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Vorschule der Volkswirthschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Vorschule der Volkswirthschaft

Monograph

Identifikator:
1891241699
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236791
Document type:
Monograph
Author:
Robolsky, Hermann http://d-nb.info/gnd/117533610
Title:
Vorschule der Volkswirthschaft
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Otto Foerster
Year of publication:
1862
Scope:
764 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Gewerbefreiheit und die Freizügigkeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Vorschule der Volkswirthschaft
  • Title page
  • Die Natur und die menschliche Arbeit
  • Die Arbeitstheilung und ihre Grenzen
  • Der Werth und das Eigenthum
  • Die Concurrenz und der Preis
  • Die Arbeit und ihr Lohn
  • Der Capitalgewinn und der Wucher
  • Das Grundeigenthum und die Grundsteuer
  • Das Geld
  • Der Credit und die Banken
  • Die Capital-Association
  • Die Arbeiter-Associationen
  • Die Gewerbefreiheit und die Freizügigkeit
  • Die Handelsfreiheit
  • Die Theilbarkeit des Bodens
  • Das Bevölkerungsgesetz
  • Die Pflege der Armuth
  • Die Staatseinnahmen
  • Contents

Full text

514 — 
Betriebe zugelassen werden. Personen, welche diese Bedingungen 
nicht erfüllten, durften auch nicht ein Gewerbe daraus machen, 
Waaren zu verfertigen, die demselben angehörten. Wurden nur 
diese Bedingungen erfordert, so nannte man die Zunft eine offene. 
Oft war die Zahl der Meister, welche an einem Orte ein be— 
stimmtes Gewerbe betreiben durften, eine bestimmte und festgesetzte, 
welche nicht überschritten werden durfte. In diesem Falle hieß die 
Zunft eine geschlossene. Dazu kam dann nicht selten auch noch, 
daß der Betrieb des Gewerbes an eine bestimmte Lokalität gebun. 
den war, eine sogenannte Realgerechtigkeit bildete. In diesem Fall 
mußte zur Ausübung des Gewerbes außerdem auch diese Lokalität 
noch erworben werden. 
Auch der Umfang, in welchem von dem Einzelnen das Ge— 
werbe betrieben werden durfte, die Anzahl der Gesellen und Lehr⸗ 
linge, war oft vorgeschrieben. 
Außerdem hatten aber die Innungen auch das Recht, sich als 
Corporationen zu gestalten, einen eigenen Vorstand zur Besorgung 
der gemeinsamen Geschäfte einzusetzen, einen Sachwalter (Syndikus) 
zur Führung ihrer Rechtsstreitigkeiten zu bestellen, in einem eigenen 
Hause ihre Zusammenkünfte — man naunte sie „Morgensprache“, 
weil sie früher mit Sonnenaufgang stattfanden — zu halten, sie 
durften gemeinsames Vermögen besitzen und zur Bestreitung der 
gemeinsamen Ausgaben die Zunftgenossen besteuern. Die erhobenen 
Gelder wurden nebst den Urkunden und anderen Zunftsachen in 
einer gemeinschaftlichen Lade oder Truhe, der Zunftlade, aufbewahrt. 
Damit verband man noch Einrichtungen zur Unterstützung der 
Gesellen, Krankenkassen, Sterbeladen, Einrichtungen zur Fürsorge 
der Wittwen, Waisen und Armen u. s. w. 
Die Zunfteinrichtungen haben, trotz des darin vorwaltenden 
Monopolgeistes, doch ohne Frage zur Entwicklung des Gewerbe— 
betriebes in den europäischen Staaten sehr wesentlich beigetragen. 
Schon der Umstand allein, daß sie sich so allgemein verbreitet hat. 
ten, bezeugt, daß sie keine wesenlose Form waren. 
Zuerst wirkten sie auf eine tüchtige und gediegene Ausbildung. 
Die selbstständigen Handwerker waren wirklich was sie sich nannten.
	        

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Vorschule Der Volkswirthschaft. Verlag von Otto Foerster, 1862.
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