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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892071819
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236181
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neueste Zeit
Volume count:
Abt. 3
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1906
Scope:
IX S., S. [303] - 729
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
III. Neue Weltanschauung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

I. Abschnitt. Grundbegriffe. . 
3. Umfang der Staatswirtschaft. Man muß den Um- 
fang und die Verzweigtheit des staatlichen Haushaltes vor Auger 
halten, wenn man sich eine Vorstellung von der finanziellen Tätig- 
keit des Staates machen will. In der staatlichen Wirtschaft nimmt 
die Erwerbstätigkeit relativ ab; trotzdem läßt es sich nicht behaupten, 
daß diese Tätigkeit heute eine geringe ist, aber ihr Terrain hat 
sich verändert. Auch heute entwickelt der Staat eine bedeutende 
Tätigkeit auf dem Gebiete der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, 
der Montanwirtschaft. Auch auf dem Gebiete der industrieller 
Tätigkeit begegnen wir dem Staate, wenn auch in geringerem Maße. 
Doch tut sich hier in der Verstaatlichung der Kraftquellen ein 
neues, großes Gebiet auf. Um so bedeutender ist die Tätigkeit des 
Staates auf dem Gebiete des Verkehrswesens, namentlich des Eisen- 
bahnwesens, auf dem Gebiete des Bankwesens, des Versicherungs- 
wesens, der Schiffahrt usw. Die meisten Güter freilich, deren der 
Staat bedarf, muß er aus dem Verkehr beschaffen und so greift 
seine Tätigkeit tief in das Getriebe des Verkehrs, in die Bestimmung 
der Preise und Löhne usw. ein. Der Staat ist heute der wichtigste 
Käufer. Rohstoffe, Hilfsstoffe, Brennstoffe kauft er in großen 
Quantitäten; für seine Fabriken, Eisenbahnen und Schiffe braucht 
er Kohle und Eisen, für das Heer Bekleidungsgegenstände und 
Nahrungsmittel, Waffen und Munition, für seine Amtslokalitäten 
braucht er Einrichtungsgegenstände, Möbel, Schreibrequisiten, Be- 
leuchtungs- und Heizstoffe; auf allen Gebieten verwendet er eine 
Unzahl von höheren und geringeren Arbeitskräften. Seine Nach- 
frage ist ausschlaggebend für Produktion und Konsumtion, für 
Preise und Löhne. Hieraus ergibt sich für den Staat eine außer- 
ordentlich schwierige, komplizierte Tätigkeit, die tüchtige, gewissen- 
hafte Kräfte erfordert. Alles muß in den nötigen Quantitäten, in 
der rechten Zeit, zum entsprechenden Preise angeschafft, gehörig 
aufbewahrt und verwendet werden. Hier berührt sich die staatliche 
Tätigkeit mit großen Privatinteressen, die oft nach Ausbeutung des 
Staates trachten und Korruption in die Staatsmaschine einpflanzen. 
Werden die Anschaffungen im Inlande effektuiert, so bietet dies 
der inländischen Produktion Nahrung, während diese entzogen wird, 
wenn die Anschaffungen im Auslande geschehen. Alle Käufer, 
alle Konsumenten berührt in ihrem Interesse das Preisangebot des 
Staates, denn diese Preise werden auch für sie maßgebend sein. 
Ja, auf manchem Gebiete wird der Einfluß des Staates geradezu 
diktatorisch sein und es kann ebensogut geschehen, daß er zu hohe, 
als daß er zu niedrige Preise bietet. Die Wirkung dieses Ver- 
haltens pflanzt sich natürlich fort auf die Einkommensverteilung, 
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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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