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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404219
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236878
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1114 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
I. Rechtsphilosophie und Universalrechtsgeschichte von Professor J. Kohler in Berlin
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • I. Rechtsphilosophie und Universalrechtsgeschichte von Professor J. Kohler in Berlin
  • II. Zivilrecht

Full text

22 
II. Rechtsphilosophie und Universalrechtsgeschichte. 
massen und die geradezu unbegreifliche suggestive Kraft der einzelnen Tat gegenüber 
der erregten Rotte. In allen diesen Beziehungen hat die Geschichte des Rechts aus 
einer systematischen psychologischen Beobachtung noch große Belehrungen zu erwarten!. 
B. Rechtsbildungen. 
J. Verhältnis zur Natur. 
8 13. Grundlagen. 
Der in die Natur gestellte Mensch wird ursprünglich durch ihren Eindruck über— 
wältigt. Sie tritt ihm als etwas Übergroßes, Mächtiges entgegen, sie ist die Gottheit, 
zu der er schauernd aufblickt. Schließlich wird der Mensch mit ihr vertraut; er schätzt 
ihre Gaben, er ist dankbar für ihre Fürsorge, während er anderseits wieder die bösen 
Geister um sich schwärmen sieht. So entsteht ein ganzer Dämonismus oder Animismus, 
in dem die Völker leben. Dieser Geisterglaube beherrscht den Menschen, auch wenn er 
beginnt, die Natur für seine Zwecke einzufangen und sie sich zu unterwerfen. Zunächst 
enisteht ein gewaltiger Zusammenstoß: es ift ein furchtbares Unrecht, in die Selbst- 
— D—D 
geister erseufzen darob. Bald aber weiß sich der Mensch aus diesem Zwiespalt zu helfen; 
die religiösen Vorstellungen weiß er nach dem Bedürfnis zu gestalten: der Geist wird 
bersöhnt, oder er wird gar dem Menschen dienstbar gemacht, oder auch ein neuer 
Geist wird in die Gebiete des Kulturlebens verpflanzt. Der Mensch ist nicht um— 
sonst ein Dämonist: es gelingt ihm, Geister einzufangen und zu seinen Schützern zu ge— 
talten; so herrscht auf der ganzen Südsee das Institut des matakau, indem der Pflanzer 
zum Schutze seiner Früchte einen Geist an den Baum bannt, der dem Verletzer Tod und 
Verderben droht. 
Darnnit nimmt die Beziehung zwischen dem Menschen und dem Kulturland eine be— 
sondere Bedeutung an; es ist ein Weiheverhältnis, und dieses leitet das Eigentum ein. 
Das Eigentum beruht urspruͤnglich auf einer dämonistischen Verknüpfung der Menschheit 
mit der Natur. Daher auch die Weihehandlungen, mit denen die wichtigsten Be— 
tätigungen des Grundeigners, namentlich auch der Ackerbau, umgeben sind. 
Bevor wir jedoch hier weitergehen, müssen wir darlegen, wie die Beziehungen der 
Menschheit als Menschheit zur Natur sich entwickeln; und dies hängt zusammen mit der 
Gestaltuͤng der Menjchheit als Ganzes und ihrem Ubergang vom Gesamtsein zum 
Einzelsein. 
8 14. Teilung der Welt. Allgemeines. 
Die Menschheit geht von dem Kollektivismus, d. h. von dem Zustand des Gesamt— 
seins, zum Individualismus, d. h. zum Zustand des Einzelseins, über?, aber so, daß 
1 RKulturgeschichte und — sind neuerdings zur Soziologie verschmolzen worden. 
Hier haben Herbert Spencer Erinciples of sociology u. .), Lubbock, Frazer u. a. Bahnbrechendes 
eleistet. Es besteht hierfür auch eine Jahresschrift; L'annéo sociologigue v. Durkheim, bis 
setzted Bände, sowie eine Zeitschrift Rivista di Sociologia, bis jetzt 58 Bände. Reiches Material 
sindet sich in den vielen Schriften von Bastian u. s. w. Vgl. auch meinen Aufsatz: Recht und 
Völkerpsychologie in der Politisch-anthrop. Revue J 5. S. 885 5. 
2 Vol. darüber meinen Aufsatz „Kollektivismus und Individualismus in der Geschichte“ in der 
Zeitschr. f. Sozialwissenschaft I 4S. 261f.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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