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Neuere Zeit (Abt. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Neuere Zeit (Abt. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892067714
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-237124
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neuere Zeit
Volume count:
Abt. 2
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1906
Scope:
XIV S., S. [399] - 873
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die norddeutschen Staaten und der nordische Krieg; Entwicklung des preußischen Königtums
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neuere Zeit (Abt. 2)
  • Title page
  • Einundzwanzigstes Buch // Erstes Kapitel. Deutschland unter den politischen Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges
  • Zweites Kapitel. Türkenkriege und spanischer Erbfolgekrieg; Österreich europäische Großmacht
  • Drittes Kapitel. Die norddeutschen Staaten und der nordische Krieg; Entwicklung des preußischen Königtums
  • Viertes Kapitel. Erste Waffengänge Österreichs und Preußens; Preußen europäische Großmacht
  • Index

Full text

324 Einundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
das politische und militärische Prestige ließ sich, vor allem durch 
die Taten des Großen Kurfürsten in Frage gestellt, im Grunde 
nur unter diplomatischer Unterstützung Frankreichs aufrecht er— 
halten. Aber in dem Augenblicke, da man einen Zusammenbruch 
der schwedischen Vorherrschaft erwarten konnte, wurde er doch 
noch einmal durch König Karl XIL., eine rücksichtslose Gewalt— 
natur, wenn nicht verhütet, so doch hinausgeschoben. Unter 
dem Namen einer Domänenreduktion setzte Karl eine weit— 
gehende Konfiskation adliger Güter, die freilich zum großen 
Teile aus Staatsbesitz stammten, zugunsten des Fiskus durch 
und stärkte dadurch ebenso die Staatsgewalt, wie er deren 
schlimmsten Gegner, die hohe Aristokratie, schwächte, ja teilweise 
fast vernichtete. Ließ sich indes von dieser Maßregel eine 
wirkliche Festigung der schwedischen Hegemonie auf die Dauer 
erwarten? Gewiß: als Karl XI. nach einem Menschenalter 
schwerlastender Herrschaft im Jahre 1697 starb, hinterließ er 
seinem Erben, Karl XII., noch ein jedem Winke gehorsames 
Reich und starke politische und kriegerische Machtmittel. Aber 
in nicht ganz zwei Jahrzehnten erschöpften sich diese mehr 
mechanisch als organisch angehäuften Kräfte unter dem ge— 
walttätigen Gebrauche des jungen Königs, und Schweden verlor 
seine überragende Stellung. 
Und schon begann, im Grunde bereits seit Beginn des 
17. Jahrhunderts, sich ein Erbe der schwedischen Hegemonie 
dunkel drohend zu regen: Rußland. 
Rußland wird noch im 17. Jahrhundert von den zahl—⸗ 
reichen Beobachtern, deren Berichte wir seit Siegmund von 
Herbersteins Moskowitischen Commentarien (1549) besitzen, als 
ein barbarisches Land bezeichnet; und seine Völker erschienen, 
die Russen vornweg, nach unseren heutigen Begriffen als 
asiatisch. Dennoch hatte bereits wenige Menschenalter, nach⸗ 
dem die Türken Byzanz erobert hatten, die Vorwärtsbewegung 
dieser jungen Macht gegen das westliche, zivilisierte Europa, 
das Europa der mittelalterlichen Kultur begonnen. Und ganz 
anders, als das der Türkenmacht, wurde es insofern gefährlich, 
als mit der politischen Vorwärtsbewegung zugleich innere,
	        

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Neuere Zeit. Heyfelder, 1906.
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