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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

132 
seine materielle Kraft wenigstens mit dem Tage der Verkündung 
zu beginnen hat.!) 
Jeder staatliche Rechtssatz bleibt so lange in Kraft, als er 
nicht durch einen späteren aufgehoben wird, oder bis der Augen- 
blick eintritt, auf den er selbst seine Geltungsdauer abgestellt 
hat. Für das völkerrechtsgemässe Landesrecht ist auch hier 
nichts Besonderes zu sagen. Selbst wenn das völkerrechtliche 
Rechtsverhältniss erlischt, . dessen Entstehung die Schöpfung des 
landesrechtlichen Satzes motivirt hatte, so ist nicht selbstver- 
ständlich, dass dieser gleichzeitig zu gelten aufhöre. Immer 
kommt es allein auf den Willen des Staates an, und der Staat 
zann ein grosses Interesse an der Fortdauer des nunmehr völker- 
rechtlich irrelevanten oder auch völkerrechtswidrigen Rechtes 
yesitzen.?) Allein die Regel wird sein, dass das Gesetz, das auf 
spezieller internationaler Vereinbarung ruht — nur um solche 
kann es sich hier handeln —, von vornherein erklärt, es wolle 
nur so lange gelten wie diese.?) Auch ohne ausdrückliche Be- 
1) Wird ein Vertrag, der eine Bestimmung über den Beginn seiner 
Geltung enthält, zwar vor diesem Termine, aber ohne die erforderliche Ge- 
nehmigung des Parlaments veröffentlicht (so der deutsch-Österreichische 
Handelsvertrag vom 16. Dez. 1878, RGBl. S. 365), so bedeutet die nach- 
:;rägliche Vorlage an und die Genehmigung durch die Volksvertretung — ab- 
gesehen von etwaiger Indemnitätsertheilung — Einbringen und Annahme eines 
Jesonderen Gesetzes, welches das vertragsgemässe Recht mit rückwirkender 
Kraft einführt. Dieses Gesetz bedarf aber ganz zweifellos der Verkündung, 
lie durch eine Bekanntmachung des ’Reichskanzlers über die erfolgte Zu- 
stimmung (s. RGBIl. 1879 $S. 11) in höchst ungenügender Form bewirkt wird. 
Wenn Heilborn, a. a. 0. S. 169. die Entbehrlichkeit der Verkündung 
lamit rechtfertigen will, dass die vorherige Verkündung des Vertrags die 
Einführung eines „suspensiv bedingten“, nämlich durch die künftige Billigung 
des Reichstags bedingten „Vertragsgesetzes“ bedeute, so ist das sicher 
unrichtig, Eine nichtige Verordnung ist doch in alle Wege kein bedingtes 
Gesetz! . 
2) Richtig Seligmann, a. a. 0. S. 216f. — Besonders naheliegend ist 
das, wenn ein Gesetz anfänglich völkerrechtlich irrelevant war und erst 
später zu gebotenem Recht wurde; s. oben S. 284. 
3) Es bemisst entweder seine Dauer durch Angabe einer bestimmten, mit 
der Vertragsdauer übereinstimmenden Frist, so z. B. die kaiserl. Verordnung, 
betr. die Einschränkung der Gerichtsbarkeit der deutschen Konsuln in Egypten, 
v. 23, Dez, 1875, $ 7, oder es sagt schlechthin, es wolle auf die Vertragsdauer 
velten: so das mehrerwähnte Reichsgesetz vom 17. Juli 1551, $ 1: „für die
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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