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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

RR 
wonnen hat.') Wie kurz übrigens die Brücke sein kann, die von 
objektiver Völkerrechtssetzung innerhalb eines Staatenvereines 
zur Gesetzeserzeugung innerhalb eines Staates führt, und wie 
wenig begründet es ist, die Beschlüsse der Vereinsorgane als 
Verträge, unfähig zur Rechtsetzung, zu bezeichnen, das zeigt das 
Beispiel des Deutschen Zollvereins nach dem Vertrage vom 
8. Juli 1867. (BGBl. S. 81 ££.) Hier erfolgte die Schaffung von 
„Zollvereinsrecht‘“ durch Zollbundesrath und Zollparlament unter 
bestimmter Mitwirkung des Zollpräsidiums genau in den Formen, 
wie im Norddeutschen Bunde die Erzeugung des Bundesstaats- 
rechts durch Bundesrath und Reichstag unter gewisser Mitwir- 
kung des Bundespräsidiums. Gleichwohl waren die Vereinsge- 
setze völkerrechtliche, die norddeutschen Bundesgesetze staatliche 
Normen. Jene unterschieden sich ihrem formellen Charakter 
nach in nichts von den „Bundesgesetzen“ des deutschen Bundes 
und „wurden“ zu Landesrecht der Vereinsstaaten, ebenso wie die 
Bundesgesetze, nur durch und kraft Verkündigung der Vereins- 
staaten selbst, 
Wenn nun der Inhalt einer auf Feststellung einer Regel ge- 
richteten Vereinbarung den Vereinbarenden als echter Rechtssatz 
entgegentritt, so ist es ausgeschlossen, dass sich einer der von 
ihm ergriffenen Staaten einseitig seiner entledigt. Ist durch Ver- 
einbarung ein Rechtssatz geschaffen worden, so kann er auch nur 
durch Vereinbarung wieder aufgehoben werden; was durch Bildung 
des Gemeinwillens entstand, kann nur durch Aenderung des Ge- 
meinwillens selbst, nicht durch Willensänderung eines in diesem 
Gemeinwillen beschlossenen Einzelwillens wieder vernichtet werden. 
Gewiss — die bindende Kraft des Gemeinwillens für den Einzel- 
willen beruht zum wesentlichen Theile darauf, dass sich der 
Einzelwille, weil er zur Bildung jenes mit beigetragen, nicht einem 
ihm schlechthin fremden Willen gegenüber sieht; aber es ist 
eben nicht blos der eigene Wille, der den Staatswillen im 
Völkerrechtssatz bindet.?) Die Erklärung der Willensänderung 
1) Auf diese Analogie ist schon von anderer Seite aufmerksam gemacht 
worden, allerdings nur mit Bezug auf die Beschlüsse der internationalen Kom- 
missionen. Chauveau a. a. O0. p. 82 Note 1. Andeutungen ähnlichen In- 
halts auch bei v. Holtzendorff in HH I S. 108; Rivier, Lehrbuch 8. 14; 
Principes I p. 38, bei Ersterem unter Einmischung eines unrichtigen Ge- 
dankens. Etwas anders Jellinek, Gesetz u. Verordnung S, 393. 
2) Auf der bereits oben besprochenen abweichenden Ansicht Berg-
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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