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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Volume

Identifikator:
1892064901
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-238006
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Urzeit und Mittelalter
Volume count:
Abt. 1
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XIX, 488 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Elftes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
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  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Pfefferöl 
329 
Pflanzenwachse 
sigkeiten von feinem Pfefferminzgeruch und bren 
nendem, hinterher kühlendem Geschmack, der 
aber nicht bitter sein darf. Sie drehen die 
Polarisationsebene stark nach links und lösen 
sich in verdünntem Spiritus auf. Ihr wich 
tigster Bestandteil ist das zum Teil mit Essig- 
und Valeriansäure veresterte Menthol und das 
zugehörige Keton Menthon. Zum Nachweise 
der zahlreichen Verfälschungen durch Alkohol, 
Terpentinöl, ätherische und fette Öle bestimmt 
man die physikalischen Kennzahlen und in be 
sonderen Fällen den Mentholgehalt. Pfeffer 
minzöl dient zur Darstellung von Menthol, Li 
kören, Mundwässern und anderen komestischen 
Mitteln sowie zum Einreiben gegen Zahnschmer 
zen und Migräne. 
Pfefferöl (lat. Oleum piperis, frz. Essence de 
poivre, engl. Pepper oil), das durch Destillation 
mit Wasserdampf aus dem schwarzen Pfeffer 
gewonnene dünnflüssige, farblose bis gelbgrüne 
ätherische Öl hat ein spez. Gew. von 0,870 bis 
0,916 und riecht stark nach Pfeffer, zeigt aber 
einen milden Geschmack und dient bisweilen 
als Zusatz bei der Bereitung bitterer und aro 
matischer Liköre. 
Pfirsiche (frz. Pöches, engl. Peaches) sind die 
Früchte des Pfirsichbaumes Amygdalus per- 
sica, der in Persien heimisch, schon vor alten 
Zeiten nach Griechenland und Italien und dann 
weiter über das wärmere und gemäßigte Europa 
verbreitet worden ist. In Mitteldeutschland, bis 
wohin der Baum überhaupt nur vorgerückt ist, 
wird er meist nur als Spalierbaum an, Wänden 
gezogen. In Süddeutschland hat man die Bäume 
freistehend und gewinnt schon recht gute Früchte, 
noch bessere jedoch jenseits der Alpen, in Süd 
tirol, Italien, Südfrankreich, Spanien, Portugal 
und Ungarn. Neuerdings werden P. von Kali 
fornien im großen Maßstabe teils frisch, teils 
getrocknet versandt, doch müssen die letzteren, 
wie die meisten amerikanischen Erzeugnisse, mit 
Vorsicht genossen werden, da sie vielfach durch 
übermäßig starkes Schwefeln gebleicht und halt 
bar gemacht worden sind. Nach der Art der 
Oberfläche unterscheidet man die zahlreichen 
Spielarten meist in rauhschalige, zu denen die 
mitteldeutschen gehören, und in glattschalige 
(Nektarinen). — Die Pfirsichkerne dienen 
zur Herstellung von Marzipanersatz, auch wird 
aus ihnen fettes und ätherisches Pfirsichkernöl 
gewonnen. Das fette Pf. (lat. Oleum Nucum 
Persicarum, frz. Huile de Peches, engl. Peaches- 
°il) wird durch Pressung namentlich in Frank 
teich gewonnen und fälschlich als „Mandelöl 
aus Pfirsichkernen“ bezeichnet. Es wird zum 
Verfälschen des echten fetten Mandelöls, vielfach 
auch als Ersatz des teuren echten Mandelöls, 
z, B. bei der Bereitung von Cold-cream, zu Haar- 
clen usw. verwandt. Das destillierte ätherische 
Vf. dient zur Verfälschung des echten Bitter 
mandelöls. Das aus Ostindien eingeführte dunkel- 
gelbe Pfirsichkernöl (B emi-ki-tel) ist etwas blau 
säurehaltig und hat ein spez. Gew. von 0,9232. 
Oie frischen Blüten und Blätter liefern bei der 
Destillation mit Wasser blausäurehaltige Wässer, 
die hier und da offizinell sind. 
