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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

574 IV. ffentliches Recht. 
rechtstitel: die Thronfolge kraft Spezialgesetzes und die Thronfolge auf Grund einer 
Erbperbrüderung.'Die erstere Alternative ist überall statthaft, nicht etwa nur da, wo 
die Verfassung für den Fall des Aussterbens der Dynastie ausdrücklich (vgl. oldenburg. 
St.Grund. G. Art. 18) oder stillschweigend (preuß. V. U. Art. 57) auf diesen Weg ver— 
weist. Ein derartiges — eine neuͤe Dynastie auf den Thron des Landes berufendes — 
Gesetz wird regelmaäßig in den Formen der Verfassungsänderung ergehen müssen. Ist es 
ergangen, so entscheidet es über die vorliegende Successionsfrage unbedingt und absolut, 
unter Abschneidung aller von gleichviel welcher Seite aus irgend welchen Grunden zu 
erhebenden Gegenansprüche: der Grundsatz, daß es dem Gesetzgeber gegenüber keine wohl— 
erworbenen Rechte gibt, gilt hier wie sonst. Soweit sie nicht durch ein solches Thronfolge— 
gesetz ad hoe oder durch sonstige Gesetze, insbesondere die Verfassung, aufgehoben sind oder 
aufgehoben werden wollten (so in Preußen; ogl. Schulze, Preuß. Staatsr. 8 59), können 
alte Erbverbrüderungen, d. h. vertragsmäßige Zusicherungen über die Erbfolge in 
ein Land für den Fall des Erlöschens der dort regierenden Dynastie, auch heute noch als 
freilich nicht mehr privatrechtliche, sondern staatsrechtliche) Titel außerordentlicher Thron⸗ 
folge Geltung behaupten (vgl. z. B. 87 sächs. V.U.: Vorzugsrecht der Erbverbrüderten 
vor den Kognaten des Hauses). Unter der Herrschaft der konstitutionellen Verfassung 
können neue Vereinbarungen einschlägigen Inhalts nicht mehr von dem regierenden 
Hause abgeschlossen werden (es sei denn, daß die Verfassung eine daͤhingehende Ermächtigung 
ausdrücklich erteilt: II 85 bayer. V. U.), sondern, als Disposition über ein Stüd 
Staatsordnung, nur vom Staate, und zwar durch Erklärung der gesetzgebenden 
Faktoren in den Formen der Verfassungsänderung: die vorhin erwähnte Figur des 
Spezialgesetzes über Herbeiführung einer außerordentlichen Thronfolge. 
II. Verlust des Rechts auf die Krone, „Thronerledigung“ tritt ein durch Tod 
und Verzicht, (Abdankung, Abdikation).Der Thronverzicht ist ein Regierungsakt 
Kontrasignatur!), welcher nicht mit Bedingungen oder Vorbehalten verbunden, also nur 
ganz oder gar nicht vorgenommen werden darf. Keine Bedingung in diesem Sinne, daher 
zulässig ist ein dies à quo: Bezeichnung des Zeitpunktes, wo der Verzicht in Kraft treten 
soll. Erklärung des Verzichts bor Anfall der Kroue ist nicht verboten, somit erlaubt, 
auch nicht unwirksam, sondern rechtlich wirksam (die Erklarung braucht beim Anfall der 
Krone nicht wiederholt zu werden, tritt vielmehr ipso facto in Kraft), aber nicht un⸗ 
widerruflich für den Erklärenden (sie kann jederzeit bis zu der Thronerledigung, auf welche 
die Verzichterklärung abzielt, zurüdgenommen werden). In allen Fällen kann der Verzicht 
nur das Successionsrecht der verzichtenden Person wegschaffen, nicht auch Rechte Dritter 
beseitigen; z. B. kann ein Prinz nicht „für seine Linie“ abdanken; diesen Verzicht braucht 
niemand gegen sich gelten zu lassen“Den Thronerledigungsgrund der Abs etzung 
zur Strafe erkennt das moderne Staatsrecht, abweichend vom mittelalterlichen Reichs⸗ 
recht (vgl. Bd. J S. 228 dieses Werkes), nicht an. Die Zulässigkeit eines Gesetzes aber, 
welches unter einer Regentschaft von dem Regenten unter Zustimmung des Landtags 
erlassen wird und die Entthronung des regentschaftlich vertretenen Monarchen verfügt, läßt 
sich nicht bestreiten, wofern nach dem betreffenden Landesrecht nicht etwa Verfassungs⸗ 
änderungen (um eine solche handelt es sich) zur Zeit einer Regentschaft ausdrücklich ver— 
boten sind (s. den nächsten Paragraphen). 
F28. Regentschaft und Regierungsstellvertretungi. 
i. Regentschaft (Reichsverwesung, Regierungsverwesung) ist Vertretung des wegen 
Minderjährigkeit oder aus anderen Gründen dauernd regserungsunfähigen' Monargen 
durch einen von der Verfassung bezeichneten oder nach Maͤßgabe der Verfassung zu be—⸗ 
stimmenden Ersatzmann: den Regenten (Reichs- Regierungsverweser). Das Rechisinstitut 
S — dzüge S. 108 ff. 
2ff.; Schulze, D. Staatsr. J 258ff.; v. Gerber, Grun 
Monogeachiheeen ddenste —88 der Regentschaft von:'v. en e c 
887), Diedmann — — 
Literaturverzeichnis
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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