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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892064405
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236566
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Urzeit und Mittelalter
Volume count:
Abt. 1
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XVII, 411 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Siebentes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Saint-Simon, die Saint-Simonisten u. d. Ursprung des Kollektivismus. 231 
Unglücklicherweise gewann unter dem Einflüsse Enfantin’s die 
philosophische und mystische Seite des Saint-Simonismus die Oberhand 
über die soziale Seite. Das sollte den Ruin der Schule herbeiführen. 
Nach den Saint-Simonisten genügt es nicht, der modernen Mensch 
heit ihre soziale Bestimmung zu zeigen; man muß, so sagen sie, die 
Menschheit dazu bringen, ihre Bestimmung zu lieben, sie herbeizu 
sehnen und zwar mit der ganzen Kraft des Gefühls, und zwischen den 
Menschen jene Einheitlichkeit der Gedanken und der Handlungen schaffen, 
die allein durch eine gemeinsame, religiöse Überzeugung bewirkt wird. 
Der Saint-Simonismus wurde zu einer Religion mit einem Kultus, einer 
Moral, mit organisierten Predigten, mit Gemeinden, die sich an ver 
schiedenen Punkten des Landes gründeten, und mit Aposteln, die in die 
Perne gingen, um die frohe Botschaft überall zu verkünden. Es ist eine 
fremdartige Tatsache, die wohl der Untersuchung wert ist, wie diese 
Menschen, deren verfeinerte, wissenschaftliche Kultur sehr hoch stand, 
die allen bestehenden Religionen feindlich gesinnt waren, zu dieser Krisis 
«ines religiösen Mystizismus gelangten, sie, von denen die meisten mehr 
dazu vorbereitet waren, sich geschäftlich zu betätigen, als eine neue 
nKirche“ zu gründen! 
Enfantin und Bazard waren die Päpste des neuen Kultus, aber 
Bazard trat bald zurück, und Enfantin blieb der alleinige „Heilige 
Vater“. Er zog sich mit 40 Schülern in ein in Menilmontant gelegenes 
Haus zurück und führte dort mit ihnen vom April bis zum Dezember 
1831 eine Art Klosterleben, während draußen die Propaganda lebhafter 
als je durch die Zeitung Le Globe, die seit Juli 1831 das Eigentum der 
Schule war, getrieben wurde. Dieses merkwürdige Leben wurde durch 
eine gerichtliche Untersuchung unterbrochen, der eine Verurteilung 
z u einem Jahr Gefängnis folgte, die das Schwurgericht gegen Enfantin, 
Uuverger und Michel Chevalier unter dem Vorwände einer ungesetz 
lichen Vereinigung verhängte. Das war der Anstoß zur Auflösung. 
Dieser letzte Abschnitt, der aufsehenerregendste in dem ganzen 
Leben der Schule, machte auf die Zeitgenossen den meisten Eindruck. 
Hie Religion des Saint-Simonismus verdunkelte und kompromittierte 
für einige Zeit den Saint-Simonismus als rein soziale Lehre, wie später 
hin die positivistische Religion in der Meinung der Öffentlichkeit die positive 
Philosophie verdrängen sollte. Das, was uns hier interessiert, ist einzig 
*nn§e, 1829. Wir zitieren nach der 2. Ausg. (Paris, 1830). Diesen Werken könnte 
Wan die Aufsätze anfügen, die Enfantin im Globe veröffentlicht und unter der Über 
schrift Üconomie politique et Politique (Volkswirtschaft und Politik) in einem 
Pand (2. Ausg. 1832) vereinigt hat. Doch sind diese Aufsatze viel weniger interessant 
als die Doctrine und geben einfach die Gedanken wieder, die Enfantin schon in seinen 
'ifSätzen im Producteur dargelegt hatte.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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