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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

RUSSLAND. — Finanzen (Budget). 
119 
»einen Eintheilungen die Münzeinheit für alle circnlirenden Werthe sein 
solle. DerCurs der Assignaten wurde fest auf 350 (d. i. 3% R. Assigna 
ten = 1 S.-R.) normirt. Die ehemaligen Bank - Assignaten wurden 
im J. 1843 durch die Creirung der Reichs - Credit - Billets vollständig 
ausser Umlauf gesetzt, welche dem Silberrubel gleich circuliren sollen 
und Zwangscurs haben. Sie traten mit einem Betrage von 170’222,000 
S.-R. ins Leben, wofür die im J. 1843 noch vorhandenen 595,776,000 
R. Assignationen eingelöst wurden. Es war somit ein Staatsbanke- 
rut durchgeführt“ denn die officielle Herabsetzung des Assignatenwer- 
thes war nichts Anderes. — Für die neu geschafifenen Reichscredit- 
Billets soll nun das gesammte Reichsvermögen haften und stets ein ge 
nügendes Einlösungscapital vorhanden sein. Dieses Reichsvermögen 
ward zwar in neuerer Zeit von J. A. Mikschewitsch auf 3,919 520,550 
S. -R. berechnet, aber der Einlösungsfonds reicht nicht aus. — Unter- 
dess dauerten die Deficite im Staatshaushalte fort.*) Nur ausnahms 
weise gelangte man dazu, das Papiergeld zu vermindern. Im J. 1849 
betrug es indessen doch nur 300% Mill. Aber während des Krimkrie 
ges häufte man die Emissionen. Anlehensversuche im Auslande miss 
langen ; da verbot man die Ausfuhr von Goldmünzen und vermehrte das 
Papiergeld, anfangs wenigstens noch mit einiger Beschränkung der Sum 
men, bis der Ukas vom 10. Jan. 1855 den Finanzminister rückhaltlos 
anwies, »alle ausserordentl. Kriegskosten a durch tem%)orelle Emission 
von Creditbillets zu decken, » um ohne Einführung neuer Steuern und 
ohne Erhöhung der bestehenden der Staatscasse die Möglichkeit zu bie 
ten, allen gegenwärtigen Erfordernissen Genüge zu leisten.a (Man hatte 
in Erhöhung der Auflagen zuvor schon das Aeusserste gethan, so na 
mentlich den Salzpreis von 25 auf 44 Koj>eken hinaufgesetzt.) Dabei 
verbot man sogar die Wiedereinführung des eigenen Papiergeldes ! Die 
ausserordentlicher Weise ausgegebene Papiergeldmasse sollte innerhalb 
dreier Jahre nach Wiederherstellung des Friedens eingelöst sein. In 
Wirklichkeit steigerte man die Papiergeldmasse folgendermassen. Es 
waren im Umlauf" 
1S2H —:iy 
Neujahr 1S50 
1S53 
1854 
ITO’221,828 U. 
30P578,170 
:i3;i’443,008 
350'337,021 
Neujahr 1855 ; 
1856: 
1857: 
1860: 
509’181,397 R. 
686’276,844 
735’297,U06 
679*877,853 
Die Masse ward also noch lange nach Wiederherstellung des Frie 
dens nicht vermindert, sondern vermehrt, ln den vier Jahren 1853—57 
ergab sich eine Vermehrung von über 400 Mill. R., also weit mehr als 
eine Verdoppelung der vor dem Kriege vorhandenen Menge. Das Silber- 
anlehen von 1802 sollte endlich das Mittel zur Wiederherstellung der 
Metallwährung liefern. Die Papiere sollten vom 1. Mai 1802 an mit 
* Die Oüterconfiscationen in den westlichen Oubernien von Russland, die 
früher zu Polen gehörten, trafen 2372, jene im Königreiche Polen 2340 Perso 
nen. Die Verschenkungeii, welche blos im Königreiche und nur bis zum J. 1837 
gemacht wurden, überstiegen 22 Mill. Gulden. Nach der Schrift des poln. Ad- 
vocaten Lub liner über »die russ. Amnestie. Brüssel 1856.«) Nach einer An 
gabe hätten die Confiscationen die ungeheuere Summe von 311’182,000 poln. 
Gulden betragen.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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