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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

334 
DEUTSCHLAND. — Bayern (Sociale Verháltniase). 
Sociale Verhältnisse. In den 7 rechtsrheinischen Kreisen herrscht 
bekanntlich Erschwerung der Ansässigmachung, System des Realrechts 
und neben ihm nun wieder stark des Concessionirungswesens im Ge- 
werbsbetriebe, und Untheilbarkeit der Adels- und vieler anderer Güter ; 
im Pfalzkreise dagegen aus der Zeit der franz. Herrschaft : Freiheit der 
Ansässigmachung und Heirath, des Gewerbbetriebs und der Gütertheil- 
barkeit. Wäre es auch ungereimt, die Verschiedenheit aller Erscheinun 
gen in beiden Landestheilen diesen Umständen beizumessen, so üben 
dieselben doch unzweifelhaft einen gewaltigen Einfluss, und wir stellen 
darum folgende Resultate einander gegenüber: 
Der im Privatbesitz befindliche Boden zerfällt in 5)4 7,0 lU einzelne 
Besitzungen, davon 228,5)70 in der kleinen Pfalz, mit einer Durchschnitts 
grösse von 4 Tagwerken, dagegen nur 1051,15)5 Besitzungen in Ober 
bayern durchschn. von 24 Tagw. — Die Zahl der Parcellen ist 12 808,472, 
wovon 3’004,202 in Unterfranken und 2’030,578 in der Pfalz. — Die 
landwirthschaftl. Production ist am mannichfachsten und in vielen Be 
ziehungen am grössten in der Pfalz. 
Bei consequenter Durchführung des Princips der Ge werbsf rei 
he it entsteht weniger ein unnatürliches Zudrängen zu den Gewerben, 
als bei dem bureaukratischen Concessionswesen. 1801 zählte man in 
Bayern 321,510 Gewerbtreibende 1 52,5)70 Meister, 108,540 Geholfen 
und Lehrlinge). Dabei kam aber ein Gewerbtreibender in den ältern 
Kreisen schon auf 14,2 Einwohner, in der ge w erb freien Pfalz erst auf 
17. (In Preussen, wo principiell Gewerbfreiheit besteht, kam 1 erst auf 
17, wobei aber dennoch die Gewerbsproduction eine weit höhere, als in 
Bayern. Vergleiche auch Kurhessen, wo, bei starrem Zunftzwange, 
gleichfalls 1 Handwerker schon auf 14 —15 Einwohner kommt.) 
Die Zahl der Realrechte und radizirten Gewerbe betrug nach einer 
ministeriellen Erhebung von 1801 74,015), mit einem Schätzungswerthe 
von 08'8 10,318 fl. ( 1 825^waren es erst 08,150 Rechte im Werthe von 
etwa 12 Mül.!) Auf die einzelnen Kreise kamen; 
Kreise Bechte Werth Kreise Rechte Werth 
Oberbayern . 17,sll 15)’71 (),.') 15 H. Oberfranken . 5,101 4’;)54,027 fl. 
(dav. München 1,4S5) 1'7 00,55)0) Mittelfranken.. 5),710 0’70S,417 
Niederbayern 15,5:(S 15’755),545) , Unterfranken . 5,05)4 0'552¡140 
Oberpfalz . . 10,170 5’t)Ss,ioo ¡ Schwaben . . 5),712 5)’712,S5)s 
Auf sänimtl. Realrechte sind Ilvpotheken ciimetraiten von 3’014 253 fl . 
wovon 2'370,55)1 in Oberbayern. 
Von den Geborenen waren im Durchschnitt der 22 Jahre 18»%, 
bis 18»»/eo -1,1 Proc. unehelich; in der Pfalz nur 8,8%, in den an 
dern Kreisen dagegen 23,2%. Das Verhältniss würde ein absolut gün 
stigeres sein, wenn nicht den Militärpflichtigen (auch in der Pfalz) das 
Heirathen unmöglich gemacht wäre. (1%^ der Stadt München, wo das 
Realrechtswesen am ausgebreitetsten, überstieg die Zahl der unehelichen 
Geburten wiederholt die der ehelichen.) Von I OlM) unehelich Geborenen 
wurden durch nachfolgende Ehen legitimirt ; in der Pfalz 21)1,4, in den 
andern Kreisen nur 144,2. 
Ehescheidungen traf je eine auf folg. Anzahl Trauungen:
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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