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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

309 
deutsche Kaiser wäre niemals befugt gewesen, den französischen 
Polizeikommissar Schnäbele, dessen Verhaftung an der deutsch- 
französischen Grenze im Jahre 1887 so ernsthafte Verwickelungen 
mit Frankreich befürehten liess, ohne Angehen des Gerichts 
oder gar gegen dessen Willen aus einer durch gerichtlichen Be- 
fehl über ihn verhängten Untersuchungshaft zu befreien, auch 
wenn Völkerrecht und Politik noch so eilige Erfüllung des fremd- 
ländischen Begehrens verlangt hätten.!) Keine Behörde darf eine 
vom Auslande, sei es auch völkerrechtlich mit gutem Grunde 
verlangte Genugthuung für einen Angriff auf ausländische Rechts- 
güter durch Bestrafung des Schuldigen gewähren, wenn das Ge- 
setz keine Strate für die Handlung kennt.?) Keine Regierung dürfte 
die budgetrechtlichen Schranken blos um deswillen überschreiten, 
weil sie völkerrechtlich vernflicehtet ist. Zahlungen zu leisten. 3) 
Ebenso wie das völkerrechtlich gebotene kann nun auch — um 
das hier einzuschalten — das völkerrechtswidrige Landesrecht 
in zwei Formen auftreten. Hier kommt es darauf an, ob das Gesetz 
einem völkerrechtlichen Verbote der Rechtsetzung selbst zuwider- 
der Abolition besitzt, so konnte Art. 19 des Friedens mit Preussen vom 
21. Oktober 1866 (M. N. R. G. XVII p. 366) ausschliesslich durch Ministerial- 
verordnung (vom 27. Oktober 1866) ausgeführt werden. 
1) Ich verweise auf den Exkurs über diesen Fall am Schlusse des Ab- 
schnitts, S. 311 ff. 
2) Der Gegensatz absolutistischer und konstitutioneller Auffassung in 
diesem Punkte zeigt sich hübsch in der bekannten Geschichte des Konfliktes 
zwischen Russland und England aus.den Jahren 1708 und 1709. Der rus- 
sische Botschafter beim englischen Hofe war Schulden halber in London von 
der Strasse weg verhaftet und übel behandelt worden. Der Czar forderte für 
alle bei der Verhaftung Betheiligten die Todesstrafe! Die Antwort der 
Königin besagte selbstverständlich, sie könne ohne Ermächtigung durch Lan- 
desgesetz keinen ihrer Unterthanen mit solcher und überhaupt mit einer 
Strafe belegen. Vergl. Boyer, The History of the Reign of Queen Anne, 
London VIL. (1709) p. 240 foll., VIII (1710) p. 153 foll., und über den ganzen 
Vorfall und seine Behandlung ebenda VII p. 233 foll., 335 foll., VIII p. 141 foll. ; 
auch de Martens, Canses celebres du droit des gens. 2 6d. I Leipzig 1858. p. 73 
et suiv. Der Erfolg der Reklamation war indess der schleunige Erlass des 
Gesetzes 7 Anne c. 12, sect. 3, 4, 6, durch das sich die englische Regierung 
in die Lage setzte, derartige Angriffe auf fremde Gesandte pflichtgemäss zu 
ahnden — wenngleich nicht mit dem Strange! 
3) Eine andere Frage, ob dem Parlament in solchem Fall ein freies Ausgabe- 
rerweigerungsrecht zusteht, S.v. Holtzendorff, HH 118. 95. u. unten $ 13, V.
	        

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Geschichte Des Bremer Binnenhandels Im 19. Jahrhundert Namentlich Unter Den Alten Verkehrsformen Und Im Übergang. Verlag von Franz Leuwer, 1913.
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