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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

2392 
Ausdehnung der einzelnen Staatsgewalt, deren Abgrenzung gegen- 
über anderen Staatsgewalten die Aufgabe des internationalen 
Rechtes bildet, keineswegs von Natur gegeben, sondern erst durch 
Rechtssätze vermittelt ist. Was dem Staate „angehört,“ seien 
es Menschen, seien es Sachen, gehört ihm kraft Rechtssatzes 
an. So oft also das Völkerrecht gegenseitige Rechte und Pflichten 
der Staaten in Bezug auf Staatsunterthanen, auf „nationale“ Schiffe, 
Urkunden, Münzen u. dergl. begründet, wird es normaler Weise 
stillschweigend oder ausdrücklich!) auf jene landesrechtlichen 
Sätze Bezug nehmen. Wenn ich den Ausdruck „Staatsangehörig- 
keit“ in weiterem Sinne anwenden darf, als es gebräuchlich ist, 
so kann ich sagen: zahllose Völkerrechtssätze erscheinen und 
müssen erscheinen in der Form eines durch das staatliche Recht 
über die Staatsangehörigkeit von Personen, Sachen, Rechtsgütern,?) 
Handlungen auszufüllenden Blanketts.?) Dass sich hierdurch Lan- 
Staat zum Haben einer bestimmten Verfassung verpflichtet wird (etwa ein pro- 
tegirter Staat dem Schutzstaate gegenüber), oder wenn er unter der Voraus- 
setzung der Einführung einer bestimmten Verfassung als Staat anerkannt 
wird (z. B. Donaufürstenthümer und Bulgarien; vergl. Pariser Konvention 
vom 19. August 1858, M. N. R. G. XVI. 2. p. 50; Berliner Kongressakte .vom 
13. Juli 1878, M. N. R. G.? III p. 449, Art, 3), so ist damit zugleich ausge- 
asprochen, dass er bei etwaiger, auch legitimer Aenderung seiner Verfassung 
nicht werde verlangen können, dass die nach der neuen Verfassung kompe- 
tenten Organe von den anderen Staaten als legitimirte Repräsentanten be- 
Irachtet werden, 
1) 5. namentlich die in allen neueren Schiffahrtsverträgen wiederkehrende, 
fast stereotyp gewordene Formel, nach der z. B. „alle Schiffe, welche nach 
deutschem Recht als deutsche, und alle Schiffe, welche nach japanischem 
Recht als japanische Schiffe anzusehen sind, im Sinne dieses Vertrags als 
deutsche bez. japanische Schiffe gelten sollen“. Deutsch-japanischer Handels- 
und Schiffahrtsvertrag vom 4. April 1896 (RGBl. 8. 715) Art. 15 und hundert 
andere. (Zahlreiche Beispiele bei Pradier-Fodere V p, 68 et suiv.: s. auch 
Mittelstein in Böhm’s Zeitschr. I S. 659.) 
2) Von der „Staatsangehörigkeit“ der Rechtsgüter wird auch von Anderen 
häufig gesprochen. Versgl. z. B. v. Rohland, Internationales Strafrecht. I S. 6, 
21, 52, 103, 158 u. 6. 
3) Auch hier wird indess zuweilen der „allgemeine“ Grundsatz durch 
spezielle Vereinbarung durchbrochen. Um zu vermeiden, dass eine Person 
oder Sache als mehreren Staaten „angehörig‘““ betrachtet werden muss, hat 
man z, B. vereinbart, dass die einem Staate angehörigen, im anderen naturali- 
sirten Personen unter gewissen Voraussetzungen als nur dem zweiten angehörig 
zu betrachten seien. (Vergl. die sog. Bancroftverträge.) Wollte der erste Staat 
seine Nationalitätsgesetzgebung nicht entsprechend gestalten, so würde im
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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