle, Hemmung der 
starken Industriezunahme und des Arbeiterabflusses nach den Städten und Gewerbe— 
centren. Brentano, Dietzel, Huber, Helfferich, Alfred Weber, Fr. Naumann traten der 
Thatjsachenschilderung wie den Folgerungen entgegen, fuchten zu zeigen, daß die Gefahren 
nicht bestünden, daß in den nächsten Generationen die Industriestaaten immer leicht 
fremdes Brot und auswärtige Märkte für ihre Manufakte fänden, daß eine möglichsie 
Steigerung der internationalen Arbeitsteilung gerade in dem Sinne „Brot gegen 
Fabrikate“ den Reichtum aller am besten steigere, keine einseitige, sondern nur stets 
gegenseitige Abhängigkeit erzeuge. 
Auf beiden Seiten wurde mit großen Gesichtspunkten und mit einem breiten 
Thatsfachenmaterial gekämpft. Der Streit hat nach allen Seiten aufklärend gewirkt. 
Man hat sich nach den ersten gegenseitigen Übertreibungen vielfach genähert. Die Ver— 
teidiger der Agrarzölle versichern jetzt, daß sie Deutschland nicht zum reinen Agrarstaat 
zurückschrauben wollen, die des Industriestaates, daß sie mäßige Agrarzölle, wie bisher, 
nicht verwerfen. Der Erfolg der Streitschriften ist eine Untersuchung der Parallel⸗ 
bewegung der Berufsstatistik und der Handelsverschiebungen, eine genauere Prüjung der 
Exportindustrien, ob sie gesund oder ungesund seien, eine Erörterung darüber, ob an die 
Stelle des Handels nach der Formel „Fabrikate gegen Nahrungsmittel“ nicht vielmehr 
ein solcher treten könne nach der Formel „Fabrikate gegen Fabrikate, Nahrungsmittel 
gegen Nahrungsmittel“. Man hat ganz anders als bisher auf genauer geographisch— 
volkswirtschaftlicher Basis und mit Zugrundelegung der einzelnen Industrie- und Land—
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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