Pfirsichäther, ein das Pfirsicharoma ziemlich 
Sut nachahmendes Gemisch von Butter- und 
Valeriansäureamylester, Essigester und Bitter 
mandelöl. 
Pflanzendunen. Unter diesem Namen faßt 
man die verschiedenen Arten feiner seidenartiger 
Wollfasern zusammen, die sich als Umhüllung 
der Samen in den Fruchtkapseln mehrerer tro 
pischer Bäume der Gattungen Bombax, Ochro- 
ma, Chorisia und Eriodendron vorfmden. 
Als wichtigste sind folgende anzuführen: r. Ka 
pok (Bombaxwolle, Kapas, Kapok, Ran- 
doe, Randoekapok, frz. Ouatte vögetale, Du 
vet, Coton soyeux, engl. Silk cotton, Simool 
cotton, Raw cotton). Diese hauptäschlich aus 
Java. Indien und Zeylon kommende Wolle stammt 
von Eriodendron anfractuosum DC. (Ceiba 
pentandra, Bombax pentandrum L.) und besteht 
aus 0,5—2 cm langen, seidenartig glänzenden 
Fasern von gelblichweißer bis brauner Farbe, 
welche kürzer, steifer und elastischer als die 
jenigen der Baumwolle sind. 2. Zeibawolle 
(Paina limpa), angeblich von Bombax hepta- 
phyllum L. und Bombax Ceiba L., kommt 
aus Südamerika und Westindien. Die Fasern sind 
1—1,5 cm lang, oft ziemlich weiß, häufiger aber 
hellbraun. 3. Ochromawolle (frz. Edredon 
vegetale, Patte de liövre) von Ochroma lago- 
pus Sw., einer auf Guadeloupe und Martinique 
angebauten Bombazee, ist gelbbraun gefärbt 
und o,s—i,s cm lang. Verwendung finden 
diese Pflanzenwollen fast nur zum Polstern und 
zur Herstellung von Watte, hingegen sind sie 
zum Verspinnen wenig geeignet. Nur die 2 bis 
3 cm lange Wolle von Bombax heptaphyl- 
lum soll bisweilen mit Baumwolle gemengt 
versponnen werden. Namentlich die Kapoksorte 
bildet das beste pflanzliche Stopf- und Polster 
material und steht den echten Dunen an Elasti 
zität und Leichtigkeit nicht viel nach. — Zusätze 
von Baumwollenabfällen (Cotton fly) und Pulu- 
faser sind als Verfälschungen zu beurteilen, da 
besonders die letztere schon nach kurzem Ge 
brauche infolge ihrer Brüchigkeit in Stückchen 
und Pulver zerfällt. 
Pflanzentalge. Mit diesem Namen bezeichnet 
man einige besonders harte Fette pflanzlichen 
Ursprungs, die wegen ihrer äußeren Beschaffen 
heit vielfach auch die falsche Bezeichnung 
Pflanzenwachs führen. Zu ihnen gehört neben 
dem Japan wachs (s. d.) besonders das My- 
rika- oder Myrtenwachs (s.d.), der Mala 
bartalg (s.d.), der Mafurahtalg (s.d.) und der 
Chinesische Talg aus den Samen von Stil- 
lingia sebifera. Hingegen wird das Chine 
sische Wachs durch die Tätigkeit einer Schild 
laus hervorgerufen und daher unter Wachs be 
sprochen. 
Pflanzenwachse, an Früchten, Blättern und 
Rinden tropischer Gewächse aüsgeschiedene fett- 
und wachsartige Stoffe, zeigen eine dem Bienen 
wachs ähnliche chemische Zusammensetzung, 
ohne doch mit ihm völlig identisch zu sein, und 
können dieses für gewisse Zwecke, besonders zur 
Herstellung von Kerzen, ersetzen. Das wichtigste 
P. ist unter seinem Namen Karnaubawachs be 
sprochen worden. Eine andere Sorte soll von 
der in den Anden heimischen Wachspalme 
(Ceroxylon andicola) am ganzen Umfange 
des Stammes als dichte, harzig-wachsartige.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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