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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892066122
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236166
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Volume count:
Bd. 5, Hälfte 2
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1895
Scope:
XV, S. [359]-767
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Niederländischer Aufstand; Gründung der nord-niederländischen Republik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

212 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Fourier’s von sich, obwohl er die Übereinstimmung ihrer Ziele mit dem, 
dem er nachstrebt, anerkennt. Er scheint nicht zu verstehen, „daß diese 
Zerstücklung“, die er anpreist, nicht weniger chimärisch ist, als die kom 
munistische Utopie, die ihn erschreckt. Das System Owen’s weist er 
zurück, weil er darin „jene Chimäre, die das persönliche Interesse durch 
das der Korporation zu ersetzen sucht“ sieht; er hatte aber nicht begriffen, 
daß es sich keineswegs umKorporation handelte. Es ist wahrscheinlich, 
daß, wenn Sismondi heute lebte, er die Kooperation vorgeschlagen 
haben würde. 
In der Zwischenzeit aber, bevor die Vereinigung zwischen Eigen 
tum und Arbeit verwirklicht werden kann, verlangt Sismondi schon 
für die Gegenwart gewisse einfachere Reformen, die bestimmt sind, den 
drückendsten Leiden der Arbeiterklasse abzuhelfen. Zunächst wünscht 
er, daß man den Arbeitern das Koalitionsrecht zurückgebe, oder viel 
mehr gewähre 1 ). — Weiterhin, daß man die Kinderarbeit wie die Arbeit 
am Sonntag verbiete, und daß man ebenfalls die Arbeitszeit der Er 
wachsenen begrenze 2 ). Dann will er, daß man das, was er „professionelle 
Garantien“ nennt, schaffe, nämlich die Verpflichtung für die Arbeitgeber 
(landwirtschaftliche, wie Fabrikarbeitgeber), auf ihre Kosten den Arbeiter 
während der Zeiten der Krankheit, der Arbeitslosigkeit und des Alters 
zu unterhalten. Wenn diese Forderung anerkannt wäre, würden die Arbeit 
geber kein Interesse mehr daran haben, den Lohn ihrer Arbeiter beständig 
zu verringern, — oder Maschinen einzuführen, oder schließlich die Pro 
duktion ohne Notwendigkeit zu vermehren. Wenn sie für das Schicksal 
ihrer Arbeiter verantwortlich wären, würden sie die Wirkungen in Be 
tracht ziehen, die alle Neuerungen, die sie heute nur vom Gesichtspunkt 
ihres Profites aus ins Auge fassen, auf das Wohlsein ihrer Arbeiter haben 3 ). 
Man könnte versucht sein, in diesem Vorschlag eine Vorahnung der großen 
sozialen Versicherungsgesetze zu sehen, die die europäischen Staaten 
seit 30 Jahren bei sich eingeführt haben. Das trifft jedoch nur teilweise zu. 
Denn für Sismondi ist der Arbeitgeber, und nicht die Gesellschaft, der 
jenige, der diese Lasten zu übernehmen hat. — Das, was er gerade den 
englischen Unterstützungsgesetzen, besonders dem berühmten Armen 
gesetz vorwirft, ist, daß es die Löhne erniedrigt und die Gleichgültigkeit 
der Arbeitgeber erhöht, indem es sich an die Stelle der Hilfe setzt, die 
sie den Arbeitern leisten sollten. 
Im Ganzen zeigt die Haltung Sismondi’s sowohl in seinen Reform- 
projekten, wie in seiner Kritik der Ökonomisten jene Zaghaftigkeit und 
jene Unsicherheit, die sich aus einem beständigen Konflikt zwischen 
seinem Verstände und seinem Gefühle ergaben. Zu intelligent, um die 
0 N. P., II, S. 451. 
2 ) N. P., II, S. 338. 
3 ) N. P., II, S. 661.
	        

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The Constitution of Canada. Univ. Press, 1889.
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