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Neuere Zeit (Abt. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Neuere Zeit (Abt. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892067188
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236614
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neuere Zeit
Volume count:
Abt. 2
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XVI, 482 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Siebzehntes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neuere Zeit (Abt. 2)
  • Title page
  • Contents
  • Siebzehntes Buch
  • Achtzehntes Buch
  • I. Personenregister
  • II. Sachregister

Full text

Wandlung des Seelenlebens vom 16. zum 18 Jahrhundert. 67 
gelehrter Berufsarten schon das wichtigste Ergebnis gesichert, 
das sich an die Entwicklung rein geistig tätiger Stände knüpfen 
konnte: es war gesorgt für eine zweckmäßige und genaue Formu— 
lierung, sowie eine niemals abbrechende Überlieferung einmal 
gewonnenen Wissens, und es waren für die Erweiterung des 
Erkenntnisstandes feste Garantien geschaffen. Es war ein erster 
ganz entschiedener Schritt zum Siege der geistigen Arbeit über 
die materielle und damit zur planmäßigeren Ausgestaltung höheren 
menschlichen Daseins überhaupt. Denn während die materielle 
Arbeit nicht von uns allein abhängig ist, sondern den wechselnden 
Einwirkungen von außen an uns herantretender Verhältnisse 
unterliegt, sind wir in unserem geistigen Tun viel grundsätzlicher 
und innerlicher auf uns selbst gestellt und in ganz anderem 
Sinne als jeder Handarbeiter Herren unserer Geschicke. 
So geht gelehrte Berufsbildung mit stärkerer Entwicklung 
der Individualität zusammen; hin und her schießen die Schifflein; 
und schwer wird in jedem konkreten Falle das System ver— 
worrener Wechselwirkungen auf einfachste Vorgänge zu reduzieren 
sein. So viel aber ist klar, daß diese Berufsbildung und alle 
in ihr sich zusammenfassenden Tendenzen auf die gebundenen 
Lebensformen der mittelalterlichen Genossens chaften untergrabend 
wirken mußten. Am einfachsten sind die damit einsetzenden 
Vorgänge an den Universitäten zu beobachten: die Scholaren der 
mittelalterlichen Bursen werden hier allmählich zu freien 
Studenten, die nur teilweise noch in Konvikten zusammenwohnen 
oder sonst Formen gemeinschaftlichen Verkehrs finden; ein Leben 
oft mehr als willkürlicher Freiheit beginnt, bis die rohen 
Studentenbräuche des 16. —18. Jahrhunderts durch die größere 
Selbstzucht des modernen Menschen auch schon in den jugend— 
lichen Jahren akademischer Studien abgelöst werden. 
Aber nicht bloß auf dem Gebiete geistiger Tätigkeit wich die 
gebundene mittelalterliche Genossenschaft freieren Lebensformen; 
auch sonst war das der Fall; es handelt sich um eine ganz all⸗ 
gemeine Erscheinung des 16. und 17. Jahrhunderts, wie denn 
die Entstehung der gelehrten Berufsarten ja nur ein Exponent 
gleichsam war der allgemeinen individualistischen Verschiebung
	        

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Neuere Zeit. Heyfelder, 1904.
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