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Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892064901
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-238006
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Urzeit und Mittelalter
Volume count:
Abt. 1
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XIX, 488 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Elftes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Elftes Buch
  • Zwölftes Buch
  • Dreizehntes Buch

Full text

52 Elftes Buch. Erstes Kapitel. 
dung stand über dem Herkommen: er sprach etwas Latein und 
Französisch, und er war Lesens und Schreibens kundig. 
Auch waren die Anfänge des neuen Herrschers glücklich. 
Wie alle Könige seines Schlages, lebte er zunächst unter dem 
günstigen Einfluß der zahlreichen Sonderinteressen, die durch 
seine Wahl befriedigt worden waren. So gelang es ihm, sich 
mit Albrecht von fsterreich abzufinden, der drohend im Elsaß 
stand; auch schuf er Ruhe und Frieden am Rhein und in 
Schwaben. Dabei zeigten sich schon die Anfänge einer be— 
stimmten Stellungnahme zu den sozialen Mächten im Reiche; 
Adolf suchte es mit der kriegerischen Kraft des Adels gegen die 
Fürsten und teilweise auch gegen die Städte zu halten. 
Wie aber wäre das möglich gewesen ohne eine größere 
königliche Hausmacht? Und wo war sie zu finden? Lag es 
in der Natur der Dinge, daß die Kandidaten zur Krone vor⸗ 
nehmlich den minder mächtigen Fürsten des westlichen Mutter— 
landes entnommen wurden, so war es ebenso selbstverständlich, 
daß diese eine Verstärkung ihrer heimischen Kräfte im Kolonial—⸗ 
gebiete, dem Lande großer Territorien und rasch wechselnder 
fürstlicher Schicksale suchten. So hatten die Habsburger den 
Südosten gewonnen. Für Adolf war das Land der Zukunft 
Thüringen und das heutige Königreich Sachsen. Wir kennen 
die Auflösung der Herrschaftsverhältnisse in diesen Gegenden 
aus der Zeit König Rudolfs. Ja hatte Rudolf nicht vielleicht 
hier das zweite Hausmachtscentrum finden wollen, das er in 
Schwaben und Burgund vergeblich gesucht? 
Wie dem auch sei: Thüringen vor allem, wo Albrecht der 
Unartige mit seinen Söhnen Friedrich und Diezmann in ewigem 
Zwiste lebte, forderte zu eigensüchtigen Eingriffen der Reichs⸗ 
gewalt heraus. Das umsomehr, seitdem am 16. August 1291 
Markgraf Friedrich Tuta von Meißen und Osterland gestorben 
war und seinen Besitz seinen Vettern Friedrich und Diezmann 
hinterlassen hatte. Wie, wenn der König jetzt Meißen und Osterland 
als erledigte Reichslehen einzuziehen und im Kampfe um diese Lehen 
zugleich Thüringen zu erobern suchte? Adolf nahm dies Ziel auf 
und verband sich zu diesem Zweck mit Albrecht dem Unartigen.
	        

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Urzeit Und Mittelalter. Heyfelder, 1904.
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