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Neuere Zeit (Abt. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Neuere Zeit (Abt. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892067188
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236614
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neuere Zeit
Volume count:
Abt. 2
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XVI, 482 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Achtzehntes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neuere Zeit (Abt. 2)
  • Title page
  • Contents
  • Siebzehntes Buch
  • Achtzehntes Buch
  • I. Personenregister
  • II. Sachregister

Full text

356 Achtzehntes Buch. Erstes Kapitel. 
lage die Folge; und wo wir dessen Verlauf genauer übersehen 
können, da reden die Zahlen eine schmerzend eindringliche Sprache. 
In Augsburg z. B., dessen Bevölkerungsrückgang oben berührt 
wurde, gab es 1617 noch 148 Vermögen, die zwischen 50 
und 100 fl. steuerten, sowie 100 Vermögen, die über 100 fl. 
steuerten; und die Steuer des höchsten Vermögens betrug 
2666 fl. Im Jahre 1661 dagegen gab es nur noch 36 Ver⸗ 
mögen, die zwischen 50 und 100 fl. steuerten, und nur 20, die 
uͤber 100 fl. steuerten; die höchste Steuer aber betrug 428 fl., 
obgleich die Besteuerung strenger gehandhabt wurde als vor dem 
Kriege und der Gulden etwas weniger galt. Mögen nun auch 
manche Städte weniger gelitten haben, ja einige infolge be— 
sonderer Umstände an Wohlstand sogar gestiegen sein: im ganzen 
handelte es sich um Kapitalverluste, die den sozialen Charakter 
des Bürgertums der guten alten Zeiten veränderten: nicht ein 
Aderlaß war es, um den es sich handelte, sondern eine 
Schröpfung. Was noch von großem Kapital den Geldkrisen des 
16. Jahrhunderts entschlüpft war, das ging jetzt fast durchweg 
verloren: verhältnismäßig arm ging das Bürgertum aus dem 
Kriege hervor. Gewiß war auch damit noch nicht alle Initiative 
berloren; ja wir sehen hier und da noch kaufmännische und selbst 
handelspolitische Regungen im alten Stil: so wenn von Köln 
der Mitgenuß der Privilegien des Fondaco dei Tedeschi zu 
Venedig mit Erfolg angestrebt wird (1652). Im ganzen aber 
war die alte Tatkraft dahin, und ihre schwachen Reste erstreckten 
sich nur noch auf Dinge und Geschäfte, die man noch in der 
—D— als klein und kleinlich 
bezeichnet haben würde, und die weit zurückblieben hinter dem 
jungen Aufschwung der anderen, jetzt konkurrierenden Nationen. 
Statt dessen machten sich alle Merkmale moralischen Ver⸗ 
falls breit: Geldsucht, niedrige Völlerei und hohles Prunken 
mit Außerlichkeiten. Namentlich die Putzgier und Schmuck⸗ 
sucht war ein so allgemeines Zeichen der Zeit und griff so tief 
in die niedersten Kreise ein, daß ein Sittenroman von der Höhe 
des Simplizissimus mit der Erinnerung an sie beginnen konnte. 
Und immer wieder kommt der Simplizissimus auf diesen einen
	        

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Neuere Zeit. Heyfelder, 1904.
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