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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

338 
ITALIEN. — Sociales. 
zehrten.) Noch im J. Ib33 zählte man auf Sardinien 376 grosse Feudal 
güter, wovon die Hälfte im Besitze spanischer Adelsfamilien. Die 
Bevölkerung befindet sich in mancher Beziehung noch in halbwildem Zu 
stande. — Eine bedeutende Veränderung fand seit 1&4S, zumal auf 
dem Festlande statt : Beschränkungen des Adels und Klerus, und Aus 
bildung des Constitutionalismus. Nachdem im März 1S50 (Siccardi’sches 
Gesetz) die geistliche Gerichtsbarkeit und andere Privilegien des Klerus 
aufgehoben worden (doch wagte man noch nicht einmal, die in Frank 
reich, Belgien, dem deutschen linken Rhein gebiet bestehende »Civilehe« 
einzuführen), drängte die finanzielle Noth zu einer Einziehung von 
Klostergütern. Zufolge des Gesetzes vom 25. Mai 1855 wurden 
aufgehoben : 
60 Klöster auf dem Festlande mit 
40 - - - - - 
40 - - Sardinien 
182 Bettelklöster 
05 Capitel 
Geistliche Beneficien 
772 Mönchen und 770,000 Lire Eink. 
1,085 Nonnen - 202,000 
488 Individuen - 309,000 
3,145 - - 84,000 - 
080 Canonicaten - 500,000 
1,700 ..... 
399 Institute mit 0,870 Individuen und 2'015,000 Lire Eink. 
Vor der Zeit der Reformen enthielt der sard. Staat 23,000 Geistliche = 
I auf 214 Einw., während in Belgien 1 auf 600, in Oesterreich 1 auf 
610 gerechnet ward. — Das Einkommen der Geistlichkeit betrug vor 
der Klosteraufhebung über 17 Mill. [Rwista Knctclopeihca, 1855), also 
mehr als die gesammte Grundsteuer, und viermal so viel als die in Bel 
gien votirte »Allocation« ausmacht (selbst in der Clericalschrift : Allocti- 
zione della Sanità ... al sacro Collegia nel Concistorio segreto del 22 
gennajo 1855, seguita da una Esposizione di documenti etc. wird ein Ein 
kommen von 10’412,0S1 Lire zugegeben). — Vor 1848 hatte kaum 
der dritte Theil der Gemeinden Schulen für Knaben ; solche für Mädchen 
waren fast ganz unbekannt. Im J. 1856 gab es Elementarschulen: 
5,072 für Knaben 145 Gemeinden ohne Knabenschulen 
2,833 - Mädchen 1,151 - - Mädchenschulen. 
Indess konnten 1857 von 17,705 Rccruten 9,096 weder lesen noch 
schreiben. — Seit 1819 und besonders 1851 das Prohibitivsystem auf- 
gegeben ward, erlangte der Handel einen starken Auischwung (so 
stieg, nach Herabsetzung der Zuckcrzölle auf die Hälfte, die Consum- 
tion in 8 Jahren von 7 % auf 1 8% Mill. Kilogr.) 
b) Mittelitalien. Modena war Eldorado des Jesuitismus, 
und Absolutismus. — ln Toscana, wo während der zweiten Hälfte 
des vorigen Jahrhunderts mehr Verbesserungen stattfanden als in irgend 
einem andern Staate Italiens, blieb doch der Hauptgrundbesitz in den 
Händen des Adels und der Geistlichkeit ; die Bauern wurden nicht freie 
Eigenthümer. In der Neuzeit verfolgte man alle Neuerungen, und das 
traditionelle Leopoldinische Regierungssystem (ein zudem sehr über 
schätztes System des »erleuchteten Despotismus«) ward aufgegeben und 
bekämpft. Man hörte fortwährend von Verurtheilungen Solcher, welche 
Bibeln oder methodistische Tractätchen gelesen ! (An den bekannten 
Fall der Eheleute Madiai reiheten sich noch viele ähnliche.) — In dem 
kleinen Lande zählte man 1855 314 Klöster mit 3,240 München und 
4,173 Nonnen, ausserdem 10,031 Weltgeistliche.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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