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Neueste Zeit (Abt. 3)

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Bibliographic data

fullscreen: Neueste Zeit (Abt. 3)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892073072
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-237292
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neueste Zeit
Volume count:
Abt. 3
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Weidmann
Year of publication:
1909
Scope:
IX S., S. [361] - 749
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Kapitel. Zweite Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neueste Zeit (Abt. 3)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Kapitel. Erste Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage
  • Viertes Kapitel. Zweite Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage
  • Fünftes Kapitel. Ursprung, Verlauf und Ausgang des Kulturkampfs

Full text

Zweite Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage. 621 
so verpflichtet sich hiermit der andere Hohe Kontrahent, dem 
Angreifer gegen seinen Verbündeten nicht nur nicht beizustehen, 
sondern mindestens eine wohlwollende neutrale Haltung gegen 
den Hohen Mitkontrahenten zu beobachten. Wenn jedoch in 
solchem Falle die angreifende Macht von seiten Rußlands, sei 
s in Form aktiver Mitwirkung, sei es durch militärische 
Maßnahmen, welche den Angegriffenen bedrohen, unterstützt 
werden sollte, so tritt die in Artitel J dieses Vertrages fest⸗ 
gesetzte Verpflichtung des gegenseitigen Beistandes mit voller 
Heeresmacht auch in diesem Falle sofort in Kraft, und die 
Kriegführung der beiden Hohen Kontrahenten wird auch dann 
eine gemeinsame bis zum gemeinsamen Friedensschluß. 
Wie man sieht, richtet sich der Vertrag in erster Linie 
gegen Rußland, erst in zweiter gegen Frankreich: denn schon 
nach der geographischen Lage des Deutschen Reiches und Oster⸗ 
reichs kommt nur Frankreich im Grunde als die in Artikel II 
genannte dritte Macht in Betracht; höchstens an Italien könnte 
daneben auch noch gedacht werden. Dieser Charakter des Ver⸗ 
trages entspricht nun genau der Lage des Jahres 18709. Oster⸗ 
reich war es an erster Stelle, das seit 1876 den Angriff 
Rußlands zu fürchten hatte, daneben erst seit 1879 auch das 
Deutsche Reich. Frankreich spielte um diese Zeit in den Be⸗ 
fürchtungen der Zentralmächte erst die zweite Rolle. Indem 
ber der Vertrag den unruhigen Wünschen im Westen wie im 
Osten Europas Halt gebot, war er recht eigentlich ein europäischer 
Friedensvertrag. Noch mehr gewann er diese Bedeutung dann 
durch den Beitritt Italiens. 
Italien war seit 1878, vornehmlich durch den Sieg der 
klerikalen Interessen in Frankreich, auf die Seite des Deutschen 
Reiches gedrängt worden. Diese Haltung hatte dann im Jahre 
1875, zur Zeit des französischen Aufschwunges nach der Ab⸗ 
lehnung der Krone durch den Grafen von Chambord, eine 
Unterbrechung erfahren. Damals scheint, im Zusammenhang 
mit den französischen Hoffnungen gegen Deutschland, Graf Beust, 
der österreichische Botschafter in Paris, den Absichten seines Chefs 
Andrassy entgegen für eine katholische französisch-italienisch⸗
	        

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Neueste Zeit. Weidmann, 1909.
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