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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

SCHWEIZ. - Sociales. 
357 
ter, die nicht einmal studirt zu haben brauchen) vom Volke gewählt, und 
dies nur auf eine gewisse Zeitdauer. Es gibt also keinen Beamten st and, 
keine hohen Besoldungen, keine Pensionen. Und doch herrscht hier 
(neben voller Press- und Versammlungsfreiheit) Ruhe und Ordnung, wie 
in keinem Lande in höherm Maasse. Die neue Bundesverfassung hat 
auch bereits mehrfach äusserst wohlthätig gewirkt, insbesondere auf Be 
schränkung des » Kantönligeistes, a so namentlich durch die Bestimmung, 
dass die Schweizer in allen Kantonen gleiche Rechte geniessen ; dass 
alle Schweizer das Recht freier Niederlassung besitzen, dann durch Be 
seitigung aller Binnenmauthen, Einführung gleicher Münze und Maasse 
u. s. w. 
Im Einklänge mit den politischen Zuständen herrscht in der Schweiz 
auch in mercantiler Beziehung das Princip der Freiheit, — das Frei 
handelssystem. Mit welchem Erfolge ? Die Eidgenossenschaft, höchst 
ungünstig gelegen, weit vom Meere, von den wichtigsten Bezugsquellen 
entfernt ; rings umgeben von Staaten mit Schutzzöllen, sonach von deren 
Märkten mehr oder minder ausgeschlossen ; dazu bei sehr hohen Tage 
löhnen,' und ohne die wichtigen Steinkohlen, — hat dennoch alle jene 
Schutzzollstaaten mit ihrer Industrie überflügelt. 
Die wichtigsten Industriezweige sind: 1) in Seide; gegenüber einer Einfuhr 
von k3% Mill. Fres in roher und 17 Mill, in verarbeiteter Seide, betrug 1858 die 
Ausfuhr ungef. 231 Mill. (1857 247 Mill.), Gewicht 35,988 Cntr. ; 2) in Baum 
wolle, deren 1858 209,289 Cntr. (1859 259,822) in rohem Zustande eingeführt 
wurde, Werth gegen 11*/, Mill., ausgeführt für etwa 54'/, (1859 75'/, Mill.) ; 
3) Uhrenfabrikation ; 4) Strohgeflechte ; 5, Käse (Rindvieh und ebenso Butter 
führt die Schweiz, obwol Gebirgsland, weit mehr ein, als aus).*) 
Mmenbahnen. Ungeachtet der Terrainschwierigkeiten standen Ende 1893 
249,98 schweizerische Stunden = 1192 Kilom. oder 190% deutsche Meil. im 
Betriebe, ungerechnet 2,8 Kil. Pferdebahn. Schon Mitte 1891, als erst 1013 
Kilom. im Betriebe standen, zählte man 49 Tunnels von 17,297 Met. Länge; 
es ist sonach der 90ste Theil der Bahnen unterirdisch. Der Tunnel des Loges,’ 
Jurabahn, misst 3259, der Hauensteintunnel 2495 Met. ; auf 13,000 Kilom. 
deutscher Bahnen misst der längste Tunnel nur 1933 Met.) Im Bau 59 Schweiz! 
Stunden, ausserdem concessionirt 31'/, Stdn. Im J. 1854 hatte man erst 8*/, 
Stunden Schienenwege. 
Telegraphen. Bei einem Tarifsätze von nur einem Franken ist das Institut 
dem Publicum und der Staatscasse sehr nützlich geworden. Die Idnien hatten 
189,1 eine Länge von 3192 Kilom. und eine Drahtlänge von 9107. Es bestanden 
199 Bureaux (sogar auf dem Rigiberge; in ganz Preussen 1892nur 191). Zahl der 
Depeschen: 1893 459,871, wovon 298,778 interne, 119,212 internationale und 
41,881 transitirende. Die Einnahme war 972,000 Fres., die Ausgabe 571,000, 
somit Reinertrag 101,000. 
Vogt. 1893 2108 Bureaux und Ablagen. Brieftaxe lO Rapp., unfrankirt 15, 
Localtaxe 5 Rapp., Zeitungen % R. pr. Blatt. Briefe 33’311,271 = 12,73 pro 
Kopf; Zeitungsblätter 23*493,470. 
Damnfgchife. Auf II Seen fuhren 1892 90 Dampfboote, worunter (Boden 
see und Lago maggiore) allerdings 21 ausländische. 
* Siehe die nähern Nachweisungen in den »Beiträgen zur Statist, d. In 
dustrie und des Handels der Schweiz, von G. Fr. Kolb; Zürich 1859« (beson 
ders abgedruckt aus der »Monatsschrift des wisscnschaftl. Vereins in Zürich«). 
— In der Schweiz wird so wenig wie im Zollvereine eine amtl. Abschätzung des 
Werthes der Waaren vorgenommen. Im Uebrigen herrscht auch in diesem 
Zweige selbstverständlich die grösste Oeffentlichkeit, wie die monatlichen Ver 
öffentlichungen und bes. die alljährlichen Zusammenstellungen beweisen.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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