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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

1296 
IV. Hffentliches Recht. 
3. Außerdem kennt das Gesetz noch Leistungen der Träger der Unfallversicherung 
für die Fälle der Hilflosigkeit und der unverschuldeten Arbeitslosigkeit 
eines Unfallverletzten. 
Ist der Verletzte infolge des Unfalls nicht nur völlig erwerbsunfähig, sondern auch 
hilflos!, so ist die Rente für die Dauer der Hilflosigkeit über den Betrag der Voll⸗ 
rente hinaus bis zu 100 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes zu erhöhen. 
Ist der Verletzte aus Anlaß des Unfalls unverschuldet arbeitslos geworden 
(wenn auch dauernd), so kann ihm vorübergehend die Teilrente bis zum Betrage der 
Vollrente erhöht werden. 
4. Ist eine Person sowohl gegen Krankheit als auch gegen Unfall versichert, so ist 
einmal von der fünften Woche nach Eintritt des Unfalls ab zu Lasten des Unternehmers 
das Krankengeld auf zwei Drittel des Arbeitsverdienstes zu erhöhen, zum andern ist im 
Falle teilweiser Erwerbsunfähigkeit die Unfallrente schon während der Karenzzeit vom 
Tage des Wegfalls des Krankengeldes ab zu zahlen?. 
5. Die Festsetzung des für die Rentenberechnung maßgebenden Jahresarbeits⸗ 
verdienstes erfolgt nach eigenartigen Grundsätzen, welche auf den einzelnen Gebieten der 
Unfallversicherung verschieden gestaltet sind. 
6. An Stelle von freier ärztlicher Behandlung und Rente kann auch freie Kur 
und Verpflegung in einer Heilanstalt gewährt werden. Während der Zeit, 
in welcher der Verletzte in der Heilanstalt untergebracht ist, steht dessen Angehörigen? 
zin Anspruch auf Unterstützung gegen den Träger der Unfallversicherung zu?. 
Auch schon während der Karenzzeit sind die Berufsgenossenschaften zur Über⸗ 
nahme des Heilverfahrens befugt (d 760 des K. V.G.), ebenso können sie im 
Interesse einer einheitlichen Durchführung des Heilverfahrens nach Ablauf der Karenzzeit 
die Weiterbehandlung des Verletzten der Krankenkasse übertragen (8 11 G.U.V.G., 
„14 8. U. B. G., 89 B. U. V.G. 8 16 S. U.V. G.). 
An Stelle der Rente kann im Einverständnis mit dem Berechtigten dessen Auf— 
nahme in ein Invalidenhaus angeordnet werden. 
Gegenüber den Befugnissen der Träger der Versicherung in Ansehung der ärzt⸗ 
lichen Behandlung innerhalb oder außerhalb einer Heilanstalt, welche eine weitgehende 
Verfügungsmacht über die persönliche Freiheit des Versicherten bedeuten, hat das Gesetz 
zum Schutze des letzteren Vorschriften mancherlei Art getroffen. So ift bestimmt, daß 
Verletzte, welche sich in einem Krankenhause befinden, während des Heilverfahrens nur 
nit ihrer Zustimmung in ein anderes Krankenhaus überführt werden dürfen. Die Zu⸗ 
timmung kann jedoch im Notfalle ersetzt werden durch eine Anordnung der unteren 
Verwaltungsbehörde (8 11 Abs. 8 G. U. V. G., 8 14 Abs. 8 L.U. V. G., F'9 B. U. V. G., 
Z16 Abs. 3 S. U. V. G.). Ferner ist nach ftändiger Rechtsprechung die Vornahme von 
Operationen oder Narkosen von der Zustimmung des Verletzten abhängig s. 
7. Eine Ablösung der Jahresrenten durch eine einmalige Kapital— 
Abfindung ist statthaft bei kleineren Renten, d. h. solchen welche 15“ oder weniger 
⸗Hilflos“ ist nicht schon derjenige, welcher für gewisse einzelne Verrichtungen, wenn auch 
regelmäßig, auf fremde Hilfe angewiesen ist, Iere nur derjenige, für dessen Pflege dauer nd eine 
remde Arbeitstraft ganz oder doch in erheblichem Umfang in Anspruch genommen werden muß, 
B. 3— a se isi . 3 re 
Diese Vorschrift bezieht, sich nicht auf solche Fälle, in denen ein Anspruch auf Kranken 
zegen die Krankenkasse oder den Unternehmer gemäß g12 Abs. 2 G. U.8S.G. Vett mcht besieht, 
B. bei landwirtschaftlichen Arbeitern. Besch. 1884 u. RE. 1881, A. R. 1901 8.B68 u 599. 
Auch die Ehefrau, die ihre Ehe mit dem Verlehten erst nach dem Unfalle eingegangen ist 
Besch. 1919. 9. R. idos S. Wo. l 
Ir.? s 2224 6.i. B. G. 88 23-25 8. 1. V. G., .9 B.n. V. G., 88 174520 S. n. V. G. Zu vergt. 
88 50 Heubehandlund der gegen ünfalt und Invalidital derficherten versonen in Deutsch— 
and. Berlin 
Zu vergl. R.E. 1218, A.N. 1893, S. 159. Literatur: Endemann Fr., Die Rechtswirlungen 
bei Ablehnung einer Operation, Berlin 1893; Arnoldi, Der Einfluß der Ablehnung einer Opera 
tion jeitens des körperlich Berletzten. Erlangen 1899
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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