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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

356 
SCHWEIZ. — Sociales. 
10,00U Soldaten zu haben, bereitet die Schweiz 80,000 M. zur Marsch 
bereitschaft vor. Aehnlich ist das Verhältniss in andern Staaten. Bel 
gien, dessen Bevölkerung ungefähr die doppelte Zahl jener der Schweiz 
beträgt, unterhält ein Heer von beiläufig 80,000 M., welches im äusser- 
sten Falle bis auf 100,000 vermehrt werden kann, also trotz der zwei 
fachen Volksmenge dem schweizerischen Heere an Zahl entschieden 
nachsteht. Belgien verwendet aber thatsächlich meistens gegen 40 Mill. 
Fres, auf sein Militärwesen ! Schon diese numerische Stärke eines jeden 
falls auch gut organisirten und geübten Heeres sichert demselben eine 
Ueberlegenheit. 
Kriegsgeschichtliches. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts stan 
den ungef. 50,000 Schweizer in 29 Regimentern als Söldlinge in den 
Diensten von Frankreich, Spanien, Sardinien, Rom, Neapel und Hol 
land; 20,500 M. davon bloss in Frankreich. Von 1474—1774 wurden 
fast 700,000 Schweizer für den franz. Militärdienst geworben*). Auch 
1830 standen wieder 2 Garde- und 4 Linienregim. in diesem Ver 
hältnisse. — Zum russischen Feldzug von 1812 musste die Schweiz 
ihrem »Vermittler« ein Hülfscorps von 16,000 Mann stellen. — Obwol 
die schweizerische Wehrkraft zur Zeit des Sonderbundskrieges (1847) 
noch keineswegs so organisirt war, wie jetzt, zeigte sich diese Wehrkraft 
doch schon in einer nach Umfang und Schnelligkeit der Entwicklung 
Staunen erregenden Weise. Es stellten in wenigen Wochen in das Feld ' 
die 13% eidgenössischen Kantone 98,8()1 Mann 172 Kanonen 
die 7 Sonderbunds-Kantone 39,.5S0 - 74 
Zusammen 138,441 Mann 246 Kanonen 
Ausserdem hatte der Sonderbund damals 46,976 M. Landsturm, und 
anderthalb Kantone (Neuenburg und Inner - Rhoden) nahmen keinen 
Theil am Kampfe. (Die Kosten dieses Krieges werden, die Opfer der 
Privaten natürlich ungerechnet, auf 1 5y¡¡ Mill. Fres, geschätzt.) Die Mili- 
tärcapitulationen mit fremden Staaten sind verfassungsmässig verboten. 
Sociales. Die Schweiz bietet das wunderbare Bild eines Staates dar 
von nur dritthalb Millionen Menschen, welcher, ungeachtet der localen 
Trennung durch die höchsten Gebirge, dennoch Angehörige dreier grosser 
Culturnationen umfasst. — Angehörige ganz verschiedener Stämme, die 
nicht durch eine despotische Gewalt zusammengekettet, sondern durch 
die lebendige Ueberzeugung verbunden sind, dass dieses Verhältniss weit 
besser und nützlicher für sie ist, als ein Anschluss an ihre grossen 
Stammnationen dermalen sein könnte. — Wenn es gar keinen andern 
Beweis als diesen für die Güte des Fundamentalverhältnisses der schwei 
zerischen Einrichtungen gäbe, so wäre dieser allein schon unwiderlegbar. 
Da jeder Kanton souverSn ist, so trifft man im Einzelnen sehr verschie 
denartige Verhältnisse. Allenthalben hat indess der Grundsatz Geltung : 
dass das Volk nach Maassgabe seiner Bedürfnisse und seiner Einsicht 
sich selbst regiert. In Folge dessen werden alle Beamten (auch die Rich- 
*) An Werbegeldern soll die Schweiz von 1740—50 jedes Jahr gegen 600,000 
Liv. aus Frankreich bezogen haben; 1744 sogar 1% Mill. Jetzt betrachten die 
Schweizer, statt solchen Verdienstes, die Industrie als wichtigste Quelle des 
Wohlstandes.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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