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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

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Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Index

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Index
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

479 — 
Mit dem Beginne des 19. Jahrhunderts ist in den in betracht Das 19. Jahr- 
kommenden Ländern, wie dargelegt, ein Umschwung in den Anschau- hundert, 
ıangen eingetreten; die künstlichen Förderungsmittel sind aufgegeben, 
lagegen hat man untersucht, wie den Unzuträglichkeiten einer zu rapiden 
Volkszunahme entgegengewirkt werden kann. 
Bei den Mitteln hat man zu unterscheiden zwischen den präven- 
tiven indirekten und den positiven unmittelbaren durch beschränkende 
Massregeln des Staates. Robert Malthus selbst hat sich nur von 
den ersteren Erfolg versprochen. Erst seine Schüler haben in extremer 
Weise unter: wesentlicher Beschränkung der individuellen Freiheit vor- 
yehen wollen und dadurch die Lehre ihres Meisters diskreditiert. 
Ueberall ist es zu beobachten, dass in der besitzenden und ge- 
bildeten Klasse die weitgehendste Vorsicht in der Eheschliessung 
stattfindet, während gerade in der besitzlosen unteren Masse der Be- 
völkerung der grösste Leichtsinn nach dieser Richtung vorliegt. Kin 
yrosser Teil des vorliegenden Elends ist darauf zurückzuführen, dass 
Arbeiter, Gesellen, kleine Meister, Kaufleute etc. sich verheiraten, bevor 
sie eine gesicherte Stellung haben, und nach kurzer Zeit, namentlich 
bei erweitertem Hausstande und Arbeitsunfähigkeit der Frau, der 
5ffentlichen Armenkasse anheim fallen. Aber selbst wenn eine an- 
zemessene Stellung erreicht ist, welche eine kleine Familie angemessen 
zu ernähren vermag, entsteht das Elend durch eine zu grosse Kinderzahl, 
wodurch die Frau dem Siechtum verfällt und nicht mehr imstande ist, 
den Hausstand angemessen zu versorgen, die Kinder zu pflegen und 
noch viel weniger einen ergänzenden Verdienst zu schaffen, Es ist 
die allgemeine Beobachtung, dass solcher Leichtsinn sich am meisten 
ausbildet und die weiteste Verbreitung bei dem Proletariat findet, das 
nur aus der Hand in den Mund lebt und sich daran gewöhnt hat, 
sich nur dem Moment hinzugeben und für die Zukunft Staat und Ge- 
meinde sorgen zu lassen. Das beste Mittel, wo nicht das einzige, hier 
Abhilfe zu schaffen, liegt darin, auch die untere Klasse zu einer ge- 
wissen Behäbigkeit des Daseins und zu etwas Besitz gelangen zu lassen, 
wodurch sie von selbst daran gewöhnt wird, auch an die Zukunft zu 
denken. Eine Hebung der allgemeinen Bildung wird dann das Ehr- 
zyefühl heben und die Selbstverantwortlichkeit zum Bewusstsein bringen, 
Es gilt aber vor allem, die sehr verbreitete falsche Auffassung der 
christlichen Lehre zu beseitigen, dass man in dieser Beziehung unbe- 
zümmert seinen Trieben folgen dürfe und die Folgen getrost der Für- 
sorge Gottes überlassen könne, und dafür den Satz in den Vordergrund 
zu stellen: hilf dir selbst, so wird dir Gott helfen, verschärft durch 
die Lehre Malthus’, der selbst ein Geistlicher war, dass es ein Ver- 
orechen sei, Kinder in das Leben zu rufen, die man nicht selbst zu 
ernähren imstande ist. 
Wenn jeder Einzelne der Bevölkerung die nötige Vorsicht in Wirtschaft- 
seinem Hausstande walten lässt, so wird auch eine rapide Volkszunahme liche Wege 
keineswegs pessimistisch aufzufassen sein, wie dieses von Malthus Zum Ausgleich 
und seiner Schule geschehen ist. Die moderne Kultur bietet, wie schon rnalıme. 
ainmal angedeutet, Mittel und Wege, um noch darüber hinaus den 
Volkswohlstand zu fördern. Im letzten Jahrhundert ist die Bevölkerung 
in England und Wales von 9 Mill. auf über 30 Mill. gestiegen; in 
Deutschland von etwa 25 auf 56 Mill., während der Wohlstand noch
	        

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Urzeit Und Mittelalter. Heyfelder, 1904.
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