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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

266 
tigungen !) zum Abschlusse gewisser Verträge oder Vertragsarten 
ertheilen, sind ja häufig genug. Erfüllung der Pflicht, Ausübung 
des Rechts, Uebertretung des Verbots sind also landesrechtsgemäss 
und landesrechtswidrig, und soweit es sich bei solchen Verträgen 
um rechtsetzende Vereinbarungen handelt, sind sie rechtliche und 
widerrechtliche Antheilnahme an der Begründung einer völker- 
rechtlichen Norm. ?) Aber dies so gebildete Völkerrecht selbst, 
genauer die Vereinbarung des Völkerrechtssatzes in ihrer Gesamt- 
heit, duldet kein Urtheil solcher Art. 
Wohl aber ist — und dabei haben wir Halt zu machen — 
der Akt, aus dem das Landesrecht hervorgeht, in seiner Recht- 
mässigkeit nach Völkerrecht zu bewerthen. An diesem Punkte 
zeigt sich die Eigenschaft des Völkerrechts als der „höheren“ 
Rechtsordnung. Ist der Staat überhaupt einer Berechtigung und 
Verpflichtung durch das Völkerrecht fähig, so kann sich inter- 
nationales Recht und internationale Pflicht auch auf seine der 
Erzeugung seines objektiven Rechts gewidmete Thätigkeit be- 
ziehen.?) Eins indess ist sofort klarzustellen. 
nicht hierher; es sind nicht Verbote der Vornahme „völkerrechtlicher Akte“, 
wie G. Meyer, Deutsches Staatsrecht. 4. Aufl. S. 603 annimmt. 
1) Vergl, z. B. preuss. Verf. Art. 87a: „Bei der Bildung gemeinschaft- 
licher Gerichte für Preussische Gebietstheile und Gebiete anderer Bundes- 
staaten sind Abweichungen von Bestimmungen des Art. $6 (Ausübung 
der richterlichen Gewalt sowie Urtheilsfällung und Vollstreckung im Namen 
des Königs) und des ersten Abs. im Art. 87 (Ernennung der Richter durch 
den König u. s. w.) zulässig“. 
2) Vorbehaltlich natürlich der Frage, ob das Völkerrecht nicht selber 
die Landesrechtswidrigkeit dieses Aktes für relevant erklärt. S. oben S. 236 £f. 
3) Stellt man sich mit der herrschenden Lehre unter der Quelle des 
Landesgewohnheitsrechts eine andere Kraft als den Staatswillen vor, 
so ist eine völkerrechtliche Motivirung dieser Quelle natürlich nicht möglich. 
Entweder nicht, weil man sie überhaupt nicht als Willen denkt, oder, wenn 
man das thut, weil dieser Wille nicht unmittelbar von den Normen des nur 
die Staaten als solche verbindenden Völkerrechts ergriffen wird. Als völker- 
rechtliches Verhältniss würde dann hier nur Recht oder Pflicht des Staates 
erscheinen, entweder die Entstehung neuen Landesgewohnheitsrechts zu- 
zulassen oder zu verhindern — oder bestehendes Recht dieser Art zu 
anterdrücken oder nicht zu unterdrücken. Dahin würden also z. B. die 
Staatsverträge gehören können, die einem der kontrabirenden Staaten oder allen 
die Beseitigung der dem Vertragsinbalte widersprechenden „Landesgebräuche“ 
zur Pflicht machen (s. beispielsweise den Vertrag zwischen Frankreich und 
Spanien vom 15. August 1761, M. R. I p. 16, Art. 21). Die Eigenart dieses
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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