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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

AIJ.GEMEINE UEBERSICHTEN. — Kriegskosten. 
463 
Die Staatsschulden sind in der Neuzeit zu einer früher nie gekann 
ten Höhe emporgetrieben worden. Insofern die neuen Anlehen zu pro 
ductiven Zwecken, namentl. Eisenbahnanlagen, verwendet werden, kann 
die Schuldvermehrung sogar entschieden nützlich sein. Anders aber, 
wenn dieselben zur Deckung von Ausgaben im laufenden Dienste und 
besonders zur Unterhaltung enormer stehender Heere dienen. 
Allerdings hat sich das Nationalvermögen seit Beendigung der 
grossen Kriege in Folge der ungemeinen industriellen Thätigkeit äus- 
serst ansehnlich vermehrt. Ausserdem ist der Geldwerth in Folge der 
Ungeheuern Goldfunde sehr bedeutend gesunken. Gleichwol hat auch 
die Zahlungsfähigkeit der Staaten ihre Grenze. Die frühere Staatsschul- 
den-Geschichte weiss von gar vielen offenen und verdeckten Staatsban 
kerotten, z, B. den Law’schen Papieren und den Assignaten in Frank 
reich , den Capital - und Zinsreductionen, sogar mit der Beigabe einer 
Zwangsarrosirung in Oesterreich, den frühem Schuldherabsetzungen in 
Holland, Dänemark, Spanien und Portugal u. s. f. Und auch die Neu 
zeit kennt eine Nichterfüllung der finanziellen Verpflichtungen nament 
lich in Griechenland und den meisten Staaten Amerika's. Und wenn 
man auf England hinweist, so darf billig gefragt werden, ob man etwa 
beweisen wolle, dass dessen Wohlstand das Product der Schuldanhäu 
fung sei? Wir wissen im Gegentheile, dass die Anstrengungen in den 
Napoleonischen Kriegen mit jenen Schuldanhäufungen eine wahre finan 
zielle Erschöpfung des Volkes zur Folge hatten, so dass dessen Con- 
sumtionsfähigkeit drei Jahrzehnte nach Wiederherstellung des Friedens 
noch nicht die geringste Zunahme erkennen Hess (vergl. S. 30). Der 
Krimkrieg allein hat Euroj)a über 0 Milliarden Franken oder 1900 Mill. 
Thlr. gekostet, wovon 1100 Mill. Thlr. durch Anlehen aufgebracht 
Wurden*). Noch fehlen uns die Materialien zur genauen Berechnung der 
Verluste (an Menschen und Geld), welche der italienische Krieg veran- 
lasste. **) Welche Theorien im Uebrigen aber auch erdacht werden 
men u. Anlehen von Gesellschaften, Vereinen u. s. f., der europ. Geldmarkt 
vom 1. Jan. 1801 bis 1. Oct. 1803, also in 2*/* Jahren, im Ganzen mit einer 
Summe von 5687 Mill. Fres, in Anspruch genommen worden sei (Engel ent 
ziffert 5494 Mill. Fres od. 1405 Mill. Thlr.). 
*) Wir veranschlagen die Kosten dieses Krieges nach möglichst genauen 
Detailrechnungen so: England 520 Mill. Thlr., Frankreich 019 (wovon 560 
durch Anlehen aufgebracht!), Türkei 50, Sardinien 16, Russland (mindestens) 
350, Oesterreich (für Rüstungen) 148, übrige Staaten 30 Mill. — Der Men 
schenverlust, soweit derselbe constatirt vorliegt, war: Briten33,037, Fran 
zosen 86,982, Sardinier 2^532. Rechnen wir dazu 50,000 Türken und 200,000 
Russen, so ergibt sich ein unmittelbarer Verlust von 373,000 Soldaten, — 
jungen Männern in den besten Lebensjahren ! 
**) Die Zahl der Todesfälle bei der franz. Armee in Italien werden zu 10,173 
angegeben [Statistique gén., tome 11, page, XXXVIH), natürl. ungerechnet die 
jenigen, welche verwundet nach ihrer Ileimath gebracht wurden und dort star 
ben, ebenso ungerechnet die zu Krüppeln Gewordenen. Die Vollständigkeit 
der franz. officimlen Angaben über die in Italien erlittenen Verluste ist viel 
fach, nicht ohne plausible Gründe, bezweifelt worden. Relativ sehr unbedeu 
tend war der Menschenverlust im letzten dänischen Kriege. Nach den officiel- 
len Angaben hat derselbe der preussischen Armee (allerdings ohne die österr. 
Einbusse) nicht mehr als 29 Officiere und 370 Unterofficiere und Soldaten ge 
kostet, zus. 405 Mann.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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