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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

56 
die Verbindung von Strafsachen, die an sich bei mehreren an- 
hängig sind, zur Verhandlung bei einem übereinkommen (StPO. 
$ 13). Das bei Weitem Wichtigste ist indess, dass die Verein- 
barung die Form darstellt, unter der eine Mehrheit von Personen 
sich zur künftigen !) Gründung eines sie alle umfassenden Ver- 
bandes, eines Vereins, einer Körperschaft insbesondere, verbindet. 2) 
Dies Uebereinkommen ist kein Vertrag, ebensowenig aber die Fest- 
stellung der Verfassung, des Statuts des zu gründenden Verbands, 
der Korporation. Denn hier ist der Wille aller Betheiligten voll- 
kommen gleichen Inhalts. Er ist auf gleiches künftiges Verhalten, 
den Zutritt zum Verein, und auf einen für alle gleichbedeutenden 
äusseren Vorgang, die Entstehung eines Verbandes, dessen Mit- 
glied jeder genau so wie der andere werden will, gerichtet; jeder 
will wie der andere, dass der Verband mit der durch die Eini- 
gung bestimmten Verfassung ins Leben trete. 
1) Dass die Gründung einer Korporation selbst kein Vertrag ist, das ist 
namentlich von Gierke an den verschiedensten Stellen seiner Werke betont 
worden. (Genossenschaftstheorie, S. 121, 133 £f.; v. Holtzendorff’s Rechts- 
lexikon, 3. Aufl. II. Leipzig 1881, 8. v. Korporation, S. 562; Deutsches Privat- 
recht I. 8. 486 u. ö.) Andere haben sich ihm angeschlossen, z. B. Rosin, 
Hirth’s Annalen des deutsch. Reichs. 1883, S. 303 (im Sep.-Abdr. S. 39). 
Aber es ist wichtig zu erkennen, dass nicht nur die Gründung, sondern schon 
das auf sie gerichtete Abkommen kein Vertrag ist, was auch von denen oft 
verkannt wird, die in der Gründung selbst einen eigenartigen „konstitutiven 
Gesamtakt“ erblicken, z. B. von Rosin a. a. 0. Gierke sagt (Genossen- 
schaftstheorie S. 130, Note 1) treffend: „Ist die Errichtung einer Körperschaft 
kein Vertrag, so sind auch die vorbereitenden Verträge keine Vorverträge, 
keine pacta de contrahendo. Wohl aber sind sie eigenartige pacta de 
constituendo‘“, Diese pacta de constituendo sind eben Vereinbarungen. Ich 
verwahre mich aber ausdrücklich dagegen, als meinte ich, dass der Gründung 
einer Korporation keine Verträge voraufgehen könnten. Selbst unter den 
Gründern ist das selbstverständlich möglich. Ich betrachte bloss die Einigung 
der Gründer darüber; dass ein Verband mit bestimmter Verfassung ins Leben 
treten soll, nicht als Vertrag. — Viele Missverständnisse würden vermieden 
worden sein, wenn man genauer zwischen der Vereinbarung der künftigen 
Gründung, der Vereinbarung der Verfassung und dem Gründungsakte selbst 
unterschieden hätte, Nur scheinbar fallen diese oft zusammen. S. auch unten 
S. 59 bei Note 3, 
2) Ist auch der Societätsvertrag oder wenigstens der auf Errichtung einer 
modernen Handelsgesellschaft gerichtete Vertrag‘ Vereinbarung, oder ist er Ver- 
trag? Die besondere Natur des Gesellschaftsvertrags ist ja oft betont worden. 
Vergl. schon Wilda in Weiske’s Rechtslexikon I. S. 545f.; Kuntze in 
v. Holzschnher’s Theorie u. Casuistik des gemeinen Civilrechts. 3. Aufl. 111.
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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