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Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892065975
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236173
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Volume count:
Bd. 5, Hälfte 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1894
Scope:
XIII, 358 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Weiterbildung der religiösen Ideen, soziale Revolution
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Vierzehntes Buch. Erstes Kapitel. Die habsburgische Hausmacht unter Kaiser Maximilian I. ; Königtum und ständischer Föderalismus
  • Zweites Kapitel. Wirtschaftliche und soziale Wandlungen vom 14. zum 16. Jahrhundert
  • Drittes Kapitel. Entwicklung der individualistischen Gesellschaft
  • Viertes Kapitel. Erste Blüte individualistischen Geisteslebens
  • Fünfzehntes Buch. Erstes Kapitel. Religiöse Bewegung ; Luther
  • Zweites Kapitel. Weiterbildung der religiösen Ideen, soziale Revolution

Full text

Weiterbildung der religiösen Ideen, soziale Revolution. 329 
fränkischer Ritter eine „Beschwernis gemeiner Ritterschaft“ 
zusammen; man konnte in ihrer Bewegung den Anfang einer 
Reform erblicken wollen. Allein bald stellte sich heraus, daß 
auch jetzt noch dem Adel ein Verständnis seiner Lage abging. 
Er wollte noch den Fürsten ebenbürtig auftreten, mit ihnen 
verhandeln auf dem fast gleichheitlichen Fuße etwa des 14. Jahr⸗ 
hunderts. Er ignorierte die sozialen und politischen Verände⸗ 
rungen der letzten fünf Generationen; er lebte gleichsam nicht 
in seiner Zeit. 
Unter diesen Umständen mußten sich die anderen Stände 
der Reform des Adels annehmen, die er selbst nicht verstand; 
die Frage wurde im höchsten Grade eine öffentliche, eine Reichs⸗ 
frage. Von diesem Standpunkte aus wandte sich schon der 
Kölner Reichstag des Jahres 1512 gegen das Raubritterwesen, 
wenn er „unehrliche, unerhörte That und Mißhandlung“ ver⸗ 
dammte. Allein, was half eine so versteckte Ruge? Eben im 
Jahre des Kölner Reichstags plünderte der tapfere Ritter Götz 
don Berlichingen einen großen Warenzug, der von der Leipziger 
Messe nach Süddeutschland ging, und selbst der Umstand, daß 
seine Genossen ihn ächteten, hinderte ihn nicht an weiterer 
Gewaltthat. Und bald ward er von Sickingen übertroffen. 
Als einfacher Räuber hat auch Sickingen begonnen, mochte er 
nebenher auch aus dem Betriebe von Bergwerken namhafte 
Summen ziehen. Seine Fehde gegen Worms im Jahre 1514 
hatte es nur auf unredlichen Erwerb abgesehen; im Jahre 1517 
hat er im Mainzer Gebiet einen Warenzug schwäbischer Städte 
mit seltener Frechheit geplündert. Reichsmandate halfen dem 
gegenüber nicht; zum Schutze vor ihnen ward Sickingen Pen— 
fionär des Herzogs von Lothringen und des französischen Königs. 
Trat er dann im Frühjahr 1618, nunmehr schon politisch be— 
deutend, auf die Seite Kaiser Maxens, so geschah auch das 
nur unter dem Einfluß einer kaiserlichen Pension, und die 
Schwenkung hinderte ihn nicht, bald darauf die deutschen 
Tetritorien der Stadt Metz und des Landgrafen Philipp von 
Hessen aufs jämmerlichste zu brandschatzen. 
Was war gegen solche Ungeheuerlichkeiten zu thun? Kaiser
	        

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Deutsche Geschichte. Gaertner, 1894.
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